29.11.2018, Olympiahalle München, München

SLAYER + OBITUARY + ANTHRAX + LAMB OF GOD

Veröffentlicht am 10.12.2018

» Hier gehts zur Galerie...

SLAYER befinden sich anno 2018 auf Abschiedstournee, die sie auch weit bis in 2019 hinein auf Trab halten wird. Warten wir mal ab ob es – wie bei manch anderen Nichtgenannten – auch zu einer „neverending Farewell-Tour“ kommen wird. Jedenfalls spielen SLAYER an diesem Abend des 29.11 meines Wissens erstmals in der 10.000 Leute fassenden Münchner Olympiahalle. Das hochkarätige Vorprogramm ist neben der „letzten Tour“ wohl auch ausschlaggebend, dass die Halle ausverkauft ist auch wenn es bis zur dritten Band dauerte, ehe die Halle auch wirklich gefüllt war, was entweder daran lag, dass die Leute nichts vom tatsächlichen Beginn um 18.30 Uhr wussten oder an einer Störung der U-Bahn, die halb München lahm legte. Leider gehörte auch ich aufgrund eines leichten Staus bei der Anreise zu den Leidtragenden, die die erste Band OBITUARY verpasst haben, die bereits um 18:30 loslegten und kurz vor 19 Uhr schon wieder fertig waren.

Warum ANTHRAX vor LAMB OF GOD spielen mussten erschloss sich für mich bereits im Vorfeld nicht wirklich, gehören ANTHRAX doch zu den Big Four mit 35 Plus Jahren auf dem Karriere-Buckel. Hat mich doch etwas verwundert. Kein Respekt mehr vor dem Alter! Wie auch immer - Anthrax legten gut vor mit einer prägnanten, aufgrund der Gegebenheiten leider etwas arg kurzen Setlist. Charlie Benante suchte man vergeblich an den Drums, ihn plagen wohl mal wieder Rückenprobleme, die ihn schon das eine oder andere Mal zum Aussetzen gezwungen haben. So auch wohl dieses Mal. Joey Belladonna stimmlich erhaben wie eh und je und Scott Ians Riffs kommen noch immer messerscharf aus den Lautsprechern. Die Band legte eine außerordentlich gute Spielfreude an den Tag. Es gab Songs aus allen Epochen inklusive Neueres wie „Fight Em Til you can’t“ und natürlich fehlte auch das obligatorische „Antisocial“ nicht. Nach knapp 50 Minuten und leider nur 7 Songs war aber auch dieser Auftritt wieder viel zu schnell zu Ende.

Setlist ANTHRAX (ohne Gewähr):
Caught In A Mosh (mit "Cowboys From Hell"-Intro)
Got The Time
I Am The Law
Be All, End All
Fight 'Em 'Til You Can't
Antisocial
Indians (mit "Cowboys From Hell"-Outro)

Ich muss gestehen, dass ich LAMB OF GOD vorher nicht gerade gut kannte, was wohl auch daran liegt, dass ich Bands mit Brüllgesang meistens nicht ganz so prickelnd finde. Man könnte nun einwenden, dass da SLAYER grundsätzlich auch dazugehören aber Araya brüllt eben einfach charmanter. Wie auch immer, LAMB OF GOD kamen bei der Menge sehr gut an. Instrumental sicherlich über alle Zweifel erhaben, wenn dann aber der Gesang einsetzt, dann sorgt das bei einem eher melodischen Gesangslinien Zugetanen wie mir doch eher für Achselzucken und es setzt auf lange Sicht wegen des gleichförmigen Gesangs doch ein bisschen Monotonie ein. Letztlich hats aber den meisten gefallen und auch ich habe ab und an gediegen mitgewippt. Dennoch hätte ich liebend gerne ANTHRAX noch ein paar Songs mehr spielen sehen (...im Ernst? - El Lector).

Setlist LAMB OF GOD (ohne Gewähr):
Omerta
Ruin
Walk With Me In Hell
Now You've Got Something Do Die For
512
Engage The Fear Machine
Blacken The Cursed Sun
Laid To Rest
Redneck

Nach einer weiteren nicht allzu langen Umbaupause dann endlich die Götter von SLAYER. Was diese an Feuereffekten dabei hatten war schon fast RAMMSTEIN/KISS-würdig. Bei fast jedem Lied brannte es irgendwo und es gab verschiedene Backdrops zu den einzelnen Songs. Mit dem Titelsong der letzten CD „Repentless“ legten die gesetzten Herren los als gäbe es kein Morgen.  Auch bei SLAYER – wie auch bei den restlichen Bands – ist der Soundmixer besonders zu loben, hat dieser doch einen sehr knackigen Sound in die Halle gezaubert, wie ich ihn lange nicht gehört habe. Gerade bei einer doch recht knüppelnden Mucke kamen Instrumente und Gesang glasklar differenziert rüber. Daumen hoch dafür! Die aus 19 Songs bestehende Setlist ließ nicht wirklich viele Wünsche übrig. Eine gelungene Mischung aus alt und jung.

Ein Großteil der Klassikeralben wurden mit zumindest einem Song bedacht und so war es kein Wunder, dass bei SLAYER die beste Stimmung des Abends herrschte. Im Innenraum war zudem ausreichend Platz und es herrschte eine angenehme Stimmung, die – zumindest für Münchner Verhältnisse – fast schon euphorisch war. Sollten die Jungs wirklich ernst machen mit dem Abschied, so wäre das jammerschade. Man wird sie auf jeden Fall vermissen. 2019 hat man aber sowohl auf Festivals als auch bei Einzelgigs nochmals die Chance, die Jungs zu sehen. Nach einem fulminanten Gig wie diesem fällt der Abschied doch ziemlich schwer. (Martin)

Setlist SLAYER (ohne Gewähr):
Repentless
Blood Red
Disciple
Mandatory Suicide
Hate Worldwide
War Ensemble
Jihad
When The Stillness Comes
Postmortem
Black Magic
Payback
Seasons In The Abyss
Dittohead
Dead Skin Mask
Hell Awaits
Encore:
South Of Heaven
Raining Blood
Chemical Warfare
Angel Of Death

So, das sollte es jetzt gewesen sein, nachdem der Vorhang zum letzten  Mal in München gefallen ist, bleibe ich noch Minuten in der Arena stehen und viele Erinnerungen schießen mir durch den Kopf. Mir kommen immer wieder Gedanken an SLAYER 1990  in den Sinn als ich sie das erste Mal auf der Clash of the Titans Tour mit MEGADETH, TESTAMENT und SUICIDAL TENDENCIES gesehen habe. Dieses Konzert war eines der Highlights in meiner langjährigen Konzertgeschichte, denn selten habe ich eine Band erlebt deren Musik eine Wirkung wie eingeschlagene Granaten hatte. Dann ging es 1991 weiter wo sie im Rahmen der "Decade of Aggression)-Tour  die Rudy Sedlmayer Halle  in Schutt und Asche gelegt haben . Der leider schon verstorbene Gitarrist Jeff Hannemann pfefferte mir gleich zwei rote Guitar Picks auf die Birne, und entfachte meine Leidenschaft, Picks zu sammeln. Die fast 5-stündige Heimreise von München nach Salzburg im dichten Schneetreiben wird mir immer in Erinnerung bleiben. Die Vorband MINDFUNK  konnte einem leidtun, denn die wurde von den Fans total ignoriert und gnadenlos ausgepfiffen, wie fast jede Supportband von SLAYER.
                                                                                                                                                                                                        Weiter ging es im November 1994 in der Messehalle in Wels, mit der noch sehr unbekannten Band MACHINE HEAD als Support Act. Ein unvergessliches Konzert mit relativ wenig Zusehen. Es folgten noch einige Shows, wobei das Konzert beim Sweden Rock  2016 eines der schlechteren war. Bei mir macht sich heute Abend dennoch pure Nostalgie breit und ich musste immer an alte glorreiche Zeiten zurückdenken, denn die vier Totschläger waren immer ein Fixstern in meinen Leben und haben mich mit ihrer famosen Musik so oft begleitet. Erst die nächsten Tage werden wir alle realisieren, welche musikalische Urgewalt wir heute verabschiedet haben.  Es tat auch gut die Show noch mit Gary Holt zu sehen ,der sich blendend  ins Bandgefüge angepasst hat. Denn nach der Show in Berlin ein paar Tage später ,steigt  er für ein paar Monate aus um zu seinen schwerkranken Vater nach Hause zu fliegen. In kürzester Zeit wurde Ex MACHINE HEAD Klampfer Phil Demmel , der  ganze zwei Tage Zeit hatte um 19 Songs zu lernen, als Ersatz verpflichtet. Ob das meine letzte Show von SLAYER war, werden wir sehen, aber  die ersten europäischen Festivaldates für 2019 wurden bereits angekündigt. Mit den Worten „ Ich werde euch vermissen", verließ Tom Araya sichtlich gerührt die Bühne. Dem ist nichts hinzuzufügen den er wird uns allen fehlen. ( Manfred )


WERBUNG: Uzziel
ANZEIGE
WERBUNG: Escape Metalcorner
ANZEIGE