18.11.2022, Kinett, Kusel

REVEL IN FLESH + TORMENT OF SOULS

Veröffentlicht am 20.11.2022

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Wo früher einmal Klappstühle waren...

Never change a winning team! Knapp drei Jahre, nachdem REVEL IN FLESH mit den Bitburger Zombie-Grillern TORMENT OF SOULS das Kasino Kornmarkt in Trier zerlegt haben, lädt das Kinett Kusel zur Neuauflage des bewährten Deathkult-BBQ. Über Stock und Stein und einsame Pfade, auf denen selbst unter den Heuballen nur noch die Rentner deinen Weg kreuzen und kein Zivilisationslicht die Autobahn erhellt, macht sich ein einsamer Fotopraktikant auf den Weg vom heimischen Nirgendwo ins benachbarte Nirgendwo. Dort angekommen, wird ein selbiger von SODOM, SLAYER und Co. begrüßt, die vom Band schallernd selbstredend nur den alten Kram zum Besten geben. An Biersorten zählt er vier bis fünf und findet als Treffpunkt einen ehemaligen Kinosaal mit pechschwarz verkleideten Wänden vor.

TORMENT OF SOULS

Sodann nun gegen halb neun des Abends erstmals der Untoten-Grill angeheizt wird, zeigen sich TORMENT OF SOULS von ihrer besten Seite und sorgen wie immer für hoch eskalative Stimmung im schief-orthogonalen Battlefield. Überraschenderweise verkünden die Bitburger zu Ende ihres Sets, dass sie (neben diversen vermindert Lebenden) abermals einen Basser verheizt haben und Tieftöner Daniel heute Abend in aller Freundschaft und Würde aus dem aktiven Dienst an der Front entlassen. Bevor der scheidende Basser jedoch sein Instrument feierlich an den bereits warmgespielten Nachfolger weiterreichen kann, überreichen ihm seine Kollegen ein kleines Geschenk zum Abschied. Man munkelt von einem vibrierenden Spaßbereiter, der – sollte er wirklich in dieser putzigen, kleinen Präsentschatulle stecken – wohl eher ein "Einsteigermodell" oder "für den kleinen Hunger zwischendurch" sein dürfte. Den Rausschmeißer "Walking Dead" zockt schließlich der frisch gekrönte Langhals-Malträteur Sebastian unter dem Beifall der Zeremoniengäste vor der Bühne.

Setlist TORMENT OF SOULS:

  1. Schlachthaus
  2. Aus der Erde
  3. Legion
  4. Abgehackt
  5. Blooddawn
  6. Mehr Hass
  7. Dämon
  8. Pandemie
  9. Fidelis ad Mortem
  10. Es ist an der Zeit
  11. Walking Dead

REVEL IN FLESH

Bei REVEL IN FLESH erfreuen sich die Besucher eines mehr als stattlichen Sounds, bei dem die HM-2-Riffs angenehm durch die Innereien brezeln und einem das Abendbrot noch einmal gehörig nachverdauen. In puncto Songauswahl graben die Traditionsfleischer tief in ihrer Diskographie und lassen hierbei auch den ein oder anderen alten Track von der Leine. Aus den ersten Reihen erklingen kultivierte Höflichkeiten der Marke "ausziehen!!!" und "du geile Sau!", wobei am Siedepunkt der Feierstimmung sogar der Werbeslogan aus der Pommersche-Werbung erklingt (was am Ende auch irgendwie ins Konzept passt – schließlich sind Schmierwurstbeläge wie die besungene der wahrscheinlich bösartigste Brotaufstrich seit der Erfindung der Palmöltunke). Auch beim Headliner gibt es heute für die Anwesenden eine Premiere in Form des neuen Songs "Fleshpriest", der als erster Vorbote für das in der Mache befindliche neue Langeisen (natürlich ohne jeden faulen Kompromiss) dem Heavy Metal huldigt. Und nachdem zum krönenden Abschluss noch einmal jeder Erstreihen-Headbanger ein beherztes "in the name of the wurschd flesh!" zum Besten geben durfte, geht mit dem wieder standesgemäß in Lichtgeschwindigkeit gezockten MOTÖRHEAD-Cover "Rock Out" auch diese Show zu Ende.

Setlist REVEL IN FLESH:

  1. The Hour Of The Avenger
  2. My Trial
  3. Shadowbreeder – Until Hell Freezes Over
  4. Fortress Of Gloom
  5. Death Kult Legions
  6. Servants Of The Deathkult
  7. Cryptcrawler
  8. Deathblow
  9. The Nihilistic Nothingness
  10. Emissary Of All Pages
  11. Casket Ride
  12. Fleshpriest
  13. Blood Oath
  14. In The Name Of The Flesh
  15. Rock Out (MOTÖRHEAD)

...wird heute Kult zelebriert

Lost Places hat die bunte Republik wahrlich genug – zu gut, dass wenigstens einige von ihnen eine sinnvolle Folgenutzung als Event-Treffpunkt erfahren wie das ehemalige Kino im rheinland-pfälzischen Kusel. Denn neben der per se sehr brauchbaren Akustik bietet der umfunktionierte Raum dank seiner nach hinten hinaus ansteigenden Topographie eine nahezu ideale Geometrie für einen Konzertsaal. Dazu noch besagte vier bis fünf Sorten Bier und Death Metal zum Anfassen, was will man freitagabends mehr? In diesem Sinne, liebe Stormbringer-Homies in Österreich: Falls ihr mal hinter Salzburg katastrophal falsch abbiegen und euch nach sechs bis sieben Stunden im nordwest-tiroler Hinterland langweilen solltet – geht einfach mal ins Kino!


WERBUNG: Hard
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