22.06.2018, MARK.freizeit.kultur, Salzburg

BIRDS IN ROW & AMER & F.U.T.

Text: Anthalerero | Fotos: Anthalerero
Veröffentlicht am 03.07.2018

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Als Abschluss des Juni-Konzertreigens ging es für ein kleines Stormbringer-Schreiberlein wieder einmal ins Salzburger Mark, für eine letzte musikalische Breitseite vom traditionellen, selbstverordneten Sommer-Konzertloch. Mit BIRDS IN ROW aus Frankreich gab es Stoff aus dem weiten Hardcore-Universum, der von den Supports AMER und F.U.T. weitergetragen wurde.



Jamsession mit Integrationskreisfeeling (*)

Als erstes platzierte sich das Power-Duo F.U.T. mitten im Publikumsbereich und legte dort energisch los. Die Nähe zu den Zuschauern, die sich im Halbkreis um die beiden Musiker gruppierten und sich dazu teilweise auch auf den Boden setzten um in den Klängen so richtig aufzugehen, sorgte für eine entspannte und lockere Atmosphäre, die den Charakter einer ungezwungenen Jamsession hatte. F.U.T. gaben gleich ordentlich Gas und servierten mit teilweise ganz amtlicher Härte einen schmissigen musikalischen Bastard aus atmosphärisch-doomigem und harsch-treibenden Klängen mit einer großen Portion ultradreckigem Sludge. Ein perfekter Start in den Abend, wie der anhaltende Jubel der in erklecklicher Zahl Anwesenden zeigte.



Harte Klänge im Zwielicht (*)

Nicht mehr im Zuschauerraum sondern auf der Bühne ging es dann mit AMER weiter, die sich trotz anfänglicher Startschwierigkeiten bereits so ein klein wenig ins Herz des Berichterstatters gespielt haben. Mit deutlich besserem Sound und auch mehr Licht als beim letzten Zusammentreffen hier im Mark (genaugenommen waren AMER die einzigen an diesem Abend, die tatsächlich Licht verwendeten, wie man auf den Fotos ersehen kann, doch das nur am Rande..), sowie ein paar Kubikmeter Nebel extra, gab es fürs Publikum viel Stoff zum Genießen. Tonnenschwere, doomige Attitüde, garstiges Hardcore-Gekeife und knackige Riffattacken, einmal gekonnt durch den Post-Wolf gedreht und aus den Boxen quillt: AMER! Vielleicht scheitert der kleine Schreiberling noch immer an einer adäquaten Beschreibung der stimmungsvollen Mischung die die Wiener aufs Publikum loslassen, doch dafür konnte AMER Zuschauer und Berichterstatter einmal mehr gekonnt in ihren Bann ziehen. Stark!



Zappendusteres Gezappel (*)

Zu BIRDS IN ROW wurde es wieder finster auf der Bühne, zu einem kleinen Teil auch musikalisch, doch hauptsächlich optisch, durch die konsequente Nichtverwendung von Licht. (Ok, es hatte einen Lampe. EINE. Für alle Drei.) Es war dann ja doch ganz faszinierend, wie sich die beiden angemessen zappelig agierenden Instrumentalisten auf der zappendusteren Bühne zurechtfanden und sogar den Drumriser zwecks Doppelpenetration des Schlagzeugs erklommen – und das alles ohne Unfälle. Musikalisch regierte der größtenteils melodisch geprägte Hardcore knackiger Bauart, mit atmosphärischen Läufen, die immer wieder jäh von punkigen Eruptionen durchbrochen wurden. Die Franzosen punkteten mit lässigem Groove und amtlich kräftigem Gekeife, womit sie auch die Zuschauer schnell auf ihrer Seite hatten. Lediglich der Sound erwies sich unterm Strich einen Zacken zu laut und breiig, dass einiges an musikalischer Durchschlagskraft leider verloren ging, doch dafür ließ sich die Rübe umso besser schütteln und die Glieder zuckten schon fast von selbst im Takt der durchaus rabiaten Klänge.


Unterm Strich hätte man sich vielleicht ein paar mehr Besucher gewünscht, doch im Großen und Ganzen konnte man über das erkleckliche, motivierte Häufchen an Zuschauern, das allen drei Bands ungeteile Aufmerksamkeit und starken Applaus zukommen ließ, nicht meckern. Ein schöner Juni-Abschluss für den kleinen Schreiberling, der sich in den nächsten beiden Monaten wieder etwas seltener bei euch melden wird. Festivalaffine Kollegen – übernehmen sie!

(*) Gedanken des Berichterstatters im Fieberwahn einer heftigen Sommergrippe. Wir bitten um Nachsicht...


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