Interview: NIGHTBEARER - Michael Torka

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Wir sehen auf dem Cover eine Welt in Flammen, alles geht den Bach runter, der Dunkle König ist seinem Ziel, die Welt in ewiges flammendes Chaos zu stürzen, gefährlich nahe.

Mit "Ghosts Of A Darkness To Come" hat eine weitere Perle des Untergrunds von sich reden gemacht! Frontbrüller Michael Torka nahm sich die Zeit für einen netten Schwatz!

Veröffentlicht am 31.07.2022

Dass der Verfasser die Death-Metal-Band NIGHTBEARER auf den Schirm bekam, war blanker Zufall. Ddass sie von sich reden machen und womöglich zu den Aufsteigern ihrer Szene avancieren, hingegen nicht. Ihr Zweitwerk "Ghosts Of A Darkness To Come" wusste uns und andere Testhörer zu begeistern – kein Wunder also, dass wir Sänger, Texter und Co-Songwriter Michael Torka auf den Verhörstuhl setzen und für euch aushorchen mussten. Erfahrt hier Interessantes zur Entstehungsgeschichte von "Ghosts Of A Darkness To Come", die textliche Verbindung zu R. Jordans "Das Rad der Zeit" und die Sache mit dem Bandnamen!

Tach Micha! Wie geht’s, was läuft?

Moin! Nachdem die Arbeit in der letzten Zeit meine Seele gefressen und unappetitlich wieder hochgewürgt hat, läuft es wieder ganz rund. Wird Zeit, dass wir hiermit endlich Geld verdienen, haha!

Und was läuft? Momentan läuft im Hintergrund die 2011er "Agonie" von DWEF (bis auf das Instrumental trifft das Ding immer noch mitten ins Herz...), und zuletzt habe ich mir abwechselnd mit den neuen LORNA SHORE Tracks (alle achten nur auf Wills überragende Stimme, aber zu dem Killer-Songwriting sagt kaum einer was) und der "Darkness Unbound" von DEMONICAL (nur Hits auf der Scheibe!) den Arbeitsstress grob aus dem Gesicht gebügelt.

Glückwunsch zu eurem neuen Album "Ghosts Of A Darkness To Come"! Bitte erzähl uns sein wenig über dessen Entstehungsgeschichte! Hattet ihr mangels Auftrittsmöglichkeiten mehr Zeit investiert als sonst?

Danke! Wie ich deinem Review entnehmen konnte, kommt das Album ja auch bei dir allerbestens an! Freut mich!

Die Entstehungsgeschichte ist dagegen fast langweilig. Seit dem letzten Abum, "Tales Of Sorcery And Death", haben Dome und ich Riffs geschrieben und uns gegenseitig geschickt, sie abgefeiert, kritisiert, modifiziert, arrangiert und letztendlich gut zehn Stücke daraus entstehen lassen, die sich jetzt auf der Platte befinden (auf der Vinyl nur neun, weil wegen der Spielzeit). Das Ganze haben wir dann den Jungs gezeigt. Die haben auch nochmal ihren Senf dazugegeben. Dann wurden alle Saiteninstrumente aufgenommen, woraufhin Manu die Drums eingeholzt hat. Letztlich habe ich noch ein paar Takte drübergebrüllt, und wir haben uns ein paar Key-Gimmicks einfallen lassen. That's it!

Ob die Pandemie uns dabei mehr Muse und Zeit gebracht hat, weiß ich nicht. An den weggefallenen Auftritten lag es aber nicht.

Und die Texte? Wie seid ihr insbesondere auf "Das Rad der Zeit" gekommen?

Es war mir relativ früh klar, dass ich diesmal ein Album zu einer kompletten Reihe schreiben wollte. Und da der Tolkien-Drops schon mehrfach gelutscht wurde, habe ich ins Bücherregal geschaut und überlegt, was sich denn da anbieten würde, ohne dass ich aber eine Entscheidung treffen konnte. Einfach zu viele Möglichkeiten. Und als es dann ernst wurde und ich so langsam mal mit der Textsammlung anfangen wollte, las ich gerade das zweite Mal die "Rad der Zeit"-Reihe und da mich diese wieder einmal mit der Story, den Charakteren, aber vor allem auch der Philosophie dahinter (Zen-Buddhismus, freier Wille, Schicksal/Vorherbestimmtheit, Wiedergeburt, Sinn des Lebens, Gleichgewicht von Gut/Positivem und Böse/Negativem...) vollends gepackt hatte, dachte ich gar nicht viel weiter. Dass ein paar Monate später eine Serie zur Reihe angekündigt wurde (bzw. ich davon erfuhr), kam da noch verstärkend hinzu. Allerdings...naja...sagen wir es so: ich halte die Umsetzung nicht nur für nicht gut gelungen, sondern auch für frevelhaft verzerrt, was so vieles angeht. Aber das ist ja jetzt nicht Thema.

Wo liegen die Grenzen zwischen der Vorlage und euren Texten? Was ist übernommen und was gegebenenfalls neu?

Neu ist sicherlich die Perspektive jeweils, übernommen sind die Motive, Figuren, Orte und Ereignisse, wobei ich die Frage irgendwie sehr schwer zu beantworten finde. Während ich las, machte ich unablässig Notizen, zu allem und jedem. Alles, was sich irgendwie anbot...Figuren, Orte, Ereignisse...und als ich etwa in der Mitte der Reihe war, hatte ich einen dicken Ordner lauter vollgeschriebener Zettel und habe einen Cut machen müssen. Und dann hieß es zu schauen, woraus sich je ein Text ausarbeiten lässt, was zu welchem Song vom Feeling passt, all sowas. Deshalb behandeln die Texte auch hauptsächlich Dinge, die in der ersten Hälfte der Romanreihe auftauchen bzw. schon klar sind. Netter Nebeneffekt: Niemand wird allzu hart gespoilert.

Und wo ihr nun eine Runde auf dem "Rad der Zeit" dreht, wo findet sich dann euer Maskottchen, der namenlose Wanderer?

Mittendrin! Schau auf das Cover – dort sitzt er über den Flammen der brennenden Stadt und nimmt wie ein Chronist von allem Notiz, ohne aber diesmal aktiver Teil der Story zu sein. Aber er ist bei allem dabei, was ich verarbeitet habe, hat alles gesehen, und er wird auch bei Tarmon Gai'don, der letzten Schlacht, dabei sein...aber das ist eine andere Geschichte, die vielleicht in Zukunft erzählt werden wird.

Das Cover ist mal wieder ein veritabler Eyecatcher! Wie entsteht ein solches Werk, und wie viel davon stammt aus eurer Feder?

Oh ja, das Artwork ist wieder einmal super geworden! Bisher von überall auch hierzu nur Positives gehört und gelesen. Die Entstehungsgeschichte liest sich wie die des letzten Coverartworks:

Ich mache ein paar Skizzen, zeige sie Dome, der Feedback gibt und schließlich absegnet. Mit der Skizze und ein paar Hintergrundinfos nehme ich dann Kontakt mit dem Künstler, hierbei erneut Juanjo Castellano, auf und kläre die Basics. Wie gesagt, so lief das beim letzten Mal und auch schon zuvor bei unserer EP, bei der wir mit Timon Kokott zusammengearbeitet haben (wie auch bei den meisten Shirtdesigns und einigem, was da noch kommt).

Naja, das warf der spanische Hexenmeister sodann in seinen Kessel, fragte noch nach win, zwei Zutaten und zeigte uns einige Zeit später seine erste Version, die schon unheimlich gut war. Dann ein paar Feinschliffe, einiges an Hin und Her, und fertig ist der Eyecatcher.

Gibt es eine Verbindung zwischen Motiv und Lyrics? Und wenn ja, zu welchem Text / welchen Texten?

Ich wollte keine explizite Szene aus den Romanen und auch keine Charaktere o.ä. abbilden, da dies irgendwie zu kurz gegriffen hätte. Ich wollte einen allgemeineren Zugriff, der "offener" ist. Außerdem wollte ich unseren Freund abgebildet haben. Kontinuität und Konsistenz und so.

Wir sehen auf dem Cover eine Welt in Flammen, alles geht den Bach runter, der Dunkle König ist seinem Ziel, die Welt in ewiges flammendes Chaos zu stürzen (vgl. den Text zu "Forever In Darkness") gefährlich nahe. Ein die Welt entflammender Blitz – ob von einem der Verlorenen oder dem Dunklen König selbst geschleudert – schlägt in das uralte Symbol der Aes Sedai ein, das in Analogie zum Yin/Yang unserer Welt durchaus auch mit "Harmonie/Einklang" und einem Gleichgewicht zwischen Gut und Böse assoziiert werden kann. Die Statuen im Vordergrund halten die Banner wichtiger Fraktionen bzw. Figuren, knapp über den tosenden Flammen, sodass sie von diesen berührt aber noch nicht verzehrt werden: Das Drachenbanner, den Adler von Manetheren, das Wolfsbanner. Und hier und da erkennt man den Wind, der durch die Szenerie weht, getreu dem Anfang eines jeden Romans eine Rolle spielt und von R. Jordan stets in veränderter Form aufgegriffen wird.

Wenn ich dich richtig verstanden habe, zählen eure bisherigen Live-Mitglieder inzwischen offiziell zur Band?

Das hast du ganz richtig verstanden. Alle haben sich mehr und mehr eingebracht und Energie reingesteckt, sodass sich das alles mehr und mehr so anfühlte und nur noch offiziell machen mussten.

Wir haben die Aufgabenbereiche nun damit einhergehend aufgeteilt, um die Effizienz zu erhöhen. Und ganz ehrlich – manche Sachen wie Booking liegen mir auch einfach nicht so wirklich, oder Twitter, weshalb beides Oempfi übernommen hat und von Manu beim Booking unterstützt wird. Und auch der technische Firlefanz, generell, und auch was Auftritte usw. anbelangt. Das war eh Domes Baustelle, aber auch er ist nur ein Mensch und da ist es super, dass Manu, der da auch sehr viel Ahnung von hat, ihn unterstützt.

Seid ihr auch alle in die Songwriting-Prozesse involviert, oder habt ihr eine dezidierte "Schreibgruppe"?

Ich sagte ja vorhin, dass jeder in der Band nun seinen festen Aufgabenbereich hat. Das Songwriting ist tatsächlich bei Dome und mir geblieben, sodass wir dafür verantwortlich sind, den Jungs die Songs anzuliefern. Natürlich darf jeder Kritik anbringen, aber bisher kam es nie vor, dass die anderen etwas doof fanden, was wir beiden uns zuvor im stillen Kreativ-Kämmerlein überlegt hatten. Ich denke, in Zukunft wird Manu etwas mehr kreativen Input bei der Gestaltung der Drums liefern als bisher, wobei das aber vermutlich eher im Proberaum als während des Schreibprozesses geschehen wird.

Schwedendeath mit gelegentlichem Doom kennt man ja von euch, aber dieses Mal seid ihr noch eine Ecke verspielter ans Werk gegangen. Was verbindet euch z.B. mit Melodeath? Ich denke da an "Wolves By My Side".

Sowohl Dome als auch ich haben eine Melodeath-"Vergangenheit", die sich zwar unterscheidet (ich kann mit der finnischen Ausprägung wenig anfangen, außer mit WOLFHEART oder wenn ich Schlafprobleme habe, Dome kriegt Herzrhythmusstörungen, wenn er mehr als zwei TBDM-Songs am Stück hören muss), aber Überschneidungen bei AT THE GATES und alten IN FLAMES hat. Da Dome in dem Game noch aktiver zugange ist, stammt der überwiegende Großteil der Melodeath-Leads, Leads generell und Soli sowieso aber von ihm.

Dass die gesamte Nummer "verspielter" ist, war, denke ich, mit Ansage so. Ich finde, Dome, der sich damals eher als Rhythmusgitarrist sah, wird immer besser und fokussierter bei den Leads/Soli und deshalb bin ich froh, davon diesmal eine angemessene Menge in den Songs zu haben, auch da diese die nötige Tiefe und "Farbe" geben, die ich selbst im Songwriting so nicht hervorrufen kann. Ich weiß oftmals nur, dass bei Part X und Y ein Lead hinmuss, welches diese und jene Emotion transportiert, kann es aber nicht umsetzen und dann ist es an ihm, dies kreativ ins Leben zu rufen; was ihm meiner Meinung nach auf diesem Album noch besser gelungen ist als bereits zuvor.

Und mit (Symphonic) Black Metal? Was das anbelangt, hat mich "Where No Wind Ever Blows" sehr überrascht.

Haha, das geht sehr vielen so! Weißt du, das Witzige an der Geschichte ist eigentlich, dass das Black Metal Lead bei "Where No Wind..." von Dome stammt, der eigentlich nahezu keinerlei Black Metal (und auch keinen Doom btw.) hört und die Melodie in einem seiner YouTube-Videos schlicht spontan improvisiert hatte, woraufhin ich es direkt für NIGHTBEARER beschlagnahmt habe, haha.

Hingegen stammt z.B. der Melodeath Pre-Chorus/Chorus von "Wolves by My Side" von mir, was ja eigentlich nicht (mehr) so meine Baustelle ist, dafür aber umso mehr die von Dome.

Man könnte sagen, dass man an diesen Beispielen sehen kann, wie wir a) aufeinander abfärben, und uns b) sehr gut ergänzen. Ich versuche ja ständig, ihm die verschiedenen Spielarten des Black Metal schmackhaft zu machen...aber naja...eine Arbeit, die selbst Sisyphus ein mitleidiges Lächeln abringen würde.

Ich bin ja nach wie vor begeistert von eurem Sound. Sowohl beim Debüt als auch jetzt. Besonders bemerkenswert finde ich, dass ihr so eine gute Balance zwischen Druck und natürlichem Sound gefunden habt, ähnlich wie eure Hamburger Kollegen von ENDSEEKER. Wie geht ihr an euren Sound und insbesondere die neuralgischen Drums heran?

Hier muss ich kurz meinen Telefonjoker zücken, moment...Dome, sag was:

Dome: Bedingt durch meinen YouTube-Kanal habe ich in den letzten Jahren unzählige Pedale gekauft und Sounds ausprobiert. Dementsprechend wusste ich vor Beginn der Aufnahmen, welche Kombination von Sounds ich benutzen wollte. Um zu verhindern, dass ich vor zu vielen Bäumen den Wald nicht sehe, habe ich mich bei den Gitarrensounds auf wenige Pedale beschränkt. Falls es irgendjemanden interessiert, es ist dieses Mal eine Kombination aus dem Lone Wolf Audio Left Hand Wrath Deluxe und dem KMA Dead Stag, die einfach nur hervorragend klingt und genau diese Natürlichkeit, von der du sprachst, liefert. Mir war es des Weiteren wichtig, nicht einfach nur einen „Standard“ HM-2 Sound zu kreieren, sondern gezielt die Unzulänglichkeiten, die mit diesem Sound einhergehen (neigt zum Matschen und man hört die Details nicht so gut raus), mit anderen Sounds zu kontern und diese dann zu mischen. Scheint geklappt zu haben.

Von Vorteil war außerdem, dass ich nach unserem Debüt nicht untätig war und mich weitergebildet habe, indem ich Bücher und Online-Kurse zu Thema Engineering/Mixing usw. kaufte und belegte. Dadurch konnte ich im Vorfeld sehr genau sagen, welche Felle wie gestimmt auf das Drumkit aufgezogen werden sollen und wo wir welche Mikros positionieren sollten. Für die Natürlichkeit war dann Manu zuständig und beim Mixen dann...tja...Probleme erkennen und Probleme lösen, bis es gut klingt. Nächstes Mal muss ich dann hoffentlich noch weniger Probleme lösen, haha!

Seid ihr auf den nun wieder stattfindenden Festivals zugegen? Als Band oder Zuschauer?

Als Band leider nicht. Ich glaube, uns fehlte einfach der Booking-Drive nach der VÖ des letzten Albums, der von der Pandemie hart gekillt wurde, um auch an die passenden Augen und Ohren der jeweiligen Veranstalter zu dringen.

Als Zuschauer wirst du uns aber hier und da finden. Manu und Dome sind zudem mit BURDEN OF GRIEF, bei denen sie ja seit einiger Zeit auch spielen, recht umtriebig im Sommer und auf Festivals, wenn ich das richtig auf dem Schirm habe. Da kann man mit ihnen sicher die ein oder andere Apfelschorle trinken und versuchen nach ein paar Gläsern, Dome vom Black Metal zu überzeugen...good luck!

Wo wird man euch generell live und in Farbe erleben können? Schwarzweiß geht natürlich auch, solange es live ist!

Wir arbeiten noch dran, die "verlorenen Shows" nachzuholen oder Ersatz dafür zu buchen, aber allzu viel ist dabei nicht rumgekommen. Einige Veranstalter haben entweder die Schnauze voll vom Organisieren, sind ausgebucht bis über beide Ohren, können es sich nicht mehr leisten, Risiken einzugehen, haben keine Ausweichtermine in den Locations bekommen, oder dies oder jenes. Zwei größere Shows, auf die wir uns jedoch schon sehr freuen und die bestätigt sind, sind der "Death Metal Birthday" in Rheine am 27.08. und das "Metal Diver Festival" am 11.03.2023. Aber dazwischen ist auch noch einiges in der Pipeline. Wer uns auf den einschlägigen Social Media Kanälen (FB, Insta, Twitter) folgt, wird gut informiert bleiben.

Gibt es noch etwas Essentielles, Interessantes oder womöglich Groteskes zu "Ghosts Of A Darkness To Come" zu wissen, oder habe ich die wichtigsten Punkte so weit erschnüffelt?

Gute Frage. Was ich aber an dieser Stelle mal loswerden möchte, ist meine Freude darüber, dass wir mit diesem Release erstmals fünf verschiedene Vinylfarben (schwarz jedoch nur für den Großhandel) am Start haben, was das Vertrauen von Testimony Records in uns zeigt und wofür wir dankbar sind. Zwar kollabieren die Presswerke aktuell ja immer noch und auch wir mussten jetzt um einen Monat verschieben (zum Zeitpunkt, wo ich das hier schreibe, sind die endlich Platten in Produktion gegangen), aber den Leuten eine größere/breitere Palette an Vinyl anbieten zu können, ist schon super. Mir persönlich würde schwarzes Gold reichen, aber ok.

Du ahnst nicht, wie oft ich schon nach Vinyl zum letzten Album gefragt wurde, was aber seit gut anderthalb/zwei Jahren bei uns und dem Label ausverkauft ist. Auf unserer letzten Show im Mai, der ersten seit über zwei Jahren, haben wir es aber hinbekommen, dass ein Besucher, der uuuunbedingt eine LP haben wollte, diese auf unseren Rat hin online bei einem großen deutschen Buchhandel quasi vor unseren Augen für einen nur leicht erhöhten Preis ergattern konnte. Immer schön, wenn man helfen kann.

Richtig grotesk wird es vermutlich aber erst wieder, wenn wir live unterwegs sind...

Ich glaube, ich habe euch noch nie nach eurem Namen gefragt. Wo kommt der her?

Nein, generell wurden wir das bisher eher selten gefragt. Wenn ich dir auch nicht genau ein Datum nennen kann, so weiß ich aber, dass ich den Namen schon ein paar Jahre mit mir rumgetragen habe, bevor Dome und ich die ersten Riffs austauschten und daran dachten, der Sache einen Namen zu geben. In dem Namen bündeln sich verschiedene Einflüsse:

1) Meine Verbindung zur Nacht und allem Dunklen, was absolut ambivalent ist. Einerseits habe ich in mir eine große Faszination für die Dunkelheit, alles Obskure und Finstere, was sich in der "Nacht" symbolisch verdichtet und mir ein ums andere Mal Kraft und Stärke gegeben hat, wenn ich sie dringend brauchte.
Andererseits lauern auch die Dämonen halt oft im Schatten oder der Dunkelheit, die auch sonst tiefe Abgründe bereithält. Zudem fürchtet sich der Mensch nicht umsonst im Dunkeln, was natürlich aber auch an den eingeschränkten Sinnen und dem "Ausgeliefertsein" zu tun hat...

2) Die ebenso ambivalente Wortbedeutung von "to bear", was "tragen", "ertragen" oder auch "hervorbringen" bedeuten kann. Alles das, was ich unter 1) nannte, tragen und bringen wir zu den Leuten, ertragen es aber auch selbst. Zwar legen wir den Fokus auf phantastische Geschichten, wer aber glaubt, dass diese als Metapher und Allegorie nichts mit der Wirklichkeit zu tun haben können, hat sich gewaltig geschnitten und auch z.B. Robert Jordan nicht verstanden.

Und 3) ist es letztlich eine schöne Spielerei mit dem Namen "Lightbearer", dem Lichtbringer, wie ihn Luzifer, aber auch Prometheus interessanterweise als Beinamen tragen. Beides spannende Figuren, aber das würde jetzt den Rahmen wirklich sprengen...

Auch dieses Mal herzlichen Dank für deine Zeit! Mit welchen Worten lassen wir das Rad der Zeit für heute drehen?

Dir auch vielen Dank für die Fragen und den Enthusiasmus, den du bzw. ihr auch Undergroundbands wie uns entgegenbringt!

"Das Rad webt, wie das Rad es wünscht..." - aber all der Support, den wir seit der EP damals erleben durften, hat dem Rad hier und da eine extra Portion Schwung gegeben. Auch dafür an alle, die uns folgen, unterstützen und Teil des Ganzen hier sind, was wir mit NIGHTBEARER machen: Danke, wir sehen uns on the road!


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