31.07.2018, Zenith, München

JUDAS PRIEST & BLACK STAR RIDERS

Text: Martin Weckwerth, manfred | Fotos: manfred
Veröffentlicht am 06.08.2018

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Vor einigen Tagen noch SAXON in Pyras, schon steht die nächste Legende der New Wave of British Heavy Metal in Form von JUDAS PRIEST Gewehr bei Fuß. Am heißesten Tag des Jahres gaben sich Metal God Rob Halford und seine Mannen im Zenith in München ein Stelldichein. Bei saunaähnlichen Temperaturen in der Halle lag es an den BLACK STAR RIDERS, die Meute anzuheizen (sofern es überhaupt noch heißer ging). Bekannt als Nachfolgetruppe der legendären THIN LIZZY mit einem Ricky Warwick, der seinen Phil Lynott genauestens studiert hat, hat man nun mehrheitlich eigene Songs am Start. Das war aber auch gleichzeitig das Problem. Die neuen Songs atmen den THIN LIZZY - Geist durch und durch, ohne jedoch an deren Klasse ranzukommen. Und wurde dann doch mal ein Klassiker wie „Jailbreak“ oder „The Boys Are Back In Town“ angestimmt, war die Stimmung auch sofort wieder am Siedepunkt. Da hätte man auch gerne noch mehr davon gehört. So waren es aber etwas zu viele eigene, eher durchschnittliche Songs, die den Gig doch etwas in die Länge zogen.
 


Die Umbaupause für die Priester war etwas freaky, erst wurde ein roter Vorhang hochgezogen, der dann aber sogleich ein paar Sekunden später wieder runterfiel und dann komplett weggelassen wurde. Doch dann wird es endlich ernst! Es ist kurz nach 21:00 Uhr Ortszeit, die Menge wartet gespannt, das Licht geht aus, Spots gehen an und "Priest! Priest! Priest!"-Rufe erschallen von der ersten bis weit in die hinteren Reihen der ausverkauften Halle. Zu den Klängen von "Firepower" kommt der Metal-God auf die Bühne. Er ist in einer großartigen, lange nie dagewesenen Form, er fegt unermüdlich von einer Seite der Bühne zur Anderen und ist auch stimmlich topfit. Der Sound ist im vorderen Bereich glasklar und die Gitarristen Richie Faulkner und Andy Sneap sind nahezu ständig cool am Posen.



Neben aktuellem Material wie "Lightning Strikes" und „Rising From Ruins“ (spitze!!) befinden sich mit "Tyrant" und "Saints In Hell" zwei Songs auf der Setlist, die es eher selten ins Live-Repertoire schaffen. Zu „Hell Bent For Leather" kommt Rob mit einer fetten Harley auf die Bühne und fährt sie bis an den vordersten Rand der Bühne. Zum Ende der Show gibt’s wie fast immer "You've Got Another Thing Comin‘“, und "Painkiller". Bei den Zugaben kommt dann der wegen seiner Parkinsonkrankheit nicht mehr voll aktive Glenn Tipton auf die Bühne und zockt bei "Metal Gods“, „Breaking the Law“ und „Living After Midnight“ mit. Sensationell! Es war wirklich witzig anzusehen wie artig Glenn’s Ersatz, Andy Sneap, dem eigentlichen Gitarristen sofort auf der rechten Seite Platz machte und sich ganz artig nach ganz hinten links verdrückte.
 



 

Mit Standing Ovations und Rob mit Glen im Arm endet eines der besten Konzerte 2018. Ein ganz feiner Zug der Band, die dann unter tosendem Applaus verabschiedet wird. Ein tolles Konzert, mit einer identischen Setlist wie beim Sweden Rock Festival, auch dank einer herausragenden Stimmung im Publikum, wenn da nicht diese Affenhitze gewesen wäre. Ich habe schon viele Konzerte erlebt, aber diesmal grenzte die Hitze in der Halle schon fast an Körperverletzung und man sollte sich im Zenith mal Gedanken bezüglich einer Klimaanlage machen. Und bitte liebe Betreiber der Halle, schaut drauf, dass euch bei so einem Großereignis nicht wieder das Wasser ausgeht, denn das hätte bei dieser Hitze schlimm ausgehen können.
 

Setlist

  • War Pigs
  • Firepower Intro
  • Firepower
  • Grinder
  • Sinner
  • The Ripper
  • Lightning Strike
  • Bloodstone
  • Saints in Hell
  • Turbo Lover
  • Prelude
  • Tyrant
  • Night Comes Down
  • Freewheel Burning
  • Guardians
  • Rising From Ruins
  • You've Got Another Thing Comin'
  • Hell Bent for Leather
  • Painkiller
  • Metal Gods (with Glenn Tipton)
  • Breaking the Law (with Glenn Tipton)
  • Living After Midnight
     




 


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