20.02.19, Colos-Saal, Aschaffenburg

JOHN GARCIA & THE BAND OF GOLD

Text: Fred Gasch | Fotos: Fred Gasch
Veröffentlicht am 22.02.2019

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Es war sicherlich nicht alles Gold, an diesem Abend, was glänzte. Die Vorband QUIET DEAD, man weiß es nicht richtig einzuschätzen. Irgendwie gut und irgendwie schlecht. Das komische an dieser Band, ob nun gewollt oder nicht, war der unterdrückte Einsatz der, wie sagt man... Hammondorgel oder besser Hammondsynthesizer? Von ihm aus brauchte man keine gefährlichen Angriffe auf das Trommelfell zu befürchten. Das Bild der Hammondorgel/des Synthesziers als Konstrukt im Gesamtbühnenbild hätte man sich locker sparen können. Das war sehr statisch und ohne Wirkung. Da half auch das Rumgetänzel der Bedienerin eben diesen Gerätes nicht viel. Von der Stimme ganz zu scheigen. Auch die kam beim Zuhörer nicht an. Die Musik außenrum war hierfür einfach viel zu laut.

Na also, geht doch, neigt der Konzertbesucher zu sagen. JOHN GARCIA AND THE BAND OF GOLD hat seine Spuren im Colos-Saal hinterlassen. Und welche! Hier kann man von einer Hausnummer reden oder schwelgen oder wie auch immer. Dass diese Geschichte nicht funktionieren könnte, daran hat sicherlich keiner geglaubt. Gerade oder auch weil die beiden Vorgängerscheiben "John Garcia" & "The Coyote Who Spokes In Tongues" von John Garcia nicht großartig von sich reden gemacht haben. Aber das gehört der Vergangenheit an. FALCO sagte einmal: "Wer sich nicht an die 80er erinnern kann, hat nicht miterlebt".

Lassen wir das Wortspiel mit den 80ern. Denn dieses Zitat ließe sich auch in neuere Zeiten hineinverlegen, bezieht man sich auf die letztgenannten beiden Scheiben John Garcias. Das nur nebensächlicher Natur.

Widmen wir uns lieber wieder dem Hauptthema diesen Abends. JOHN GARCIA AND THE BAND OF GOLD. Nach einem kurzen instrumentalen Intro, fast als kurze Besinnung zur Konzentration auf das Wesentliche, brach eine Lawine über die Konzertbesucher herein. Dass diese Lawine besonders mit Liedern aus der Ära KYUSS bestand, freute natürlich umso mehr.

Musikalische Assoziationen zur Ex-Band John Garcias schnellten einem durch den Kopf. Diese noch immer unverwechselbare Stimme; diese rigoros wildverzerrten Riffs, die man fast schon als Markenzeichen, Erkennungsmerkmal betiteln kann, stehen irgendwie konträr zur Stimme Garcias. Es ergibt ein unwirkliches Bild, gleich einer Wüste bei Höchsttemperatur. So gesehen verwandelte sich der Colos-Saal in eine Wüste. Es fehlen einem die Worte, dies so zu beschreiben. Ein Minutensteak in der Herstellung, also beim Anbraten, ließe sich leichter beschreiben. Ok, die Zutaten sind nicht die gleichen. Bezogen auf den Gar- bzw. richtigen Bratpunkt, kommt man nicht umhin, fast die gleiche Zeit anzugeben. Es dauerte nicht allzu lange, bis das Colos-Saal unter Volldampf brodelte. Was einem beim Durchstöbern der Setlist auffiel, es drehte sich irgendwie alles um Ballz. Wie das zu verstehen ist, wissen höchstwahrscheinlich nur Insider.

 

Setlist:

01. Space Vato Balls
02. Jim Wishkers Balls
03. Kentucky Ballz
04. Conan Balls
05. Gardenia Balls
06. 1 Inch Ballz.
07. Chicken Balls 
08. My Everything Balls
09. Thump Ballz
10. Don`t Even Think About
11. Rodeo Balls
12. Molten Ballz
13. Hurricane Ballz
14. Gloria Ballz
15. Green Ballz

Encore:
16. Supa Balls
17. White Balls
18. Kylie Balls


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