08.06.2019, Rockhouse-Bar, Salzburg

Seeds Of Doom - The Festival II - Tag 2

Text: Anthalerero | Fotos: Anthalerero
Veröffentlicht am 13.06.2019

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Tag Zwei des Schaulaufens der heimischen Doom-Päpste in der Salzburger Rockhouse-Bar! Anhaltend schwierige Verkehrsverhältnisse und so gar nicht zu den Grabesklängen passendes, sonniges Wetter sorgten dafür, dass auch der zweite Festivaltag des Seeds Of Doom leider keinen Besucherrekord mehr einfahren konnte.
 

Dabei begann der Abend mit IN AEVUM AGERE aus Italien, die schwer und einnehmend losdoomten, recht klassisch. Dass der Sänger seine kompletten Texte auf Zetteln an den Monitorboxen verteilt hatte, sorgte beim Berichterstatter für Schmunzeln, beeinflusste jedoch die motivierte Performance des Trios zu keiner Zeit. Trotz starkem Stageactung blieben IN AEVUM AGERE unterm Strich durch mit Fortdauer des Gigs durchschimmernder Eintönigkeit, eher blass. Auch ein eher durchschnittliches CANDLEMASS-Cover, das an den Spirit des Originals nicht heranreichen konnte, riss die Sache dann nicht mehr wirklich heraus. So fiel der Applaus des Publikums dann doch eher höflich, denn wirklich begeistert aus.



CRIMSON DAWN

Zwar erneut aus Italien, aber deutlich exotischer, präsentierten sich CRIMSON DAWN, die als einzige Band des Festivals auf Keyboard-Unterstützung setzten und damit, nicht nur durch ihre verspielten, stimmungsvollen Outfits, nachhaltig aus der Riege der Bands herausstachen. Phasenweise durch raumgreifende Stimmungsbögen mehr in getragenen Epic Metal abgleitend und für Doom fast schon ein wenig fröhlich, konnten CRIMSON DAWN die Zuschauer problemlos bei der Stange halten und nachhaltiges Interesse im Auditorium schüren. Natürlich zog alleine die Aufmachung bereits einige Blicke auf sich, doch die Italiener bewiesen mit ihrem äußerst atmosphärischen Gig, dass sie auch musikalisch einiges auf dem Kasten haben. Nicht nur für das kleine Schreiberlein hielten CRIMSON DAWN willkommene Abwechslung bereit, die sich in viel Beifall seitens der Zuschauer manifestierte.

Die (wieder) italienische Kult-Doom-Formation EPITAPH lieferte im Anschluss (wenn der Berichterstatter hier richtig informiert wurde) seinen ersten Auftritt mit neuem Sänger ab. Salzburg und sein kleines, aber feines Publikum aus Doom-Gourmets erwies sich dabei als „g'mahde Wiesn“ für die Italiener und schüttelte zu den schwer und kantig dahingroovenden Klängen ausgiebigst die Matten. Unterm Strich waren EPITAPH vielleicht nicht über die Maßen originell, doch ein gewisser Kult-Faktor und die amtlich abgemischten Klänge, die sich donnernd aus den Boxen walzten, wogen kleinere Durchhänger sehr gut auf. Was dann aber ein augenscheinlich etwas verwirrter Besucher, der noch während des Auftritts die Bühne erklomm, genau wollte, konnte nicht wirklich eruiert werden, zumal der Herr recht schnell wieder von Seiten des Veranstalters von der Bühne komplimentiert wurde...



WHEEL

Das Potenzial für Abwechslung war auch bei den deutschen WHEEL nicht sehr hoch, zumal der ziemlich scharf und metallisch angezerrte Bass hier ein wenig zu viel Stoff gab, was eine kräftige Schneise in die Flimmerhärchen der Zuschauer schlug. Nichtsdestotrotz ließen es sich die Salzburger aber nicht nehmen, das Haupthaar zu den schweren, groovenden Klängen auszulüften, zumal WHEEL gerade durch die hingebungsvolle, gar leidende Performance ihres Sängers mit einnehmender Theatralik punkten konnten. Da störte auch der bisweilen fast ein wenig leiernde Gesang nicht mehr, da er die düstere Atmosphäre von WHEEL als Stilmitttel zu tragen wusste und damit bei den Besuchern auf fruchtbaren Boden stieß. Trotz amtlichen Applauses für die Deutschen, schienen dann doch gar nicht wenige Leute auf den griechischen Headliner des Abends zu warten...

… der mit ordentlich Pfeffer im Sound (gut, ein kleines Bißchen weniger Lautstärke hätte vielleicht doch nicht geschadet....) die Wände zum Wackeln brachte. DOOMOCRACY hatten die Zuschauer mit ihren schweren, amtlich groovenden Walzen mit epischer Schlagseite vom Fleck weg im Griff und konnten sich über die volle Unterstützung es Publikums, das noch einmal teils kräftig die Nackenwirbel strapazierte, freuen.Vor allem die starke Stimme des Sängers der Griechen, die sich trotz der hohen Grundlautstärke majestätisch heraushob, konnte auf voller Länge überzeugen. Dass das kleine Schreiberlein dann bei den letzten beiden Songs die Segel strich und den sichtlich angetanen Besucher die letzten Takte des intensiven Festivals überließ, das DOOMOCRACY würdig beschlossen, lag weniger an den schweren Klängen, als an einer arbeitsreichen Woche, nach der die zweitägige Doom-Breitseite die bleierne Müdigkeit in den Knochen sozusagen versinnbildlichte.



DOOMOCRACY
 

Trotz letztendlich überschaubaren Zuschauerzuspruchs, was vielleicht auch am durchaus auf richtige Doom-Nerds ausgelegten Lineup lag, präsentierte sich das Seeds Of Doom als äußerst gelungene Veranstaltung, der man zu keiner Zeit ein schlechtes Zeugnis ausstellen konnte. Die familiäre, entspannte Atmosphäre ließ sich sowohl Besucher als auch Bands sofort wohlfühlen und erweckte den unbedingten Wunsch, so es denn eine weitere Ausgabe geben wird, wiederzukommen. Stormbringer sagt einmal mehr danke für die Einladung!
 

Weitere Fotos des zweiten Festivaltages gibt es ebenfalls bei Images Of Pain And Pleasure.
Und zur Nachschau von Tag Eins, bitte hier entlang...


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