12.04.2019, frei.raum St. Pölten, St. Pölten

Home from Home 13: WHY GOATS WHY + EASTWOOD HAZE + COPPERWELL

Text: Gregor Eder | Fotos: Gregor Eder
Veröffentlicht am 23.04.2019

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Mittlerweile ist der Freiraum St.Pölten ja schon so ca. zu meinem zweiten Wohnzimmer geworden, wenn man sich meine vergangenen Berichte ansieht. Am 12.04 hat es mich wieder einmal in diese ehrwürdigen Hallen verschlagen, da ich es endlich einmal zu einem „HomeFromFom“ schaffen konnte. Die Veranstaltungsreihe der Rockcity & Rock`n`Roll Highschool ging mit diesem Mal in die schon 13te Runde, was zeigt was für eine Schande es ist das ich noch nie teilgenommen hatte, und servierte ein doch recht feines Line up.

Im Mittelpunkt der Veranstaltung steht immer der Support von heimischen Bands, sowie das Bieten einer Plattform für Newcomer aus der Region. Und genau mit so einer frischen jungen lokalen Band ging es eine Weile nachdem die Tore geöffnet wurden los.

COPPERWELL:

 

Die wirklich noch taufrische St.Pöltner Band bestehend aus Anja Benedetter (Vocals), Andreas Bandion (Guitars), Michael Reibnagel (Bass) und Stephan Slawik (Drums) machte den Anfang und bestritt damit ihren zweiten Live-Gig. Den Ersten durfte die Band im Rahmen des MELTING POT XII Events im VAZ St.Pölten mit den Bands BRUTECAST, THE INVISIBLE und LEAST WANTED absolvieren.

Natürlich darauf gespannt was das „Frischfleisch“ so liefern würde, platzierte ich mich mal mit meiner Kamera und konzentrierte mich auf die Bühne. Musikalisch gesehen sprach mich die Band direkt mit ihrem feinen Groove an, welcher durchaus an gediegeneren „Old-School-Rock“ erinnerte.

Die Tracks waren dann nicht nur groovig, sondern hatten auch einen Art RED HOT CHILLIPEPPERS artigen Touch, da das Gitarrenspiel von Bandion etwas an Frusciante erinnert. Die Vocals von Front-Frau Anja haben definitiv Wiedererkennungswert und aus dem Bauch heraus würde ich Sie als „Rockröhre“ bezeichnen.

Das Gesamtpaket machte auf jeden Fall Stimmung und auch der Veranstaltungssaal füllte sich langsam. Abgesehen von den Ansagen, welche noch etwas holprig, dafür aber charmant, waren, gab es eigentlich keine Anzeichen dafür, dass die Band erst ihren zweiten Gig spielte. Alles in Allem lieferten COPPERWELL eine wirklich coole Show.

Nach einer kurzen Umbauphase wartete dann lupenreiner Blues-Hardrock auf das Publikum!

EASTWOOD HAZE:

 

„Catchy riffs, critical lyrics and a whole lotta rock and roll bring joy to every rockers heart!“ haben sich Mike (Vocals), Max (Drums), Stone (Bass), Flo (Guitar) und Mojo (Guitar) auf die Fahnen geschrieben. Das Blues-Rock Quintett aus Waidhofen an der Thaya beglückt nun schon seit 2012 Österreich und Umland mit ihrem erdigen, ehrlichen Sound. Die SPH Bandcontest 2015 Gewinner sind die Bühne schon gut gewohnt und das merkte man ab dem ersten Moment.

Nicht nur dass Stone und Flo konstant in der Gegend herum flitzten, wenn sie nicht gerade in Ekstase ihre Finger übers Griffbrett zischen ließen, auch Sänger Mike lieferte eine bewegungsreiche Performance ab. Mojo wirkte vorerst etwas ruhig, bis dann auch er in die feinen Riffs eintauchte und seine Soli aufheulen ließ.

Den Grundgroove nagelte Max mit den Kollegen derartig exakt, dass die Band einmal eine Nummer so beendete, dass man glauben hätte können irgendwer habe gerade die PA abgeschaltet. Die Musiker sind so aufeinander eingespielt, dass sie einen Song so präzise beenden können, dass man eine Sekunde nach dem letzten Ton eine Stecknadel auf den Boden fallen hören könnte.

Natürlich dauerte die Zeit der Stille nicht lange, da die Crowd jene mit schallendem Applaus zerfetzte. Die Herren lieferten einige Eigenkompositionen, welche von Flo wechselweise auf Gitarre und Saxophon vorgetragen wurden, und als ich mir sicher war, dass sich das Ganze nicht mehr toppen ließ, stimmte die Band zu einem unglaublich geilen „House Of The Rising Sun“-Cover an. Beim Cover von solch ehrwürdigen alten Hits bin ich immer sehr pingelig, doch die Verson von EASTWOOD HAZE hat mich Gänsehaut bekommen lassen. Die Vocalperformance von Mike war einfach erste Sahne und das die ganze Show über.

Bei EASTWOOD HAZE merkt man, dass die Herren den Rock`n`Roll noch immer im Blut haben und das auch mit voller Motivation in die Welt hinaustragen. Unter angemessenem Applaus verabschiedete sich die Band von der Bühne und rege Umbautätigkeiten nahmen ihren Lauf.

 

WHY GOATS WHY:

 

Zu guter Letzt stand Stoner-Rock am Speiseplan. Das Amstettner Duo bzw. „The Goats“ Thomas Klein (Vocals/Guitar) und Max Treitler (Drums) formierte sich 2017 und verschrieb sich vollends der Produktion alternativer, rockiger, dreckiger Musik.

Trotz des kurzen Bestehens hat die Band schon letztes Jahr ihr Debut Album veröffentlicht, welches großen Anklang fand, sodass direkt darauf eine Europa Tour angegangen wurde. Neben dem Streifzug durch internationale Gefilde supportete die Band auch Genre-Größen wie DYSE, MOTHER´S CAKE und LAUSCH und nun standen sie auf der Bühne vor mir.

Seitdem ich MANTAR kenne ist mir klar das auch nur zwei Personen gewaltig Druck machen können. Ich führe das meist auf die vereinfachte Kommunikation zurück, da ich mir vorstelle, dass man sich zu zweit doch eher auf etwas einigt als wenn man es unter mehreren diskutieren muss. Bei WHY GOATS WHY merkte man einfach, dass die zwei Herren genau wussten was sie taten und somit saßen Drumschlag und Saitenanschlag immer zusammen. Abgesehen davon zauberte Herr Klein mit seinem netten Pedalboard so Einiges aus seiner Gitarre hervor was den Gesamtsound wesentlich interessanter machte.

Um es in den Worten eines Anwesenden hinter mir zu sagen: „Des san zwoa nur zwa Hansln, owa es heat si wia a Band an!“

Besser könnte man es glaub ich nicht beschreiben. Langsam wurde die Crowd immer lichter und schlussendlich verstummte auch die Band, verabschiedete sich und beendeten einen gelungenen Abend. Als sich wie gewohnt alle zu Walter ins Underground aufmachten um die Aftershow-Party zu zelebrieren, sprang ich in mein Auto und begab mich auf den Heimweg.

Endlich habe ich ein HOMEFROMHOME miterleben können und ich muss zugeben, dass ich meinen Spaß hatte. Wirklich sehr feine Bands haben mich durch den Abend geleitet und mich wirklich fein unterhalten. Das nächste Mal steht jetzt schon auf meiner Liste!

Somit danke an die Veranstalter und alle die Mitgefeiert haben!


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