Lacuna Coil - Karmacode

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VÖ: 31.03.2006
Bandinfo: LACUNA COIL
Genre: Gothic Metal
Label: Century Media Records
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Lineup  |  Trackliste

Italiens Finest haben endlich wieder den Weg ins Studio gefunden und präsentieren uns mit "Karmacode" einen krachenden Nachfolger zu "Comalies". LACUNA COIL haben auf ihrer Erfolgswelle sicherlich auch vom Durchbruch von Bands wie EVANESCENCE profitiert, doch ruhen sich die Italiener nicht auf ihren Lorbeeren aus und auch nach zahlreichen erfolgreichen Touren und Coverstories bleibt der ureigene Charme der Band erhalten. "Karmacode" ist zwar ein sehr modernes Album, wagt aber trotz einiger Innovationen keinen zu großen Schritt weg vom altgewöhnten LACUNA COIL-Sound. Wobei die größte Neuerung hier wohl die tiefer gestimmte Saitenfraktion ist, was dem Ganzen einen sehr zeitgemäßen Touch gibt und oft auch die KORN-Assoziation ins Spiel ruft. Doch mehr als tiefer gestimmte Gitarren und groovige Riffs haben LACUNA COIL nicht mit KORN gemeinsam und so sticht vor allem eines heraus: Cristina Scabbias wunderschöner Gesang, der über jeden Zweifel erhaben ist und immer wieder für Gänsehautmomente sorgt. Die hübsche Italienerin weiß einfach, wie sie ihr Organ einsetzt, zeigt in manchen Songs endlose Energie und malt in anderen Stücken wieder melancholische Melodiebögen – Beeindruckend wie immer (vor allem wenn die Dame ihre Stimmbänder so schön spielen lässt wie bei 'Our Truth' etwa)! Dabei scheint mir auch die Stimme des männlichen Gegenparts Andrea Ferro deutlich gereift zu sein, auch wenn dieser viel mehr im Hintergrund agiert als früher. Doch seine clean gesungenen Passagen schaffen eine angenehme Abwechslung zu Cristinas kräftigen Vocals und sorgen auch oft für schöne Hintergrundchöre.

Mit 'Fragile' schaffen LACUNA COIL einen gut gewählten Einstieg und bringen gleich all das ins Spiel, was auch den Rest des Albums prägen wird: Ohrwurmmelodien, dezent eingesetzte Keyboardspielereien, abwechslungsreiche Gesangslinien und endlos groovige Gitarrenriffs! Der Refrain mit Andreas Gesang im Hintergrund ist dabei ein dermaßen gnadenloser Ohrwurm, dass ich mich nach dem Hören des Albums oft dabei ertappe, wie ich die eingängige Melodie vor mich hin pfeife. 'To The Edge' präsentiert einen sehr KORN-lastigen Einstieg (vielleicht der am meisten von KORN geprägte Part) und eine sehr originelle Gesangslinie, die nach jedem Mal Hören immer mehr begeistert. Mit dem exotisch anmutenden Gesangsintro zeigt Cristina wieder mal ihr Talent für verspielte Melodien und prägt den ganzen Song mit einer unglaublichen stimmlichen Vielfalt. Nach so viel rockenden Rhythmen tut die Ballade 'Within Me' richtig gut und zeigt LACUNA COIL von ihrer schmeichelweichen Seite. Immer wieder wird man mit neuen Überraschungen konfrontiert und selbst wenn die Songs eindeutig das LACUNA COIL-Label tragen, so findet man immer mehr Feinheiten, je öfter man das Album hört. Mutig finde ich hier auch das auf Italienisch gesungene 'Without Fear', das sich wunderschön in die restlichen Stücke einfügt und das DEPECHE MODE-Cover 'Enjoy The Silence', welches sich nach anfänglicher Skepsis doch ganz gut anhört. Songs wie 'Fragments Of Faith' mit einem leicht psychedelischen Gitarrenintro oder das sanfte 'In Visible Light', das voller Leidenschaft und Emotionen steckt sind der beste Beweis dafür, dass die Italiener nichts an ihrem Talent verloren haben und mit "Karmacode" wieder einen Schritt in die richtige Richtung wagen.

Anspieltipps: Fragile, Fragments Of Faith, In Visible Light



Bewertung: 4.5 / 5.0
Autor: caroline (27.04.2006)

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