29.08.2018, KuFa (Kulturfabrik), Kufstein

SEPULTURA & WARBRINGER & BLACK INHALE & MANSPIRIT

Veröffentlicht am 07.09.2018

» Hier gehts zur Galerie...

“Kennst du die Perle, die Perle Tirols…” Die brasilianischen Thrasher von SEPULTURA können diese Frage ohnehin schon mit „Ja“ beantworten, denn auch 2014 brachten sie bereits die „Kufa“ (Kulturfabrik) in Kufstein zum Beben. Am Mittwoch, den 29.08.2018 machte SEPULTURA im Rahmen ihrer „Machine Messiah“-Tour erneut Halt im schönen Tirol. Supportet wurden sie dabei von einem illustren Trio: WARBRINGER aus Los Angeles, BLACK INHALE aus Wien und MANSPIRIT, den lokalen Heavy Groove-Rockern.

Trotz Mittwoch und dem recht frühen Veranstaltungsbeginn um 19 Uhr pilgerten die Fans zahlreich Richtung Kufa, wo auch Kollegin Tina und ich uns einfanden. In der Abendsonne draußen herrschten angenehme 25 Grad, im Gebäudeinneren waren es *wumm* ein wenig mehr. Jedenfalls hirschte ich zackig Richtung Merch-Stand, damit es mir nicht so ergeht wie letztens bei ICED EARTH und ENSIFERUM, nämlich kein Girlie-Tour-Shirt mehr ergattern zu können. Und Odin himself hat mich wohl verflucht, denn auch SEPULTURA hatte kein Tourshirt für mich, obwohl ich bereit war, die verlangten 25 Euro hinzulegen. Wie dankbar ich später noch für das stattdessen erworbene Trägerleiberl war, hören wir noch.

Als MANSPIRIT pünktlich um 19 Uhr starteten, war die Mehrheit der Konzertbesucher noch mit dem Genuss von kühlem Blonden in der Bar im Nebenraum beschäftigt. Nichtsdestotrotz hing eine Gruppe von jugendlichem Metallernachwuchs zünftig in Kilt und Docs am Absperrgitter und feierten die Band hart [Was ist das für 1 Mode beim Metallernachwuchs? Anm. v. Mike]. Die Finalisten des SPH-Bandcontests 2017/2018 zeigten eine solide Rockshow und lockten auch immer mehr Publikum in den Saal. Für melodiösen, gerne mehrstimmigen Gesang unterlegt mit harten Gitarrenriffs kann ich mich durchaus begeistern, und so befand ich den Auftritt von MANSPIRIT als durchaus gelungen. Die vorherrschende Temperatur im Saal war inzwischen auf „Vormittags am Strand in Ko Samui“ gestiegen.

      


Nach einer kleinen Umbaupause waren die Wiener/Burgenländer von BLACK INHALE am Start. Festivalerprobt wie die Burschen sind, brachte sie auch ein kurzer Ausfall der PA-Anlage nicht aus der Ruhe. Außerdem hatten sie noch eine absolute Neuigkeit mit an Bord: Andrés Cuenca, so heißt der neue Gitarrist aus Kolumbien, hatte an diesem Abend seine Premiere mit BLACK INHALE. Davon merkte man allerdings gar nichts, der Neue fügte sich perfekt ins Bandgefüge ein und man bekam auch die Linie des restlichen Abends vorgelegt: Fetter Thrash. Damit konnten sie auch das Publikum auf ihre Seite ziehen, der Saal füllte sich zusehends, es wurde mitgeklatscht und die Mähnen geschüttelt. Und ja, ich gebe es zu, mich begeisterten schon wieder die melodiösen Parts, die sich immer wieder vom thrashigen Soundbrei abhoben. Vor allem Sänger und Gitarrist Raffael Trimmal leistete gute Arbeit, dem Publikum entsprechend einzuheizen auf was da noch kommen möge…

       


Einzuheizen. Ich stelle gerade fest, dass ich diesen Begriff nicht in Zusammenhang mit diesem Konzert verwenden sollte. Inzwischen waren die Temperaturen nämlich auf „Mittagsonne am Strand von Ko Samui, aber noch mit Sonnenschirm“ gestiegen.

Dann hieß es Bühne frei für WARBRINGER. Ganz ehrlich, bis zu mir ist besagter War leider nicht ganz durchgedrungen, obwohl ich in vorderster Front stand. Dies lag daran, dass das Mikro des Sängers John Kevill ziemlich heruntergeregelt war, sodass man den Gesang zeitweise nur erahnen konnte. Und so blieb mir vom Liveauftritt hauptsächlich ein knüppelndes Schlagzeug in Erinnerung, was schade ist, denn die Jungs können mehr (musste ich natürlich zu Hause verifizieren). Wer Freude am Sound von SLAYER, TESTAMENT oder EXODUS hat und auch gegen verschiedene Einflüsse anderer Stilistiken des Metal (zum Beispiel Black Metal) nichts einzuwenden hat, sollte unbedingt mal in die aktuelle CD von WARBRINGER „Woe To The Vanquished“ reinhören.

Info am Rande: Die vorherrschenden Temperaturen entsprachen nun der Mittagssonne am Strand, aber der Sonnenschirm war futsch. Erste Tropfen Kondenswasser fielen von der Decke.

       


Die darauffolgende Umbaupause wurde dringend genutzt, um gierig die herrliche Kufsteiner Spätsommerabendluft zu inhalieren. Beim T-Shirt-Auswringen gesellten sich auch die Jungs von BLACK INHALE zu uns, die sich sehr sympathisch und Fan-nahe zeigten.

Dann endlich stürmte der lang erwartete Hauptact die Bühne – SEPULTURA. Gleich als Opener fungierte ein Song der neuen CD „Machine Messiah“: „I Am The Enemy“. Brachial und aggressiv knüppelte es einem um die Ohren, mitreißend und energiegeladen präsentierte sich die Band. Frontmann Derrick Green feiert heuer sein 20-jähriges Bühnenjubiläum, und ist auch ohne seine Rastamähne eine imposante Erscheinung. Ich bin ja etwas konservativ, was das Outfit von Metallern angeht (must have: Leder, Nieten, kaputte Jeans, schwere Stiefel…) [Docs und Kilt eventuell? Anm. v. Mike.], und Derrick Green in kurzer Trainingshose, Sportkniestrümpfen (immerhin mit Totenkopf hinten) und Kreuzberg-Ruderleiberl hat mich zwar nicht outfittechnisch überzeugt, aber definitiv mit seiner Bühnenpräsenz. Bei einigen Ansagen versuchte er sich in Deutsch, ab und zu unterstützte er auch Drummer Eloy Casagrande mit einem Schlaginstrument.

War die Stimmung bereits vorher sehr gut, war sie nun definitiv am Höhepunkt. Der Veranstaltungssaal war zwar nicht zum Bersten, aber sehr gut gefüllt. Aufgrund der tropischen Hitze in der Halle wurde die völlige Ekstase jedoch nicht erreicht, auch ich musste mir den Atem zum Auf- und Abspringen für „Roots, Bloody Roots“ aufsparen, welches das letzte Lied des Sets war. Je älter die dargebotenen Songs waren, desto lauter wurden sie abgefeiert, und das Retro-Fanherz kam keineswegs zu kurz (siehe Setlist).
Kurz und gut: Ein gelungener Konzertabend, der zwar aufgrund der brüllenden Hitze etwas anstrengend war, aber sich definitiv gelohnt hat.

    


      Setliste (ohne Gewähr):
       •    I am the enemy
       •    Phantom self
       •    Kairos
       •    Territory
       •    Inner self
       •    Sworn oath
       •    Against
       •    Choke
       •    Boykott
       •    Machine Messiah
       •    Iceberg Dances
       •    Desperate cry
       •    Refuse/resist
       •    Arise
       •    Slave new world
       •    Resistant parasites
       •    Ratamahatta
       •    Roots        

                       

 

 


WERBUNG: Uzziel
ANZEIGE
WERBUNG: Escape Metalcorner
ANZEIGE