06.10.2018, BAAMHAKKE, Piding

BECOMING THE JUGGERNAUT CD-Releaseparty feat: DEATH RISING & ANAL FISTER & AMPHIGORY

Text: Anthalerero | Fotos: Anthalerero
Veröffentlicht am 10.10.2018

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Nach Doom/Sludge und Pop/Punk an den beiden Vortagen war es wieder an der Zeit für etwas Härteres. Da traf es sich gerade richtig, dass die Buben von BECOMING THE JUGGERNAUT im Pidinger Baamhakke zur Genickbruch-Sause luden, um den Release ihres ersten, selbstbetitelten Albums gebührend zu feiern.


Als Auftakt durften sich die Bayern von AMPHIGORY nach Herzenslust auf der Bühne austoben – was der Fünfer auch mit Hingabe tat. Brechende Gitarrenwände und heftiges Geknüppel hielten das Interesse hoch, während man in den sägenden, deathigen Klängen auch so manches SLAYEReske Riff zu erkennen vermeinte. Dass einige der Texte auch auf Deutsch vorgetragen wurden, war im infernalischen, von der fetten Soundwand leider teils etwas überfahrenen Gebrüll nur anhand der Songtitel zu erkennen, dafür gab es aber genügend Gelegenheiten, ausgiebig die Rübe zu schütteln. Unter anderem auch beim knackigen DISSECTON-Cover „Were Dead Angels Lie“ – den Besuchern gefiel's und sie spendeten fleißig Applaus.


Herzallerliebst im Anschluss die Goiserer von ANAL FISTER, die erst einmal ein Klo und eine Gummifaust auf der Bühne positionierten und das Publikum später auch noch mit ihrer Dildo-Bazooka beschossen. Leider wollte der Brachialhumor von ANAL FISTER an diesem Abend nicht so recht zünden, ernteten doch viele der schrägen Ansagen statt Applaus nur verdatterte Gesichter, während die Zuschauer dem motivierten, technisch einwandfreien Getrümmer (Respekt für diese fette, fehlerfreie Leistung angesichts des Betankungszustandes!) mit höflichem Interesse folgten. Zwischen derbsten Death-Walzen mit knackigen Thrash-Eruptionen, ein paar Grindcore-Spitzen und hingebungsvoll vorgetragenen Pfuigaxi-Lyrics gab es ordentlich aufs Maul – alleine die Anwesenden schienen bis auf wenige Ausnahmen nicht wirklich bereit dafür zu sein, sich die akustische Faust mit Wonne rektal einführen zu lassen. Ein bisschen mehr Begeisterung hätten sich die Fistfuck-Könige schon verdient gehabt – so geriet der Gig dann statt zu sexueller Ekstase eher zur Analtoderfahrung...


Dafür wachte das Publikum nach einem etwas verhaltenen Beginn bei den Laakirchnern von DEATH RISING so richtig auf. Sägende Death/Thrash-Walzen boten hohes Unterhaltungspotenzial, aber den Eisbrecher gab das zackige BLACK SABBATH-Cover „Paranoid“, zu dem ein strammes Häufchen an Zuschauern ziemlich steil ging. Zum folgenden „The Ripper“ öffnete sich ein wilder Moshpit, der zum Abschluss mit „We Are The Rotten“ eine Wiederholung fand – mit Beteiligung der beiden Axtmänner, die sich todesverachtend mitsamt Instrumenten spielenderweise mitten in den Pit warfen. Nebst zwei neueren, nicht auf dem Debüt enthaltenen Stücken überraschten DEATH RISING auch mit einer brandneuen, lupenreinen Stadionrock-Ballade, die einen schönen Kontrastpunkt zum genickbrechenden Löwenanteil des Abends bot. Den Applaus hat sich der Vierer für den schweißtreibenden Auftritt auch redlich verdient!


Inzwischen war es, durch vorangegangene Verzögerungen, ziemlich spät geworden, als weit nach Mitternacht endlich BECOMING THE JUGGERNAUT ihre brandneue CD vorstellen durften. Ein paar Besucher gaben zwar auf, doch das Gros der Anwesenden blieb bis zum bitteren Ende und ließ sich von den aus Freilassing und Salzburg stammenden Musikern nach allen Regeln der Kunst den Marsch blasen. Auf die am Album enthaltenen Samples verzichteten BECOMING THE JUGGERNAUT kurzerhand und warfen dem Publikum ihren knackigen Death Metal mit dezenten Deathcore-Einsprengseln roh und blutig vor. Genickbruch deluxe war die Devise, mit fettem, sägendem Sound, der gewaltigen Schub entwickelte. Die „Gaudi!“-Ausrufe des Gitarristen wollten zwar gefühlt nicht so ganz zu den brutalen Klängen passen, lockerten die Stimmung zwischen dem infernalischen Gegurgel von Fronter Stefan (wie kann man nur so harmlos aussehen und dann so derb röhren...) aber gut auf. Geschuldet der fortgeschrittenen Stunde und der um sich greifenden Müdigkeit (ja, auch das kleine Schreiberlein ging nach drei Konzerttagen am Stück schon etwas auf dem Zahnfleisch...) gab es bei BECOMING THE JUGGERNAUT zwar keinen Moshpit mehr, aber dafür fetten Applaus für die gelungene Releaseparty!
 

Ob und wie viele Leute von diesem Abend ein Schleudertrauma mitnahmen, konnte nicht mehr eruiert werden – das kleine Schreiberlein genoss die vierteilige Trommelfellmassage jedenfalls und würde sich jederzeit wieder von den sympathischen Gestalten auf der Bühne anbrüllen lassen. Das gilt wohl auch für den Rest der Zuschauer dieses Abends...

Eine erweiterte Fotogalerie der Releaseparty findet ihr bei Images Of Pain And Pleasure.


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