23.07.22, SeedCamp, Kautzen

BLACK RAINBOW FESTIVAL 2020

Veröffentlicht am 29.07.2022

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Report Black Rainbow

Am 23.07. ereignete sich ein kleines aber feines Festival in Kautzen im Waldviertel, knapp an der Grenze zu Tschechien. Das Line-Up, bestehend aus einer netten Mischung zwischen Hard Rock, Heavy Metal, Punk-Rock und Thrash-Metal, ließ großes erwarten und daher fand ich mich, abgesehen davon, dass ich meinen Geburtstag etwas nachfeiern musste, vor Ort ein.

Das SeedCamp war etwas schwer zu finden, doch kaum dort angelangt wurde mir klar, dass der Abend in dieser Atmosphäre wirklich fein werden musste. Das Areal war gut aufgegliedert und der Weg vom Campingplatz zur Bühne war ein Katzensprung. Die Bühne selbst war ein kleines Meisterwerk, denn sie wurde extra für diesen Anlass von den Veranstaltern erbaut. An dieser Stelle sein ein großes Dankeschön an Steffi und Rainer Buchhöcker (Eventrast) und Nino del Carlo (Rawk Dawg), sowie an die gesamte Crew ausgesprochen!

Kaum hatte ich die Bühne inspiziert, traf ich schon viele bekannte Gesichter und freute mich die folgenden Stunden. Ich war selbst etwas spät dran, doch als ich ankam war die erste Band erst beim Soundcheck. Anscheinend dürfte sich der Start zu meinem Gunsten um ca. eine halbe Stunde verschoben haben. So hatte ich beim Soundcheck noch etwas Zeit mich an meine neue Kamera zu gewöhnen.

PORTOBELLO EXPRESS:

Die Band PORTOBELLO EXPRESS war kurzzeitig eingesprungen, da BOOGIE HAMMER leider absagen mussten. Der Soundcheck gefiel mir schon ganz gut und ich freute mich auf eine geballte Ladung Rock`n`Roll mit grooovigen Phrasen.

Genau dies bekam ich schlussendlich auch von der aus Wien stammenden Truppe geliefert. Satter klassischer Rock-Sound schallte aus der Anlage, welche vom namhaften Aufgebot an Tontechnikern unter Kontrolle gehalten wurde.

Die Band spielte klassischen Rock mit bluesigen Passagen und die Vocals der Sängerin hatten gewaltig Dampf. Von der Rassel bis zur Cow-Bell wurde Alles ausgepackt, was man neben bei als Sängerin leicht betätigen konnte und schlussendlich lieferte sie mit einem zusätzlichen Paar Drumsticks mit dem Schlagzeuger gemeinsam ab.

Für die frühe Uhrzeit lieferte die Band souverän ab und verlieh der Location mit ihrem Sound noch mehr von dem schon vorhandenen 70er-Jahre-Feeling.

In der Umbauphase wurde man kurzzeitig mit BLACK SABBATH verwöhnt bevor es mit einer Band weiterging, welche ich persönlich schon sehnlichst erwartete.

MOTHERS OF THE LAND:

Das aus Wien stammende Quartett namens MOTHERS OF THE LAND ist für seinen hypnotisierenden Sound bekannt. Nicht umsonst hat die Band schon mit RED FANG oder ELDER die Bühne teilen dürfen. Schon der Soundcheck lies Großes erahnen und als die Vier schlussendlich loslegten, war ich „happy“ wie ein kleines Kind.

Der gesamte Sound war schon sehr massiv und die Gitarrenkünste von Georg und Jack sind schon eine Klasse für sich. Die Rhythmussektion gab nicht weniger Gas und es war eine absolute Herausforderung den Drummer nur einmal in Ruhe zu erwischen. Das 70er-Jahre-Feeling klang bei der Musik der Truppe definitiv nicht ab, doch die Sonne entschied sich etwas weniger boshaft auf die doch langsam schon zahlreich anwesenden Zuschauer zu brennen.

Nachdem MOTHERS OF THE LAND ein wirklich feines Set abgeliefert hatten war es an der Zeit, dass es etwas schneller und härter zugeht!

MORTAL STRIKE:

Die Herren von MORTAL STRIKE hatten noch vor Kurzem zum „Metal-Frühschoppen“ geladen und nun war es endlich an der Zeit. Die Truppe brachte sich auf der Bühne zu ihrem Intro in Stellung und legten direkt darauf mit ihrem bekannt deftigem Thrash-Metal los.

Die Truppe spielt zwar gewohnter Weise eher im Dunkeln, doch das Tageslicht hielt sie nicht davon ab den Panzer einmal durchs SeedCamp zu jagen. Etzi und Chrir marterten mit ihren Gitarren nur so dahin, während die Vocals durch die Boxen schallten.

Das Set war fulminant und im Publikum flogen nicht mehr nur Haare, sondern langsam auch schon Menschen. Der erste kleine Moshpit hatte sich gebildet, was Hoffnung auf einen Größeren gab und auch beweist, dass MORTAL STRIKE fein abgeliefert haben.

Nach der thrashigen Ladung ging es dann wieder etwas melodischer zu!

KÜENRING:

KÜENRING sind mittlerweile im Waldviertel als Garant für absolut feinen 80er-Heavy-Metal bekannt. Diesmal durfte man die Band sozusagen in Originalbesetzung bewundern und ich freute mich schon sehr auf die kommenden Gitarren-Harmonien.

Die Band ging auf die Bühne, formierte sich beim Schlagzeug und legten los. Die Crowd war trotz der Hitze gut motiviert und ließ sich schnell von den hymnischen Tracks der Küenringer mitreißen. Um es in den Worten eines Freundes zu fassen, welcher die Band das erste Mal sah: „Heast! Die klingan jo so geil wie IRON MAIDEN!“.
Diesen Worten ist nichts hinzuzufügen.

LIQUID STEEL:

Nach den wirklich feinen Melodien von KÜENRING war die 2009 in Innsbruck gegründete Truppe LIQUID STEEL an der Reihe. Ich hatte die Band das erste Mal am KALTENBACH OPEN AIR gesehen und war damals sehr überrascht wie fett der klassische Heavy Metal der Band herüberkommt.

Dieses Mal gab es diesen Überraschungseffekt nicht mehr und daher war ich sehr gespannt, wie die Truppe abliefern würde. Schlussendlich war ich wieder einmal sehr begeistert. Die Vocal-Range des Sängers gibt ihm die Möglichkeit abwechslungsreich zu phrasieren und die Instrumentalsektion ist abartig „tight“ eingespielt.  

Falls sich jemand LIQUID STEEL baldigst gönnen möchte wäre am 03.09.22 in der LIVESTAGE in Innsbruck ein perfekter Termin dafür! Die Crowd wurde also weiterhin von wirklich feiner Musik im Bann gehalten und ich wusste, dass es in jenem gen Abend nur noch härter zugehen würde.

EWIG FROST:

Meister Niitro von EWIG FROST hatte den ganzen Tag über schon einiges an Arbeit geliefert, doch nun stand die Wichtigste an, nämlich die Bühne höchstpersönlich mit seinen Kollegen zu zerlegen.

EWIG FROST ist und bleibt eine fetzige Mischung zwischen bluesigen Rock-Riffs und Black`n`Roll, welche durch die kantigen Vocals nur so durchs Gebein fährt. Ich habe mich an dem Abend des öfteren Zusammenreißen müssen um nicht in den Moshpit zu springen, doch am schwierigsten war es bei EWIG FROST und FRANZ FUEXE.

Wie auch immer! Die Band lieferte vom feinsten ab und das Publikum war bei bester Stimmung. Die doch schon beachtliche Menschentraube vor der Bühne begann sich immer mehr zu verdichten, bis es mit der nächsten Band weiterging.

EXORCIZPHOBIA:

Nun stand die einzige Band des Abends an, welche ich noch nicht kannte. EXORCIZPHOBIA aus Tschechien! Die Band wurde 2005 gegründet und nennt sich seit 2006 „EXORCIZPHOBIA“. Ich hatte schon von ein paar Kollegen vernommen, dass die Band gediegenen Thrash-Metal liefern würde, doch es kam wesentlich besser.

Neben den wirklich thrashigen Riffs haben sich die Herren definitiv bei Hardcore-Bands bedient. Neben den klassischen Kandidaten wie TERROR, SICK OF IT ALL und H2O, kam definitiv auch ein gewaltiger SUICIDAL TENDENSIES- Fler auf.

Die „Nachbarn“ brachten wirklich feine Passagen, bei welchem man sich das Genick besonders schön verrenken kann und lieferten obendrein sozialkritische Texte, welche sich gewaschen hatten. Eine wirklich feine Show, welche ich mir definitiv bald wieder gönnen muss!

ROADWOLF:

Mit ROADWOLF stand die letzte Heavy-Metal-Band des Abends am Plan, bevor es mit Austropunk weiterging. Die 2011 in Wiener Neustadt gegründete Band ist für ihren soliden Sound bekannt und jenen brachte sie gekonnt zu Gehör.

Die Band ist darin geübt ihr Publikum mit diversen Tricks zum Mitsingen und Grölen zu bewegen, doch die Crowd war von Beginn an absolut geladen. Als der Wolf dann auch noch auf der Bühne losgelassen wurde, bzw. der Mensch im Wolfskostüm vom Sänger von der Kette gelassen wurde, ging es im Publikum so richtig ab. ROADWOLF heizten jedenfalls für die Endrunde gewaltig ein!

FRANZ FUEXE:

Ach ja! Bei so einer hitzigen Crowd hat man sich nichts mehr wünschen können als unsere FRANZ FUEXE, welche nochmal Öl ins Feuer gießen um die „Scheiße“ so richtig explodieren zu lassen.
Die mittlerweile 10 Jahre zusammen abrockenden Wahnsinnigen lieferten von Minute 1 an ein absolut heftiges Konzert ab. Es dauerte keine 2 Minuten bis der Sänger in die Crowd sprang und erst nach einer Weile wieder zurück kam.

Es ging derartig ab, dass man glauben hätte können bei einem echten Punk-Konzert in den 80ern zu stehen. Die Leute sprangen auf und von der Bühne herab. Die Band schoss eine Nummer nach der Anderen aus ihren Instrumenten und die Lyrics wurden lauthals mitgeschrien. Der Gig war energiegeladen, extrem und einfach nur herrlich! Danke FUEXE für diesen unglaublich fetten Gig! p.s. „Hoids de Goschn ;)“

3 TOG NIMMA GACKN GWESN:

„Am End is ollas gschissn!“ könnte man auf gut waldviertlerisch verkünden. Was ist schon ein Metal-Festival ohne Abschluss mit einer heftigen Grind-Core-Band. Speziell in Europa hat sich der Grind-Core in eine interessante fäkale Richtung entwickelt und 3 TOG NIMMA GACKN GWESN sind ein absolut geniales Beispiel hierfür.

Ich durfte die Band bei ihrem ersten großen Gig ablichten und ich bin unglaublich froh es erneut getan zu haben. Neben den wunderbaren Gedichten des Professor Kot alias Wolfgang Amadeus Kotzart,  gab es ein FRANZ FUEXE Cover und noch viele wunderbare Titel wie „Steppenbrand am Rosettenrand“!

Die Crowd war weiterhin außer Rand und Band und feierte inklusive Klobesen bis die letzten Töne verklangen.Nachdem es sich „ausgeschissen“ hatte, ging der feine Abend friedlich zu Ende. Viele blieben noch bei der Bar oder am Campingplatz und feierten dort noch etwas weiter.

In relativ kurzer Zeit ein derartiges Festival aus dem Boden zu stampfen ist schon eine gewaltige Leistung und zeigt wie gut die Veranstalter hier zusammengearbeitet haben. Man kann nur hoffen, dass sich diese Truppe bald wieder zusammenfindet um eine weitere Auflage dieses Festes für uns auf die Füße zu stellen.

 


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