14.12.2019, Zuckerfabrik Enns, Enns

JETZT&WIR + ETHIKO + ROADHOUSE 44 + DECONTRAER + AAVAA

Text: Florian Rosenberger | Fotos: Bine Weinberger, Peter Paul Kirschner, Kurt Ganglbauer
Veröffentlicht am 21.12.2019

Das SPH-Halbfinale in Enns war ein rundum gelungener Konzertabend im einzigartigen Ambiente des Kulturzentrums d’Zuckerfabrik Enns. Das Team der Location schafft es immer wieder in der coolen Industriehalle eine Wohnzimmeratmosphäre zu erzeugen, in der sich Bands und Gäste sichtlich wohl fühlten. Die professionelle Ton- und Lichttechnik erlaubte einen reibungslosen Ablauf der Shows der fünf angetretenen Bands, welche um den Weiterzug ins Finale in Wien buhlten. Doch von einem Wettbewerb war beim Halbfinale nichts zu spüren, da das Interesse der Bands untereinander doch sehr durch Wertschätzung geprägt war. Somit stand einem positiven Start in den Konzertabend nichts im Wege.

Gut gelaunt standen sogleich die Tiroler Truppe JETZT & WIR rund um Frontsängerin Susi Kra auf der Bühne und brachten mit ordentlichem Elan das bereits erschienene Publikum gewaltig in Stimmung. Das war ob der beindruckenden Bühnenpräsenz sämtlicher Bandmitglieder, die wohl bereits genug Band- und Bühnenerfahrung mitbrachten, kein Wunder. Hinter JETZT & WIR steht ein gut durchdachter Plan, der, angefangen von den Bühnenoutfits, bis zu den eingängigen Songs mit deutschen Texten ein großes Publikum anspricht. Lyrisch und von den melodischen Gesangslinien sind JETZT & WIR zwar mehr dem deutschen Pop zuzuordnen, die Gitarrenfraktion rockte aber mehr als amtlich und duellierte sich bei den Soli souverän.

JETZT & WIR

Durch die Deutsch-Rock Show des Openers war das Publikum auf die zweite Band des Abends gut eingestimmt worden. ETHIKO nutzen die ihnen gegebene Chance und nach einem kurzen stimmungsvollen Intro, gab die sympathische Frontfrau Jenny den Startschuss mit den Worten: „Seid’s bereit?“. Die junge Dame hat sichtlich mit dem Feedback aus den Vorrunden gearbeitet und strahlte ein größeres Selbstvertrauen aus, was sich auch auf die stimmliche Performance positiv auswirkte. Unterstützt durch ihren Songwritingpartner Robert an der Gitarre und durch Bassist Daniel und Schlagzeuger Simon brachten ETHIKO ihre Messages an das Publikum.

ETHIKO

Danach kamen ROADHOUSE 44, die, wie schon auch in den Runden zuvor, nicht nur mit einer überragenden Bühnenpräsenz und Show, sondern auch mit professionellen musikalischen Leistungen an jedem Instrument beeindruckten. Vor allem wirkt aber die Band-Einheit, die durch die gleiche Uniformierung in blauen Mechanikeroveralls unterstrichen wurde. Auch der Spaß, den jedes einzelne Mitglied auf der Bühne hatte, übertrug sich aufs euphorische Publikum, das die Band über alle Maße abfeierte. Bei den amerikanisch deutschen Ansagen von Frontmann Att Arriba sprang sogleich der Funke rüber. Die Scheiß-Drauf Attitüde strahlt Rockstarqualitäten aus und die Darbietung der Songs mit solcher Leidenschaft und Professionalität überzeugte auf voller Linie. Als Vorband einer internationalen Größe wie ZZ TOP oder DEEP PURPLE auf der Burg Clam absolut würdig!

ROADHOUSE 44

Die Salzburger DECONTRAER hatten es danach nicht leicht, die Stimmung der Vorgängerband aufrecht zu erhalten. Die wilde musikalische Mischung, vor allem auch die teilweise unerwarteten Screams des Sängers Manuel, verschreckte vielleicht zu Beginn so manchen Blues-Rock Hörer. DECONTRAER wollen nicht um jeden Preis gefallen, DECONTRAER fahren ihre eigene musikalische Schiene und wechselten von einer musikalischen Stilistik zur nächsten. Da wird gesanglich zwischen englisch und deutsch jongliert, die Frontmannqualitäten sind Manuel keinesfalls abzusprechen. Doch auch seine Bandmitglieder sind trotz ihrer Jugend bereits Meister ihres Instruments. Vor allem Gitarrist Gig Bonsay zelebrierte mit einer selten zu sehenden Spieltechnik ohne Plektrum eine Show für sich, die seine Vorbilder wie Zack Wylde applaudieren lassen würde.

DECONTRAER

Den gelungenen Konzertabend beschlossen die weit gereisten AAVAA aus Garmisch-Partenkirchen. Als die Bandmitglieder staubedingt ein wenig verspätet vollständig eingetroffen waren, merkte man den Musikern die Strapazen nicht an. Da wurden Backstage noch die weinroten Hemden für eine einheitliche Bühnenuniformierung gebügelt, um auf der Bühne als Kollektiv leidenschaftlicher Musiker rüberzukommen. Und das gelang den Musikern durch viel Bewegung und guter Laune. Der sympathische Sänger Hani Who wechselte gekonnt zwischen englischen und deutschen Texten und holte so die leider nicht mehr so zahlreich anwesenden Zuschauer durchaus ab. Durch die letzte beherzte Show des Abends wurden den Zusehen im Verlaufe des Halbfinales in der Zuckerfabrik Enns wohl einiges geboten, die wohl zufrieden den Heimweg antreten konnten.

AAVAA


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