02.11.2019, Rockclub Nordbayern, Selb

Amen's Guitar Clinic

Text: Anthalerero | Fotos: Anthalerero
Veröffentlicht am 04.11.2019

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Manchmal muss man sich wieder ein Bisschen aus der Komfortzone begeben. Ein Ausflug nach Deutschland stand an, um dem Anfang des Jahres eröffneten Rockclub Nordbayern einen Besuch abzustatten. Grund des Besuches war der Auftritt des LORDI-Gitarristen Amen, der an selbiger Stelle in gemütlich-familiärer Atmosphäre mit seiner „Guitar Clinic“-Solotour halt machte. Wer die Vergangenheit des kleinen Schreiberleins mit einer gewissen maskierten Band kennt, dem sollte klar sein, dass dieser Besuch einfach unumgänglich war.



 

Ein mumifizierter Gitarrist würgt zur Maxi-Playback-Show seine Gitarre – so in etwa konnte man das entspannte Konzert von Amen am besten beschreiben. Als „normaler“ Besucher bekam man damit wahrscheinlich nur wenig geboten, zumal die Setlist ob Krankheit des Protagonisten etwas eingekürzt werden musste, doch für LORDI-Fans gab es umso mehr Gründe zum fröhlichen Abnerden. Denn sie kamen nicht nur in den Genuss der ersten Solo-Single „Stone And Stars“ und rarer und nur selten gespielter LORDI-Songs wie „Not The Nicest Guy“ (vom Debüt „Get Heavy!"), „Nonstop Nite“ (von „Babez For Breakfast“) oder dem schleppenden „Something Wicked This Way Comes“ (von „To Beast Or Not To Beast“), sondern bekamen ihr Idol auch wortwörtlich zum Anfassen. Und das sogar im allerneuesten Outfit, des erst im Januar nächsten Jahres erscheinenden 10. Stdioalbums "Killection". Nebst eingestreuter Plauderei mit den Fans und der Möglichkeit der Mumie on stage Fragen zu stellen (was das augenscheinlich von der direkten Konfrontation etwas überforderte Publikum leider nur spärlich in Anspruch nahm), erfüllte Amen im Anschluss des Konzertes auch geduldig wirklich jeden Fotowunsch und signierte konsequent alles, was ihm unter die abgefaulte Nase gehalten wurde.

Wohl zur Überraschung vieler, fanden sich die LORDI-Fans gar zahlreich in dem kleinen, versteckt liegenden Club ein, sodass die Kapazität des Rockclubs erstmals in seiner Geschichte (!) fast gänzlich ausgereizt wurde. Die gute Stimmung unter den Fans, die die Klassiker natürlich gebührend abfeierten und aus vollem Halse mitgrölten, konnte aber nicht darüber hinweg täuschen, dass die posing-erfahrene Mumie auf Solopfaden nur mäßige Entertainer-Qualitäten bewies um den Abend durchgehend unterhaltsam zu füllen. So herrschte zwar während der vom Band eingespielten Songs, zu denen die Mumie live shreddete, ordentlich Partystimmung, doch während der Ansagen und den darin enthaltenen Versuchen, einen Draht zum Publikum aufzubauen, blieben die Anwesenden eher reserviert.



mumifizierter Gitarrist im Kreise seiner Fans

Es bleibt natürlich die Frage, ob es die Maxi-Playback-Show wirklich braucht, da einfach zu wenig Substanz für ein wirklich mitreißendes Live-Erlebnis gegeben war – doch gerade für die Die-Hard-Fans von LORDI war es eine willkommene Gelegenheit, dem mumifizierten Gitarristen näher zu kommen als sonst. Und in diesem kleinen Rahmen funktionierte das Konzept mit seiner Ausrichtung auf die Fans (welche übrigens aus fünf verschiedenen Nationen in den kleinen Ort nahe der tschechischen Grenze pilgerten) auch wirklich gut. Kann man schon so lassen – weitermachen!
 

Weitere Fotos der Guitar Clinic findet ihr bei Images Of Pain And Pleasure.


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