RUSSKAJA - Georgij Makazaria

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Ich kann nur rein technisch sagen, dieses Album ist brünett, das andere war blond und hatte Wuckerln.

Wir schreiben das Jahr 2019. Keine Ruhe für RUSSKAJA, sondern der nächste Vollgas Angriff das Tanzbein zu schwingen. Oh, falscher Film, der Polka-Mosh-Pit ist gemeint.

Text: Lady Cat
Veröffentlicht am 30.03.2019

Um dem neuen Album den nötigen Push zu verpassen, gehen RUSSKAJA praktisch vom ersten Tag an mit dem neuen Programm auf Tour. Die frech-witzig-flotte Multi-Kulti-Truppe greift wieder einige aktuelle Themen auf und regt damit zum Nachdenken an. Trotzdem kommt der Spaß nicht zu kurz und die Musik ist heiß und mitreissend. Leider werde ich es zu den Gigs nicht schaffen, daher freut es mich umso mehr, mit Georgij ein Interview machen zu können, um ihm ein paar Geheimnisse zu entlocken.

Georgij, ihr seid eine österreichische Band, die sich einem nicht alltäglichen Musikstil verschrieben hat. Ihr seid damit seit Jahren erfolgreich unterwegs, trotzdem glaube ich, dass nicht alle genau Bescheid wissen, was ihr so macht und wie ihr dazu gekommen seid. Kannst du mir bitte ein wenig über euren Background erzählen:

Ich (Georgij Makazaria) habe Gruppa Russkaja 2005 gegründet. Wir sind sieben Musiker auf der Bühne! Es ist eine Rockbesetzung mit Trompete, Potete und Geige. Wir spielen Turbopolka für Gesundheit und Ska-Rock mit viel Herz und Ohren! Ich selber steh auf härtere Musikrichtungen. Das was wir hören verarbeiten wir in eine Inspiration, wir geben unsere Ingredienzien dazu und schauen was passiert.

Wie würdest du deine Musik jemandem beschreiben, der noch nie von Euch gehört hat?

Ich will es ehrlich gesagt nicht beschreiben. Ich würde es einschalten und hören lassen.

Ende März wird „No One Is Illegal“ erscheinen (Hier geht’s zum Review). Das wievielte Album ist es für die Band und für dich persönlich?

Es ist das sechste Album der Band und für mich gefühlt das 287!

Na das klingt aber nach viel Arbeit dahinter. Ich durfte es schon hören. Im Vergleich zu den anderen ist es sehr politisch geworden und nimmt zu aktuellen Themen Bezug, die viele Menschen bewegen. Wie kam es dazu? Was unterscheidet dieses Album von seinen Vorgängern?

Auch hier gilt: das was uns im Leben beschäftigt fließt in die Inspiration, beeinflusst unsere Ideen beim Text suchen, beim Titel suchen, eröffnet uns die Vielfalt an Themen und Geschichten.
Man vergleicht die Kinder nicht. Das eine Kind ist so, das andere ist anders. Ich kann nur rein technisch sagen, dieses Album ist brünett, das andere war blond und hatte Wuckerln. Es ist das Beste was wir je geschrieben haben.

Wie entstehen Eure Songs? Wer ist fürs Songwriting zuständig, wer schreibt die Texte?

Engel Mayr und ich schreiben alles zusammen. Bei diesem Album hatten wir Input vom Produzenten Team aus Flensburg – Elephant Music. Wenn ihr euch vorstellt wie der Elefant durch den Porzellanladen stampft – so brachial war die Symbiose!

Oh Mann, wie das klingt! Jetzt brauch ich ein paar Tage, um dieses Bild wieder aus dem Kopf zu bekommen! (lach)
Es gibt eine neue Version von „El Pueblo Unido“ – wie kam es dazu?

Wir haben beschlossen den Song neu zu recorden, kleine Veränderungen zu machen und den in dem neuen Konzept wiederaufzunehmen. Warum? Fragen wir uns auch mittlerweile! Sagt uns, liebe Leser, ob das ein Sinn gemacht hat.  

Ihr singt in verschiedenen Sprachen? Warum? Welche Sprache ist dir am liebsten? Wo kannst du dich am besten ausdrücken?

Meine Muttersprache ist Russisch, meine zweite Hauptsprache ist Deutsch, in der UdSSR habe ich ganz gut Spanisch gelernt, im Laufe der Zeit habe ich Englisch gelernt und jetzt kann ich kombinieren zwischen den Sprachen, herumswitchen und schauen was am besten zum Song passt.

Und welcher Song vom aktuellen Album ist nun dein persönlicher Liebling und warum?

Ich stehe besonders auf die Kooperation mit DUBIOZA KOLEKTIV eine wunderbare Band aus Bosnien und anderen Ecken der Welt, der Song heißt „Druschba“ (übersetzt: Freundschaft)

Für das neue Album wird eifrig getourt. Vor allem im April geht es durch Österreich und Deutschland. Spielt ihr auch noch in anderen Ländern?

Wir haben ein paar Konzerte in Holland, freuen uns auf den Gig in Amsterdam in „Melkweg“, spielen in der Czech Republik, und haben sogar Anfragen aus China und Russland. Außerdem planen wir die Reise nach Spanien.

Wo sind eure größten Fans zuhause?

Die Menschen im Norden sind, wie es mir vorkommt, etwas grösser gewachsen, die Männer sind alle fast ein Kopf grösser als ich und die Ladies sind schöne Geschöpfe!

Dankeschön! Dieses Kompliment nehme ich gerne an. Das gefällt mir!
(Anmerkung von Cat: Das Interview war nicht von Angesicht zu Angesicht. Ich wäre so neugierig, wie Gregorij auf meine 1,80 reagiert hätte ... )
Mit welchen Bands würdet Ihr gerne mal auftreten und wo?

Mich würde es sehr freuen mit Helene Fischer auf der Bühne zu arbeiten. Ich hatte schon zweimal das Vergnügen in der Sendung „Willkommen Österreich“, in der wir die Hausband sind, und wo Helene Gast war. Das war großartig. Auf einem Festival würden wir gern den Song „Druschba“ mit DUBIOZA KOLEKTIV spielen. Lustig wäre mal mit DSCHINGISKHAN was zu machen!

Da sind ja einige tolle Sachen. Hoffentlich wird aus dem einen oder anderen Wunsch etwas. Ihr seid also immer viel unterwegs und plant Neues. Was war euer erfolgreichster Gig bisher?

Jeder Gig ist erfolgreich, wenn er nicht durch einen Orkan gestört wird, der die Bühne wegpustet. Das ist uns in Kroatien mal passiert. Sonst sind die Auftritte in Wacken so gut wie alle legendär für uns!

Was machst du bzw. was macht ihr, wenn ihr nicht Musik schreibt oder auf der Bühne steht?

Wir sind dann Familienmenschen oder bereiten alles Weitere vor, um uns wieder auf die Bühne zu stellen. Das ist ein Kreislauf! Nach dem Gig ist vor dem Gig!

Welche Musik hörst du privat?

Ich mag ganz gern russische Musik, historische Romanzen, Soviet Supreme, Le Caravan Passe, Bob Marley, Skrilex, WBTBWB, Olymique, Radio Moscow, Crystal Lake! Mag auch ganz gerne EDM Momente.

Worauf freust du dich in den nächsten Wochen am meisten?

Auf die Generalprobe vor der Tour! Wenn dort alles schief geht, dann wird’s auf Tour gut laufen. Es wird spannend, denn es sind noch einige Baustellen offen, von Technik bis Arrangements und Licht.

Darf ich dich noch um ein paar abschließende Worte für unsere Leser bitten?

Leute, seid respektvoll miteinander, passt gut auf euch auf, bleibt in Bewegung – das ist das Leben. Arbeitet am Abbau eurer Erwartungen, holt euch in stressigsten Situation einen Moment der Ruhe, nur zehn Minuten mit geschlossenen Augen und tiefer Atmung – wirkt Wunder!

Super! Ich gebe das gerne weiter, das spricht mir auch aus dem Herzen. Lieber Georgij, Danke, dass du dir die Zeit für dieses Interview genommen hast. Es waren ein paar sehr erheiternde Momente dabei.

Ich bedanke mich auch für die Fragen!
 


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