03.02.2108, Röda, Steyr

15GB & EMERALD & THE CATALYST & ANTILOOPE & MER DE TROIS & BÄRENHELD

Veröffentlicht am 09.02.2018

Neue Saison bedeutet beim SPH-Bandcontest neue talentierte Musiker und Bands auf den Bühnen Österreichs. Die Vorrunde am 03. Februar im Röda Steyr entsprach dahingehend voll und ganz meinen Erwartungen. Dieser Konzertabend war mit ganzen sechs Bands wohl auch für das zahlreich erschienene Publikum mehr als nur gute Unterhaltung. Selten sieht man innerhalb von vier Stunden eine so geballte Ladung an musikalischer Klasse. Vor allem da es für manche Bands einer der ersten Auftritte war, überzeugte das musikalische Können sowohl das Publikum als auch die Jurymitglieder.

Der Start um 19:30 Uhr mit dem Singer/Songwriter Josua Palmanshofer aka BÄRENHELD mit seinem Sidekick Berni hätte besser nicht sein können. Für die geschmackvolle Akustik-Gitarrenkunst, sowohl rhythmisch als auch mit klassischen Solo-Einlagen, fanden sich im Laufe des Sets immer mehr Zuhörer im großen Saal ein. Der betont gefühlvolle Gesang von Josua betörte so manche (Dame? Anm. d. Red.) im Publikum. Besungen wurden passend zum Stil von BÄRENHELD Themen, die einen Mitzwanziger beschäftigen: vor allem aber die Liebe (und Lieblingsrestaurants). Mit seinen Ansagen beziehungsweise Geschichten zu seinen Liedern war es Josua ein Leichtes, seine Zuhörer um den Finger zu wickeln.

BÄRENHELD (Pic by Julia Palmanshofer)

Rockiger ging es dann mit dem Alternative/Psychedelic-Rock-Trio MER DE TROIS aus Altmünster weiter, die sich im Laufe ihrer Show mit häufigem Jam-Charakter in einen musikalischen Rausch spielten, dem sich so manch barfüßig tanzender Fan nicht erwehren konnte. Ich selbst fühlte mich in der knappen halben Stunde an die warmen Sommerabende des LAKE ON FIRE – Festivals zurückerinnert, was ein hohes Qualitätsurteil bedeuten soll, spielt dort doch die Crème de la Crème der internationalen Psychedelic-Rock-Szene. Gerne nehme ich mal die Anreise nach Gmunden oder Ebensee auf mich, um bei einem Konzert in ihrer Heimat mehr von MER DE TROIS zu sehen.

Zur Startzeit um 21:00 Uhr scharrten nun die von zahlreichen Fans erwarteten Funk-Rocker ANTILOOPE in den Startlöchern. Die Zeit im Proberaum und den Hintergrund der musikalischen Ausbildung vom Linzer BORG spürte man von der ersten Sekunde an, als die Musiker die Bühne betraten. Die Show perfekt abgestimmt, punktete vor allem auch durch die sympathische Ausstrahlung jedes einzelnen Bandmitglieds. Allen voran ist Sänger und Keyboarder Alex das Aushängeschild der Band, der seine Stimmkünste in seinem gesamten Umfang - von sanften bis himmelhoch jauchzenden Tönen, aber auch extrem schnellem Rapgesang - ausreizte. Die Gitarrenfraktion Luca und Tobias spielte den Funkrock mit modernen Jazz- und Blueseinflüssen auf den Punkt genau, aber auch gefühlvoll. Das Rhythmusfundament setzten Bassistin Anna und Schlagzeuger Florian souverän um, sodass es ein Genuss war, den abwechslungsreichen Songs zu lauschen.

ANTILOOPE

Mit der Hard-Rock-Band THE CATALYST rund um Sängerin Celine wurde die musikalische Ausrichtung dann um eine Spur härter. Die Gitarrenriffs kamen heavy aus den Amps und die Headbanger in den ersten Reihen konnten nun ihre Matten richtig schwingen. Äußerst abwechslungsreich und souverän wurden die Songs dargeboten und erzeugten eine lässige Atmosphäre unter den Fans, die ihre Band während ihrer Show ordentlich abfeierten. Die Stimmung des Abends war vorläufig am Höhepunkt und das Publikum auf härtere Klänge eingestimmt.

THE CATALYST (Pic by Joachim Schwendtner)

Somit war es auch für die bereits seit 25 Jahren aktive Band EMERALD nicht schwer, einige Fans der anderen Bands auf ihre Seite zu ziehen. Der Zuseherraum war zwar nicht mehr ganz so sehr von jungen Leuten gefüllt, Verehrer von Metallegenden wie IRON MAIDEN oder MANOWAR, wie ich einer bin, kamen bei der Performance von knackigen Metalsongs mit geschmackvollen Lead-Gitarren-Einlagen jedoch voll auf ihre Kosten. Man merkte den routinierten Musikern nach wie vor den Spaß an der Musik an.

Ein letztes Aufraffen aller Kräfte gab es dann noch um 23:15 Uhr bei der Show von 15 GB, denen man trotz ihres jungen Alters eine gewisse Bühnenerfahrung und Abgebrühtheit nicht absprechen kann. Vor allem Frontmann Philipp unterhielt mit seinen Ansagen zwischen den Songs das Publikum blendend. Mathias am Bass und Christian an den Drums unterstützen den Sänger und Gitarristen Philipp mit vereinten Kräften, sodass dieser die Sau richtig rauslassen konnte. Schon bei anderen Contests und auch bei ihrem Auftritt am letzten ROCK IM SIXPACK im Schlachthof Wels konnten 15GB nicht zuletzt auch durch den Auftritt des Gastrappers Simon überzeugen. So wurde knapp vor Mitternacht ein mehr als gelungener Konzertabend beendet.


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