13.02.20, Wiener Stadthalle (Halle D), Wien

TENACIOUS D + WYNCHESTER - Post Apocalypto Tour

Text: Gregor Eder | Fotos: Werner Nowak
Veröffentlicht am 19.02.2020

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TENACIOUS D haben am 13.02.20 in der Wiener Stadthalle (Saal D) einen Tourstop mit ihrem Programm "POST APOCALYPTO" eingelegt und klarerweise war dies für eingefleischte D-Fans ein Pflichttermin!  

Der Opener des Abends wurde wirklich nur minimal mit angekündigt, stellte sich dann aber als ein recht brauchbares Gitarristenduo aus Los Angeles heraus. 

WYNCHESTER :

Die Halle war schon mäßig gefüllt, als die Herren begannen ihre Klampfen zu betätigen und eine Mischung aus Rock, Country und Blues von sich zu geben. Mike Bray und John Konesky wirkten miteinander wie TENACIOUS D in ihrem Film THE PICK OF DESTINY. Zwei halbwegs junge Kerle die mit ihren Akustik-Gitarren die Welt zerreißen wollen. 

Dies ist jedoch nicht verwunderlich, denn den meisten TENACIOUS D Fans sollte der Name Konesky schon etwas sagen. Jener durfte an diesem Abend Doppelschicht liefern, da er ja auch Gitarrist, sowie Hintergrundgesang, beim Hauptact lieferte. Somit sei hier mein Respekt Konesky gegenüber ausgesprochen, welcher es geschafft hat mich vorerst mit akustischen Klängen zu entspannen und dann weiters mit fetten E-Gitarren-Riffs zu begeistern. Aber dazu später. 

Auf klassische Singer/Songwriter Art war das Konzert eine Mischung aus lustigen Songtexten, ein paar Hintergrundgeschichten zu den Songs und Konversation mit der Crowd. Eigentlich ein herrlich authentischer Auftritt in einer Lokation, in welcher man so viel Nähe zum Publikum doch eher selten sieht. Bray und Konesky dürften jedenfalls ihren Spaß gehabt haben.

Die Crowd war vorerst minder beeindruckt, doch ließ sich dann doch erwärmen bei einem Cover mitzusingen. Im Andenken an den unvergessenen Helden DIO wurde "Rainbow In The Dark" in einer wirklich feinen akustischen Adaption gebracht, welche sogar mich zum mitsummen brachte. 

Mit der Info, dass das Duo mit der KYLE GAS BAND am 13.03. im Chelsea in Wien zu sehen sind, verabschiedeten sich die zwei und es ging in die Umbauphase. 

Als Vorband war WYNCHESTER für TENACIOUS D sehr gut gewählt, wenn die Wahl auch irgendwie beim Betrachten der Besetzung auf der Hand lag. Es kam eine derartig gemütliche Atmosphäre auf, dass man sogar in der Umbauphase lautstärkentechnisch ruhig miteinander reden konnte, ohne überschallt zu werden. Die Pause war daher sehr entspannt und verging wie im Flug.  Da meine Freundin und ich Rangplätze hatten, konnten wir das sich tummelnde Volk gut beobachten und stellten fest, dass sich die Halle nun schon sehr stark füllte.

TENACIOUS D:

Anscheinend dürften Einige auf die Vorband gepfiffen haben, da die Halle nun wirklich voll war, wenn auch die Sitzplätze nur zur Hälfte besetzt waren (wie meinen? - The one who reads).  

Aus den letzten Konzerten die ich von TENACIOUS D gesehen hatte schließend, machte ich mich auf eine tollwütige Fahrt durch das gesamte Repertoire der Band gefasst, doch es sollte anders kommen. 

Wie man auf den Fotos von Herrn Kollegen Nowak sehen kann, begann das Konzert sehr ungewöhnlich. Die Bühne war nur zur Hälfte ausgefüllt und eine noch bei WYNCHESTER als roter Vorhang beschienene Leinwand, stellte sich als in der Mitte durchsichtiger Rahmen heraus. 
Klingt nun etwas komisch, doch simpel gesagt handelte es sich um eine Leinwand, welche vor dem Bühnenequipment stand, sodass man zwar durch die Leinwand sah, aber sobald eine Projektion startete verschwand die Band.  

An sich eine wirklich coole Idee, doch im ersten Moment hatte ich die Sorge, dass das Konzert zur Gänze so stattfinden würde, was für Fotografen, aber auch Rangplätzler etwas mager auf Grund der Sicht gewesen wäre.

Bevor sich diese Sorge manifestieren konnte, begann die Truppe mit ihrem Konzert. Die Leinwand wurde erleuchtet und das Logo des letzten Studioalbums POST APOCALYPTO wurde eingeblendet. Dies lies die Crowd schon einmal heftig aufröhren und bevor sie verstummte wurde mit der vollen Aufführung des Albums begonnen. 

Dazu sollte man wissen, dass es sich bei dem Werk um eine Mischung aus Kompositionen und Video-Serien ist. Das Album wurde sozusagen mit einer visuellen Story, welche auf Youtube episodisch veröffentlicht wurden, aufgepeppt.

Hier kommt ihr zu den Videos: 

Zwischen den Episoden wurde hinter der Leinwand sozusagen instrumental weitergeleitet, wenn auch kurzzeitiger Gesang dabei war, jedenfalls stoppte die Projektion und die Band war sichtbar. Für mich wirkte die Aufführung schon fast wie eine Rock-Oper und ich genoss dieses Konzert der anderen Art in vollen Zügen, bis ein paar "lustige" Individuen erkannten, dass sie groß genug waren um mit den Händen vor den Projektoren herumzufuchteln. Anscheinend dürften sich dann danebenstehende Personen darum gekümmert haben, da die Fuchtelei von einem anderen Paar Hände jäh beendet wurden und jeder wieder zufrieden die Darbietung verfolgen konnte. 

Am Ende des Werks kam die vorhin erwähnte Sorge wieder auf, doch plötzlich fiel die Leinwand und KG und JB bekamen ihre Monitore und Mikro dorthin platziert, wo WYNCHESTER sie noch davor hingestellt hatten. Die blitzschnellen Roadies sollten später noch gelobt werden. 

Jack Black erklärte die letzten 60 Minuten als Hälfte 1 und meinte, dass es nun sozusagen ans Best-Off ginge, bevor eingezählt und "Rise Of The Phoenix" dargeboten wurde. Um direkt beim passenden Album zu bleiben wurde "Low Hanging Fruit" direkt draufgelegt. 

Mit dem Kommentar: "Wir spielen dieses Lied sehr selten, weil es zu schwer ist" wurde "Masterexploder" angestimmt und die Crowd war wortwörtlich am ausrasten. Alle waren am Mitsingen bis auf einmal die "Platte" hängen blieb. 

Anscheinend hatte die Band diese kleine "Verarschung" geplant und KG lief aus "Charme" von der Bühne. JB blieb noch auf der Bühne, rief KG nach, dass er doch wiederkommen solle, bis er selbst nach Hinten lief, wo man ihn nur noch wimmern hörte. 

Kurz darauf kam er wieder alleine zurück und mir wurde klar, dass es sich um eine unglaublich gekonnte Einleitung zum Song "Dude I Totally Miss You" handelte. Natürlich kam KG wieder zurück und da man ja schon so schön emotional war, legte man mit "Roadie" noch eine weitere Ballade drauf. Die Crowd sang jeden einzelnen Song in einer Lautstärke mit, welche ich selten so gehört habe. 

Der Gesang sollte auch nicht abreißen, denn "Kickapoo" brachte dann absolut alle zum Singen und bei "Belzeboss" wurde sogar ein Moshpit angerissen. Jener war aber gar so hart, dass ein Bierbecher, mit nicht geringer Füllung, gen Bühne flog und KG wirklich ungut traf. 
Er ließ sich nicht weiters aus dem Konzept bringen, doch gab es  kurz später in einer kleinen Pause ein kurzes Gespräch zwischen JB und KG on Stage, welches nicht geplant aussah und für mich so wirkte, als würde KG überlegen die Zugabe zu streichen. Aber das ist Alles nur Vermutung. 

Mit der Frage welches Genre das stärkste der Welt sei startete die Band in "The Metal", wenn auch die beliebte Verkörperung dessen fehlte. 

"Wonderboy" und "Tribute" folgten weiters zum Ausklang und anschließend wurde jedes einzelne Mitglied der Band mit dementsprechenden Soli vorgestellt.  John Spiker lieferte ein wirklich nette Bass-Solo, Scott Seiver dögelte einem die Drums um die Ohren, John Konesky war wie erwartend auch sehr fein und JB lieferte "Classico". Sogar der Lichttechniker bekam sein eigenes Licht-Solo und die Roadies wurden gelobt und einzeln vorgestellt.

Natürlich gab es noch eine Zugabe, wenn ich persönlich auch daran gezweifelt hatte. Mit dem Satz: "Danke Wien! Außer dem Typen der das Bier geworfen hat!" stimmte die Band ihren Hit "Fuck Her Gently" an und schalteten dazu noch die Bubble-Machine ein, welche noch eine Runde Luftbläschen über die Crowd pustete. 

Mit einem großen Grinsen verließ ich an diesem Abend die Wiener Stadthalle und abschließend lässt sich sagen, dass TENACIOUS D immer wieder eine geile Show liefern, welche alle Anwesenden mitreißt und singen lässt. 

P.S.: Ein Dankschön für die feinen Fotos gehen an Kollegen Werner Nowak! 


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