06.10.2019, Rockhouse-Bar, Salzburg

LO-PAN + STEAK + ELEPHANT TREE

Text: Anthalerero | Fotos: Anthalerero
Veröffentlicht am 09.10.2019

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Unter dem Motto „3 Tage, 3 Locations, 3 Konzerte“ lieferte ein kleines Stormbringer-Schreiberlein wieder einmal einen flotten Konzert-Dreier am Wochenende. Am Sonntag ging es in der wohlbekannten Salzburger Rockhouse-Bar mit stonenden Klängen von LO-PAN und Kosorten in den Endspurt.


Mit ELEPHANT TREE aus England rüttelte es gleich einmal ordentlich an den Wänden, denn geboten wurde psychedelisch wabernder Stoner mit amtlichem Schub, der stellenweise auch ein wenig an der Grenze zum Doom tanzte. Vor allem die Vocal-Front, die mit starkem zweistimmigem Gesang glänzte, blieb im Gedächtnis, zumal sich die extrem gut aufgelegen Herren auch sehr publikumsnah gaben und schnell einen Draht zu den Salzburger Zuschauern aufbauen konnten. Die teils recht sphärischen Klänge boten unterm Strich aber über die komplette Länge nur wenig Abwechslunsreichtum, sodass sich der Gig im hinteren Drittel ein wenig zu ziehen begann. Dennoch konnten sich ELEPHANT TREE starken Applaus abholen.


Jetzt schnell ein STEAK! Die militanten Veganer schreien auf, doch keine Sorge, das was uns da roh und zappelnd auf den Tisch geworfen wurde, stammte nicht vom Tier, sondern von vier motivierten UK-Musikern, die in Salzburg so richtig Gas gaben. Waren die Zuschauer zu den Landsmännern zuvor schon recht angetan, so gaben sie sich zu(m) STEAK dann richtig die Kante. Trotz der genretypischen repetitiven Riffs wurde der rockige, von stimmig-emotionaler Performance getragene Stoner-Sound ganz und gar nicht langweilig. Einen guten Anteil daran hatte sowohl die starke Wüstenstimme des Sängers, als auch die Hingabe, mit der die Musik auf der Bühne zelebriert wurde – auch wenn sich Gitarrist und Sänger im Verlaufe des Auftritts vor Begeisterung  mehrmals fast gegenseitig über den Haufen rannten. Das Publikum dankte es, indem es ebenfalls hingebungsvoll durch die Bar zuckte, die Matten schwang und STEAK lauten Applaus spendete. Das war mal wieder richtig, RICHTIG geiler Stoner Rock, so mitreißend wie er sein soll!


LO-PAN erregen schon im Vorfeld mit Hawaiihemden am Merch (alles Einzelstücke!) Aufsehen, konnten aber nach dem energiegeladenen Auftritt von STEAK nicht mehr aufschließen. Nur zögerlich begaben sich die zum Luft schnappen nach draußen gewanderten Besucher zurück in die Bar – wo dann im Endeffekt weniger Leute als zuvor vor der Bühne standen. Der enorm basslastige Sound der Amis (streckenweise schon ein wenig zu viel) machte es schwer, der gesanglichen Performance zu folgen, obwohl hier an und für sich wirklich starke Stoner-Kost auf der minimalistisch-aufgeräumten Bühne geboten wurde. Doch eben größtenteils im genretypischen Fahrwasser und trotz dominanter Bässe mit weniger Nachdruck, als das noch bei den Briten zuvor spürbar war. Schade eigentlich, denn LO-PAN wären eigentlich eine der besseren Stoner-Formationen, wurden aber von STEAK ziemlich nachhaltig in die Schranken gewiesen. Trotz fleißig applaudierender Zuschauer, wollte sich die große Begeisterung einfach nicht mehr einstellen.
 

Weitere finstere Fotos findet ihr bei Images Of Pain And Pleasure.


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