13.01.2019, Arena Wien - große Halle, Wien

BEHEMOTH + AT THE GATES + WOLVES IN THE THRONE ROOM

Text: Lee | Fotos: Kalti
Veröffentlicht am 16.01.2019

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Am allerheiligsten Tag der Woche blieb einem eigentlich eh kaum eine andere Wahl als sich zum BEHEMOTH Konzert zu bewegen – das dachten sich auch die tiefdunklen Regenwolken, die sich pünktlich über Wien trafen um sich das Geplärr ebenso anzuhören. Im Sauseschritt durch das grausige Nasskalt gestapft und: 12093123123 Leute vor der Arena. Ausverkauft haben’s g'sagt…. und nicht gelogen. Einige Mutige stellten sich also brav, aufgefädelt wie die Spatzen auf der Stromleitung, vor den Toren der Arena an – einige Andere (Durstige) genehmigten sich noch ein Aufwärm-Bier im Beisl.

 


WOLVES IN THE THRONE ROOM

 

Zu WOLVES IN THE THRONE ROOM war es dann in der Arena bereits schön voll, vor dem Merch-Stand tummelten sich sowieso den ganzen Abend über absurd viele Leute und Bier holen war eine etwas zeitintensive Aufgabe.
Bereits im Sommer waren WOLVES IN THE THRONE ROOM mit WOLVENNEST in der Arena (allerdings in der kleinen Halle) gewesen und hatten durchaus einige wohlwollende Kommentare abgestaubt. Die Herren leben auf einem Bauernhof, versorgen sich selbst – volles Programm im Kommunenleben also. Auf der Bühne wirken sie irgendwie martialisch und wild. Wenig Brimborium, bei der Songlänge lässt sich eine halbe Stunde Spielzeit auch locker mit drei Songs füllen. Die meisten Leute dürften eher wegen AT THE GATES und/oder BEHEMOTH beim Konzert gewesen sein, die eher verhaltenen Reaktionen zeigten erneut dass Enthusiasmus teuer ist und deshalb nur in kleinen Dosen verwendet werden kann!

 


AT THE GATES

 

AT THE GATES hatten nun definitiv ihre Fanbase in der Arena vertreten. Sie sind auch ein gutes Beispiel dafür dass nicht nur Gulasch aufgewärmt gut ist – wir danken ganz herzlich für die Reunion! Selbst wenn es natürlich Puristen gibt die mosern, dass AT THE GATES vor der Auflösung GANZ ANDERS waren und es lieber gelassen hätten: „At War With Reality“ (2014) und „To Drink From The Night Itself“ (2018) sind absolut hörbar und live wirkten AT THE GATES auch großartig.
Die Mähnen wurden geschüttelt, ein paar Bierchen vernichtet… das große Warten auf BEHEMOTH wurde von AT THE GATES in angenehmster Weise unterbrochen. Wer übrigens noch mehr Gründe braucht um mal auf das SWEDEN ROCK FESTIVAL zu fahren – AT THE GATES sind confirmed.

 


BEHEMOTH

 

Endlich: gruseliger Kindergesang, ein dünner Vorhang vor der Bühne, Schattenspiele … der Vorhang fällt und endlich sind sie da – BEHEMOTH zeigten von der ersten Sekunde an, dass sie das alles aus dem Effeff beherrschen. Vom Bühnen-MakeUp bis zur Deko, der ausgefeilten Lichtshow, den Rauch- und Sprühkerzeneffekten und dem leichten Duft nach Räucherung der sich sofort in der ganzen Halle verbreitete .. das sind Profis. Weiter weg vom Black Metal Klischee der ungekämmten Kellertrolle die in Omas Garage zwischen Blumentöpfen und alten Spielzeugkuchenformen den Untergang der Menschheit besingen kann eine Band fast nicht mehr sein.

Abgesehen davon, dass man sich beim Merch von Kopf bis Fuß – ja wirklich, es gab BEHEMOTH Socken (!) – als absoluter Die-Hard-Fan einkleiden konnte, zeigten BEHEMOTH eindrucksvoll wieso sie es verdient hatten dass die Halle bis zum letzten Ton brechend voll war. Übrigens zum letzten Ton… WAS war das? Ein abrupteres Ende wäre nicht mehr möglich gewesen. Den Spannungsbogen so gekonnt führen und dann, Zack, Schluss. Kann man schon auch als Merkmal der Show betrachten, persönlich fühlte es sich eher nach einem kalten Kübel Wasser zum Aufwachen an. Nicht so geil. Die generelle Irritation war auch deutlich sichtbar – das nächste Mal: wenn schon so ein Ende, dann wenigstens danach nicht direkt irgendein tanzbarer Song der sowas von gar nicht in die zuvor herrschende Stimmung passt. Meinetwegen Rabenschwärze und dann wird halt das Licht aufgedreht, wäre schon schmerzhaft genug.


Abgesehen davon hatten BEHEMOTH zwar nicht überlang aber doch ausreichend gespielt und auch von der Songauswahl her wären Beschwerden Jammern auf hohem Niveau.
Beim nächsten Mal gern wieder!

 


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