17.02.2019, Planet.tt, Bank Austria Halle, Gasometer, Wien

PARKWAY DRIVE + KILLSWITCH ENGAGE + THY ART IS MURDER

Veröffentlicht am 21.02.2019
Den 17. Februar 2019 hatten sich viele Konzertgeher schon lange im Vorhinein rot markiert. Ein Metalcore-Highlight der Extraklasse erwartete die Besucher an diesem Abend, denn in den heiligen Hallen des Wiener Gasometer sollte die schon sehnlichst erwartete und lange ausverkaufte Show der Shootingstars PARKWAY DRIVE über die Bühne gehen, die den vorletzten Stopp ihrer "Reverence"-Tour in unserer Hauptstadt einlegten. Eine Niederschrift über Metalcore, Feierlaune, große Show-Gesten und eine neblige Sicht auf die Dinge.
 
PROMINENTE OPENER
 
Bereits um 19.00 Uhr hatte sich zur Konzerteröffnung eine Genregröße eingefunden. THY ART IS MURDER sind längst keine Unbekannten mehr, insofern war die Halle entsprechend voll. Die Australier boten wie immer einen Kontrast zur Show-Vorstellung ihrer Heimatkollegen und Headliner PARKWAY DRIVE: THY ART IS MURDER konzentrieren sich eher auf ihre Musik als auf die Show drumherum, begeisterten ihre Anhängerschaft damit aber wie gewohnt. Growls, Breakdowns und erste Pits brachten die Halle bald auf Betriebstemperatur, bevor sich nach einer halben Stunde mit "Puppet Master" und dankbaren Worten verabschiedet wurde.
 
Weiter ging's 15 Minuten später mit den ebenfalls schon Kultstatus habenden KILLSWITCH ENGAGE. Diesmal war die Band nur im Quartett zu sehen, da Gitarrist Joel Stroetzel aus familiären Gründen zurück in die Heimat musste. Das machte den 45-minütigen Gig aber nicht weniger mitreißend. Ersatz kam von Production Manager Josh Mihlek und die Band hatte wieder einige Kracher im Köcher. Songs wie "Fixation On The Darkness", "Rose Of Sharyn" oder "In Due Time" repräsentierten ein Best Of sämtlicher Schaffensphasen der US-Amerikaner, animierten das Publikum zum Singen, Moshen und Mitgröhlen und Frontmann Jesse Leachs Aufruf zur Feierlaune musste man sich nicht zwei Mal sagen lassen. Einfach schön. Fast noch schöner war dann nur das Versprechen der baldigen Rückkehr mit neuem Album.
 
FACKELZUG MIT PARKWAY DRIVE
 
Nur zwanzig Minuten später verebbte die Hintergrundmusik vom Band erneut, die Lichter gingen aus und entzückte Aufschreie wurden laut. PARKWAY DRIVE waren da. Allerdings noch nicht auf der Bühne, der Weg dorthin wurde sich erstmal durch die Zuschauermenge gebahnt. Es folgte eine theatralische Einstiegs-Inszenierung, bei dem die Feuerteufel aus Down Under mittels Pechfackeln von dem heißen Element und den leuchtenden Handybildschirmen der mitfilmenden Fans begleitet wurden. Punktgenau inszeniert auch der Start in das Set auf der Hebebühne, wo "Wishing Wells" performt wurde. Das anschließende "Prey" sorgte für erste Ausraster - die Stimmung war bei KILLSWITCH ENGAGE schon super, bei PARKWAY DRIVE aber sofort am Kochen. Die Anheiz-Kommandos von Winston McCall waren eigentlich überflüssig, die Fans waren ohnehin schon auf Abriss gebürstet und feierten die Band, als gäbe es kein Morgen. Feuer, Pyros und Knalleffekte unterstrichen Songs wie "Vice Grip", "Karma" oder "Chronos", Funkenregen und Feuerfontänen erweckten schon fast ein Feeling einer Stadion-Show und unterstützen die durchchoreographierte Sause. Etwas weniger Blitzlicht hätte dem Spektakel aber auch keinen Abbruch getan.

PARKWAY DRIVE ließen ihrer Pyromanie freien Lauf, allerdings wurde es immer offensichtlicher, dass der Gasometer auf Dauer kein besonders geeigneter Austragungsort für solch feurige Shows ist. Als sich die ohnehin schon stickige Luft im letzten Drittel mit den stinkenden Überbleibseln der abgefeuerten Pyros immer mehr zu vermischen begann und nicht nur die Sicht immer schlechter wurde, sondern auch das Atmen (ohne Hustenreiz) immer schwerer fiel, wurde es etwas unlustig. Die Stimmung sollte das aber nicht im Geringsten trüben, die Euphorie in der Halle hielt an. Mit "The Colour Of Leaving" gab es dann noch einen ergreifenden Moment, bevor der Zugabenteil eingeleitet wurde, die Band zum letzten Mal einen tausendstimmigen Chor zum Ertönen brachte und ein fertiges, aber rundum glückliches Publikum zurückließ. Beim Verlassen der Halle traf mich ein letztes Mal ein Hitzewall, bevor mich kurz darauf die erlösende kühlende Nachtluft traf. Erst mal durchatmen.
 
FAZIT
 
PARKWAY DRIVE stellten wieder mal unter Beweis, was für eine Macht sie im Metalcore-Sektor geworden sind. Eine interessant anzusehende Show, allerdings ziehe ich mehr Emotion großen Inszenierungen vor. Auch die Star-Supports KILLSWITCH ENGAGE und THY ART IS MURDER lieferten wieder energetische Auftritte. Einzig die Location konnte nicht begeistern. Hier hat sich wieder mal gezeigt, dass die Gegebenheit der Konzerthalle im Gasometer bei ausverkauftem Haus kritisch ist und die Kapazität der Lüftung an ihre Grenzen stößt, was auf Dauer einfach unangenehm ist.

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