10.04.2019, Zeche Bochum, Bochum

BATTLE BEAST | No More Hollywood Endings Tour 2019

Veröffentlicht am 25.04.2019

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BATTLE BEAST | No More Hollywood Endings Tour 2019 Zeche Bochum 10.04.2019
Support: ARION


BATTLE BEAST, das finnische Aushängeschild in Sachen Melodic-Power-Metal, sind zur Zeit ihm Rahmen ihrer Europa-Tour auch unterwegs in deutschen Landen. Während BEAST IN BLACK, die „Konkurrenz“ um den ehemaligen Gitarristen und Songwriter Anton Kabanen, erst Ende Februar dieselbe Location bespielt hatte, bekommen Noora und ihre Gefolgsleute knapp sechs Wochen später an gleicher Stelle die Gelegenheit, in der Zeche Bochum sowohl ihr brandneues Album „No More Hollywood Endings“ vorzustellen, als auch sich dem Urteil des Publikums zu stellen, wer denn nun „Chef im Ring“ der BEASTer ist.

Doch bevor diese Frage geklärt werden kann, gibt es zunächst mit den finnischen Landsleuten von ARION das Warm-Up, das den Abend einläutet. Die 2011 gegründete Kapelle um Gitarrero Iivo Kaipainen und Shouter Lassi Vääränen erlangte 2013 durch ihre Teilnahme am finnischen Vorentscheid des Eurovision Song Contest nationale Berühmtheit. Der damalige Titel „Lost“ fehlt zwar an diesem Abend auf der Setlist, aber dafür gibt es das Duett „At The Break Of Dawn“ mit Elize Ryd von AMARATHE, deren Vocals allerdings vom Band kommen. Das wirkt „Live“ zugegebenermaßen etwas gewöhnungsbedürftig und sollte meiner Meinung nach entweder von einem Ersatz für Elize gesungen werden oder aber komplett entfallen, da es dem ansonsten sehr starken Eindruck, den die Band auf der Bühne hinterlässt, enorm abträglich ist. Besonders hervorzuheben ist die Monster-Ballade „You´re My Melody“, in der Iivo Kaipainen an der Stromgitarre alle Register zieht und ein Solo hinlegt, das Ton für Ton ins Mark trifft. Großartig. Nach dem bereits erwähnten „At The Break Of Dawn“ gehen die Jungs unter großem Applaus von der Bühne und machen den Weg für BATTLE BEAST frei, die Backstage bereits auf ihren Einsatz warten.

Line-Up ARION:

  • Gesang: Lassi Vääränen
  • Gitarre: Iivo Kaipainen
  • Keyboards: Arttu Vauhkonen
  • Bass: Gege Velinov
  • Schlagzeug: Topias Kupiainen

 

Zunächst aber geht es an den Umbau der Bühne. Die Transparente mit dem ARION-Schriftzug sind recht zügig beseitigt und dahinter wird sukzessive das BATTLE BEAST-Logo sichtbar. Die weiteren Umbauarbeiten gestalten sich indessen etwas schwieriger, da die Roadies das Equipment der Band unter der Bühne verstauen müssen, was nur teilweise gelingt, denn das Drumkit von Topias Kupiainen wird zwar in den Bühnengraben gestellt, verbleibt aber dort als Triplebarre (Anm. d. Lekt.: Der Herr Kollege hat das Hindernis hoffentlich auch so elegant wie ein Ross gemeistert und keine Minuspunkte für einen Abwurf ausgefasst?) für die Fotografen.


Nach einem Intro, das Drummer Pyry Vikki allein gehört, kommen Noora und ihre Jungs auf die Bühne der Zeche. Routiniert wird das verpatzte Intro zu „Unbroken“ kurzerhand noch einmal neu gestartet und ab diesem Zeitpunkt gibt es kein Halten mehr für die BEASTer, die ab der ersten Minute Vollgas geben, als ob der Leibhaftige selbst hinter ihnen her wäre.

Noora, die, wie sie mir im Interview verriet, auf der Bühne immer unter Strom steht, saust von einer Ecke zur anderen und hat sichtlich Spaß an ihrem Job.
Produzent und Keyboarder Janne Björkroth hat sich passend zu den vielfältigen Einflüssen der 80er Jahre, die BATTLE BEAST in ihre Songs einfließen lassen, eine Keytar umgeschnallt und steht, anders als viele seiner Tasten bearbeitenden Kollegen, die bisweilen ein eher karges Dasein im Kernschatten der Verfolger fristen, im Scheinwerferlicht.
BATTLE BEAST haben sich ihrerseits auch nicht lumpen lassen und eigenes Bühnenlicht mit nach Bochum gebracht. Zusätzlich stehen auf der Bühne farbig illuminierte Nebelfontänen, die der Show zusätzliche Effekte verleihen. Noora Louhimo glänzt mit eindrucksvollem Gesang, der druckvoll und voller stimmlicher Facetten ist. Die Frontlady scheut sich auch nicht, die teilweise schwindelerregenden Tonhöhen, bei der viele ihrer Kolleginnen schlicht passen müssten, auch „Live“ auf die Bühne der Zeche zu bringen.


Bassmann Eero Sipilä, nach Aussage Nooras der lustigste Vogel der Truppe, übernimmt des Öfteren das Ansagen der Titel und hat sichtlich Freude daran, seine Deutschkenntnisse am Bochumer Publikum zu erproben. Nach „Black Ninja“ vom 2013er Album „BATTLE BEAST“, gibt es mit „Endless Summer“ den wohl poppigsten Song der Setlist, der trotz der Kontroversen, die er ausgelöst hat, in der Zeche enorm gut ankommt.
Nach einem fulminanten Keyboard / Gitarrenduell ziehen die BEASTer das Tempo ein wenig an und rocken mit „Raise Your Fists“ und „The Golden Horde“ durchaus metallisch und härter los. Ein weiteres Highlight ist „The Hero“ vom aktuellen Album, das von E-Drums dominiert wird und ein Intro mit eben jenen E-Drums erhält, die Keyboarder Janne Björkroth bedient, da Pyry Vikki hinter seinem Naturschlagzeug unabkömmlich ist. Auch hier ein kleiner Unterschied zu Kabanen und Co., deren E-Drums von der Konserve kamen.


Noora zeigt sich bestens aufgelegt und feuert einen Titel nach dem anderen in die begeisterte Menge. Mit „Eden“ beschließen BATTLE BEAST das reguläre Set, aber nach frenetischem Jubel gibt es als Zugabe noch den Titel-Track des neuen Albums „No More Hollywood Endings“, „King For A Day“ vom „Bringer Of Pain“-Album und zu guter Letzt „Beyond The Burning Skies“ auf die Ohren. Danach folgt das obligatorische Abschlussfoto mit der feiernden Menge im Hintergrund.


FAZIT: BATTLE BEAST sind „Live“ eine Naturgewalt, die sich nicht bändigen lässt. Allen voran Noora Louhimo, deren gesangliche Fähigkeiten jedem Vergleich standhalten, entfesselt in der Zeche Bochum das sprichwörtliche „BEAST“ und beweist nachhaltig, welch ein Potential in den Finnen steckt, die noch lange nicht den Zenit ihres Schaffens überschritten haben. Das Duell der BEASTer geht meiner Meinung nach hauchdünn an BATTLE BEAST, deren ehemaliger Songwriter und Ideengeber Anton Kabanen mit BEAST IN BLACK ebenfalls eine starke Truppe um sich versammelt hat, in Sachen Performance gegen eine Noora in Top-Form allerdings den Kürzeren zieht.

Line-Up BATTLE BEAST:

  • Gesang: Noora Louhimo
  • Schlagzeug: Pyry Vikki
  • Gitarre, Gesang: Joona Björkroth
  • Gitarre: Juuso Soinio
  • Bass, Gesang: Eero Sipilä
  • Keyboards, Gesang: Janne Björkroth

Alle BATTLE BEAST Shots gibt es hier.


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