03.07.2018, Komma, Wörgl

ICED EARTH & LIQUID STEEL

Veröffentlicht am 08.07.2018

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Eine ordentliche Anzahl Fans wollte sich nicht entgehen lassen, wie irgendein Sturm durchs Komma fegen und so etwas wie die Hölle zufrieren wird… Moment mal, irgendein Sturm? Mitnichten, es handelte sich nämlich um eine der dienstältesten Power Metal- Bands aus den USA, ICED EARTH. Bei Power Metal muss ich ohnehin wieder einhaken, es finden sich ja durchaus auch Einflüsse aus Speed, Thrash und Progressive Metal. Aber der Einfachheit halber sollten wir von vorn beginnen….

Als wir uns kurz nach 19 Uhr dem Komma näherten, war bereits offensichtlich, dass das Haus heute gut gefüllt sein würde, es herrschte bereits reger Betrieb. Tatsächlich waren gut 500 Metalheads dem Ruf von ICED EARTH gefolgt und erlebten zunächst, wie pünktlich um halb Acht die Jungs von LIQUID STEEL auf die Bühne stürmten. Die Band habe ich bereits als Support von POWERWOLF und KISSIN` DYNAMITE in sehr positiver Erinnerung behalten, und sie erfüllten die Erwartungen auch dieses Mal voll. Nach dem 2014 erschienen Debut-Album „Fire In The Sky“ haben sie nun seit 2016 noch „Midnight Chaser“ mit dabei. Es handelt sich hierbei um astreinen Heavy Metal mit deutlichen Einflüssen von JUDAS PRIEST und IRON MAIDEN. Sänger Fabio präsentierte sich nach wie vor mit ungebrochener juveniler Power und Sonnenbrille, und unterhielt die immer zahlreicher eintrudelnden Fans perfekt. Natürlich muss man im selben Atemzug auch die restlichen Bandmitglieder erwähnen, welche mit großer Spielfreude und Enthusiasmus dazu beitragen, dass LIQUID STEEL schon längst kein Geheimtipp mehr sind. Bassist Monte und Gitarrist Julle werden die Erwähnung ihrer sensationellen, fluffigen, blonden Haarpracht zwar schon nicht mehr hören können, aber sorry, die beiden sind Eyecatcher, und diese Locken rocken.

                      

Während Songs wie „Midnight Chaser“ einfach von Spaß und einer guten Zeit handeln, greift die Band mit „Hiroshima“ auch durchwegs ernstere Themen auf, die nachdenklich stimmen. Zur Show gehörten auch ein Typ mit Schutzanzug und Gasmaske, der bei Sirenenalarm mit dem Geigerzähler die Bühne checkte. Später hatte dieser noch einen Auftritt als Terminator mit Arnie-Maske und Spielzeugpistole. Eindrucksvoll, unterhaltsam, toller Sound, mir hat dieser Auftritt von LIQUIS STEEL richtig Lust auf mehr gemacht.

Setlist  LIQUID STEEL (ohne Gewähr):

  • Riding High
  • Kingdom Of Silence
  • Starrider
  • Midnight Chaser
  • Scream In The night
  • Air Aces
  • Hiroshima
  • Fright Night
  • Fire In The Sky
  • Liquid Steel
  • Speed Demon

Um 21 Uhr war es dann Zeit für den Auftritt von ICED EARTH. Und ich wiederhole mich, wenn ich sage, unheimlich geiler Auftritt - aber in diesem Fall tue ich das gerne. Seit 1984 schart Jon Schaffer einen Kreis an genialen Musikern um sich, an die Besetzung gewöhnen sollte man sich jedoch nicht, da ein ziemliches Kommen und Gehen herrscht (Jon und exzentrisch? Niiiemals!). Im Gepäck hatten ICED EARTH ihr zwölftes Studioalbum „Incorruptible“, welches erstmals kein Gesamtkonzept aufweist, sondern wo jeder Song über eine eigene Thematik verfügt. Ein äußerst motivierter Stu Block sparte nicht mit Lob an uns, das Publikum, welches wiederum nicht sparsam mit Beifall war und bei vielen Passagen mitsingen konnte. Ein wenig inflationär verwendete er hierzu das Wörtchen „fuckin´“, aber was soll´s, wir waren doch auch „fuckin´ awesome“ und bereit „to do some fuckin´ Heavy Metal together“. Neben furiosen Nummern vom neuen Album („Great Heathen Army“, „Black Flag“ und „Raven Wing“) kamen auch ältere Tracks nicht zu kurz, wie „Angels Holocaust“ aus dem Jahre 1991.

Das einzige Manko an dem rundherum gelungenen Auftritt war teilweise die Tonqualität, bzw. die Mischung. Es lag aber nicht an der Location, sondern am selbst mitgebrachten Tontechniker, dass man den Begleitgesang teilweise besser hörte als den Leadgesang. Beim melancholischen „Watching Over Me“ konnten wir noch einmal unsere gesanglichen Qualitäten unter Beweis stellen. Das Lied ist einem Jugendfreund von Jon Schaffer gewidmet, der bei einem Motorradunfall ums Leben kam, und sorgt immer wieder für Gänsehaut, egal, wie oft man es hört, finde ich.

So ging ein toller Konzertabend mit vielen Eindrücken zur Neige, doch wer lange genug aushielt, hatte die Gelegenheit, beide Bands an Bar und Merchandise-Stand zu treffen. Dabei konnte man feststellen, dass es sich um äußerst nette, allürenfreie Männer handelt, mit denen man rasch ins Gespräch kommen kann und die jeden Fotowunsch freundlich beantworten. Deshalb sage ich auch gerne, ICED EARTH und LIQUID STEEL, ihr seht mich wieder!

          

Setlist ICED EARTH (ohne Gewähr):

  • Great Heathen Army
  • Burning Times
  • Dystopia
  • Black Flag
  • 7 Headed Whore
  • I Died For You
  • Vengeance Is Mine
  • Brothers (2 Count)
  • Dracula
  • Raven Wing
  • The Hunter
  • Angels Holocaust
  • Travel In Stygian
  • Clear The Way
  • Watching Over Me

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