Interview: DIAMOND SKULL - Thomas

Artikel-Bild

Qualität schlägt Massenware

Stoner Rock ohne Schnickschnack auf den Punkt gebracht

Veröffentlicht am 01.06.2022

Könntet ihr euch bitte kurz vorstellen, falls jemand noch nichts von euch gehört haben sollte.
Hey, wir sind DIAMOND SKULL, ein Stoner/Heavy Rock Trio aus Wien und dem Weinviertel.

Welche Band war zuerst da: Ihr oder die Briten?
Wir natürlich (lacht)...ist eine lustige Geschichte...wir recherchierten natürlich vorher im Netz, ob es den Bandnamen schon gibt, bevor wir uns entschieden. Die Briten hatten bis dato nichts released unter diesem Namen. Eines Tages, als unsere erste Single „Cocaine“ 2018 online ging, schaute ich kurze Zeit später ins Netz wie es so läuft und dachte mir,  strange, wer hat denn da unser Profilfoto ausgetauscht, und who the fuck ist das! (lacht). Bis ich dahinterkam, dass die Briten danach ihren ersten Song herausbrachten und ich am falschen Profil war. Wenn ich mich erinnere, nannten sich die Briten vorher anders und benannten sich kurz nach unserem Release um. Hätten wohl besser recherchieren sollen, *haha*. 

Wie lange kennt ihr euch schon? Und wie habt ihr zusammengefunden?
Markus am Bass und ich sicher schon zwanzig Jahre, er ist ein guter Freund unseres ehemaligen Bassisten, er stieß 2018 zu uns. Alex an den Drums und ich kennen uns sogar noch länger, hatten aber lange keinen Kontakt, wir spielten schon als Teenager in verschiedenen Bands und teilten uns öfters die Bühne.

Was beeinflusst euch beim Schreiben bzw. Spielen? 
Die meisten der Songs entstehen simpel daheim auf der Gitarre, ohne sich zu viele Gedanken darüber zu machen, nimm deine erste Emotion, den Moment, verändere es am besten nicht mehr und mach einen Song daraus. Nur so bleibt es echt und berührt dich.

Und dann gibt es Live Sessions im Studio, welche vom Bauch herauskommen, ohne viel reden. Das sind meistens die magischen Songs. Zerdachtes oder Konstruiertes wirst du bei uns nie finden.

Über die Single „The Deal“

Ihr habt im Februar die Single „The Deal“ herausgebracht. Das sind fast 4 Jahre Funkstille von euch. Warum hat das so lange gedauert?
Ja, haha - time flies. Hier die Kurzfassung: 2019 hatte ich eine länger andauernde gesundheitliche Geschichte, zu diesem Zeitpunkt trennten wir uns auch von unserem langjährigem Drummer und Gründungsmitglied Jan, welcher einfach zu eingespannt in seinem Beruf war und sich umorientierte. Danach legten wir eine kurze Pause ein, und ich nutzte die Zeit, um zu genesen und schrieb neue Songs. Dann, boom, kam Covid. Danach hielten wir Ausschau nach einem neuen Drummer und wurden in einem alten Bekannten schnell fündig, spielten kurz darauf ein komplettes Album ein, bis wir im Recordingprozess merkten, dass wir teilweise einen anderen Zugang zur Musik haben. Back to start quasi. Über Umwege fanden wir dann kurz darauf Alex, der lustigerweise ein alter Freund von früher ist, und wir legten mit frischer Energie wieder los, komponierten neue Songs, jammten alte und erforschten unseren neuen Sound, wovon es bald mehr zu hören gibt. 

„Can you hear all the angels sing or is it just the hell we ́re in? Drive through fire, meet the demons, wait for the night, when blood will run. Durch welche Feuer seid ihr gefahren um auf diesen Song zu kommen?
Gute Frage! Durch Schmerzen jeglicher Art, körperlich und physisch. Oft ist man dem Abgrund nahe, jeder kennt das. Man ist an der Grenze seiner Möglichkeiten. Um das geht es mitunter in „The Deal“. Uns ist wichtig, dass jeder seine eigene Interpretation in die Songs legen kann, das überlassen wir dem Hörer.

Ist das Musikgeschäft mittlerweile gefühlt ein „Deal mit dem Teufel“? Immerhin muss man als Musiker schon oft harte Zugeständnisse machen. Schlagworte: Mainstreamtauglich, Nischenprodukt, etc.
Das kommt ganz darauf an, man kann es sehr gut erwischen oder auch sehr viel Bullshit erleben. Die Sache ist die, ist man einmal dabei und hat schon einige Tiefs erlebt, bleibt man dabei, dann kann auch nichts mehr schiefgegen, vor allem wenn es von Herzen kommt! Bei uns ist das zumindest so, weil andersrum hält man nicht lange durch.

Ihr habt eine exzellente Tonaufnahme abgeliefert, wer hat euch dabei unterstützt?
Danke, das freut uns, dass es dir gefällt. Da ich selber schon lange als Engineer und Mixer tätig bin, lag es nahe, unsere Songs im hauseigenen Tonstudio „Pure Sound Recordings“ ohne Deadlines und Druck aufzunehmen und zu mischen. Wir sind froh, diesen Luxus haben zu können und arbeiten immer hart an unserem Sound. Ein sehr entscheidender Punkt unserer Aufnahmen ist auch das Live-Recording, alle in einem Raum. Das ist pure Energie und Power.

„The Deal“ ist ja epische 7:36 min lang. Ist die Aufmerksamkeitsspanne der meisten Menschen ein Problem bei mehr als drei Minuten? 
Ich denke, die beträgt keine fünfzehn Sekunden mehr. :) Man skippt und tippt ja nur mehr in alle Richtungen, haha. Die Länge des Songs hat sich einfach so ergeben, entstand aus einer Live Session heraus im Proberaum. 

Wie seht ihr den Umgang mit Musik-Konsum? Back to the roots – Qualität schlägt Massenware? Oder eher: hören – aber nicht nachdenken/einfühlen?
In der Praxis schlägt Massenware oft Qualität, durch gutes Marketing, etc., aber das war nie unser Ding. Für uns persönlich gilt definitiv: Qualität schlägt Massenware.

Fragen aus Neugier

Habt ihr schon Pläne für ein neues Album?
Definitiv, wir arbeiten gerade an unserem zweiten Longplayer. Vier Songs sind quasi schon im Kasten, aber wir haben ja zum Glück keinen Stress. Aber eins können wir fix schon sagen, es wird sicher keine vier Jahre dauern ;)) 

Wie seid ihr persönlich zur Musik gekommen, und was war der Grund des „Hängenbleibens“?
Durch Musik. Irgendwie sind wir alle kleine Musik-Nerds mit Herz und Seele. Platten von den STONES, LED ZEPPELIN, THE DOORS, MONSTER MAGNET, THE CULT, CLUTCH und unzähligen anderen gaben uns immer Energie und Halt im Leben, und es ist einfach das schönste der Welt, wenn man gemeinsam etwas erschafft und eine gewisse Magie den Raum erfüllt.

 


WERBUNG: Area53 2022
ANZEIGE
WERBUNG: ICONIC - Second Skin
ANZEIGE