07.03.2019, Live Music Hall, Köln

GODSMACK

Veröffentlicht am 15.03.2019

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GODSMACK | Live Music Hall Köln 07.03.2019
Support: LIKE A STORM


Vier Monate nach dem tragischen Tod Joe Fays, Sohn des Gitarristen Tony Rombola und der daraufhin verschobenen Europa-Tour steht am heutigen Donnerstag der erste von zwei Terminen in der Kölner Live Music Hall an. Nachdem der Termin im vergangenen Jahr bereits kurz nach Vorverkaufsstart ausverkauft war, entschloss man sich seitens des Managements, in Köln gleich zwei Mal an den Start zu gehen. Die Verantwortlichen lagen mit ihrer Einschätzung bezüglich der Kartennachfrage goldrichtig, denn beide Gigs in der Live Music Hall waren in kürzester Zeit ausverkauft.

 


Neben den vier Herren aus Boston, touren LIKE A STORM mit dem GODSMACK-Tross durch Europa und sorgen für das Warm-Up der Konzertbesucher. Die Neuseeländer, die im vergangenen Jahr ihr grandioses, zweites Album „Catacombs“ veröffentlicht haben, betreten pünktlich die Bühne der Live Music Hall. Hinter ihnen ist flächendeckend ein Foto der Pariser Katakomben installiert, die die sterblichen Überreste von mehr als sechs Millionen Toten beherbergen, die nach der Stilllegung mehrerer Pariser Friedhöfe in eben jene Katakomben umgebettet wurden. Die Eindrücke dieser Exkursion wurden auf „Catacombs“ verarbeitet und inspirierten die Band zu ihrem bisherigen Karrierehighlight.

 


Entsprechend furios starten die Vier aus Auckland in den Abend. Die immer wieder eingesetzten Didgeridoos in vier verschiedenen Tonarten werden von zwei Skeletten gehalten und in dieser Position von Frontmann Chris Brooks auch gespielt. Neben „Solitary“ bleibt vor allem das gnadenlose „Devil Inside“ nachhaltig im Gedächtnis, denn hier dominieren erstmals Didgeridoo-Klänge den Chorus und jagen mir wohlige Schauer über den Rücken. Nach „Love The Way You Hate Me“ kann die Mission der Einpeitscher als erfüllt angesehen werden, denn die ausverkaufte Halle verabschiedet die Band mit tosendem Applaus.

Line-Up LIKE A STORM:

  • Gesang, Gitarre, Didgeridoo: Chris Brooks
  • Gesang, Gitarre: Matt Brooks
  • Bass: Kent Brooks
  • Schlagzeug: Zach Wood


Bevor es nun weitergehen kann, müssen die Deko-Artikel der Neuseeländer abgebaut werden. Hinter den bereits erwähnten Transparenten kommt das Schlagzeug von Shannon Larkin zum Vorschein, daneben steht eine imposante Armada von Gitarren-Amps, die Tony Rombola sein Eigen nennt und die daran erinnern, dass GODSMACK sich in erster Linie als Live-Band verstehen.

Nach einem abgedrehten Intro, - das QUEENs „We Will Rock You“ mit Hip-Hop mixt, dazwischen AEROSMITHs „Dream On“ und den BEATLES Klassiker „Hey Jude“ einstreut, um wieder bei QUEEN zu landen – startet das Quartett aus Boston mit dem Titeltrack des neuen Albums „When Legends Rise“ in den Abend. Tony Rombola, dessen Sohn im vergangenen Jahr auf tragische Weise ums Leben kam, ist eine gewisse Melancholie deutlich anzumerken, denn während seine Bandkollegen ab der ersten Sekunde Vollgas geben, braucht er geraume Zeit um sich auf seinen Job an der Stromgitarre zu fokussieren, aber wer will ihm das verdenken?


Shannon Larkin bearbeitet die Trommelfelle wie ein Besessener und drischt mit solcher Vehemenz auf die Becken ein, dass er in schöner Regelmäßigkeit – gefühlt nach jedem Song – mindestens einen neuen Stick aus dem Köcher ziehen muss und das zermarterte Holzstück seinem Bassmann Robbie Merrill zuwirft, der es seinerseits den Souvenir-Jägern im Publikum weiterreicht.

 


Sully Erna scherzt indessen mit dem Publikum und liefert ganz nebenbei auch gesanglich amtlich ab. Die Setlist setzt sich überwiegend aus rockigen Nummern zusammen, die einen guten Umriss der Bandgeschichte darstellen. Neben den Klassikern wie „1000hp“ und „Voodoo“ gibt es Titel vom neuen Album, neben dem Opener auch das brachiale „Unforgettable“.  Sully Erna wird nicht müde das Publikum zum Mitsingen anzuregen, insbesondere nachdem er per Handzeichen abgeklärt hat, wie viele Besucher an diesem Abend zum ersten Mal auf einem GODSMACK-Konzert sind. Nach einer XXL-Version von „Whatever“, eines weiteren Klassikers aus über 20 Jahren Bandgeschichte, folgt mit „Come Together“ der eigentlich letzte Eintrag der regulären Setlist. Der BEATLES-Hit wird in einer fantastischen Version zelebriert und geht gegen Ende in den Up-Tempo Part des LED ZEPPELIN Welthits „Stairway To Heaven“ über, der allen Musikern reichlich Improvisationsspielraum bietet.

 


Nach diesem Schmankerl gehen Sully und Co. von der Bühne. Die anhaltenden Ovationen geben der Roadcrew Zeit, ein Keyboard auf die Bühne zu stellen, das im ersten Song der Zugabe eine Hauptrolle spielen wird. Sully Erna nimmt an den Tasten Platz und kündigt mit Hinweis auf die tragischen Selbstmorde von Chester Bennington (LINKIN PARK), Curt Cobain (NIRVANA), Chris Cornell (SOUNDGARDEN, AUDIOSLAVE) und Keith Flint (THE PROGIDY) an, eine Stiftung mit dem Namen „Under Your Scars“ ins Leben rufen zu wollen, die sich nach seiner Aussage um Menschen mit psychischen Problemen kümmern wird, ganz gleich, ob es sich dabei um Prominente oder „Normalbürger“ handelt. Es folgt eine aufwühlende Version des Titels „Under Your Scars“, zu dem sich Sully Erna durch eben solch tragische Selbstmorde inspiriert sah. Ein ungemein bewegender Moment und das absolute Highlight des Konzerts.

 


Im Anschluss wird nochmals kräftig gerockt. Mit der Hymne „Bulletproof“ und dem Kracher „I Stand Alone“ wird die Live Music Hall nochmals in ihren Grundfesten erschüttert. Danach ist endgültig Feierabend und während ich mich auf den Heimweg mache, hallt das grandiose „Under Your Scars“ und die damit verbundene Thematik noch eine geraume Zeit durch die Kölner Winternacht.


FAZIT: GODSMACK sind immer wieder eine Reise Wert. Vollgas-Rock der Extraklasse und ein starker Support bilden den Rahmen eines außergewöhnlichen Abends in der Live Music Hall Köln, der noch lange in Erinnerung bleiben wird.

Line-Up GODSMACK:

  • Gesang, Gitarre: Sully Erna
  • Gitarre, Gesang: Tony Rombola
  • Bass: Robbie Merrill
  • Schlagzeug: Shannon Larkin


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