Hellavista - Dirty Harry

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„Rest in Pain“ hat aber einen ernsten Text, der allen gewidmet ist, die in der Hölle verrotten sollen.

"Wir machen auf unsere eigene Art und Weise Spaß auf der Bühne und lassen uns auch nicht von jemanden vorschreiben, wie wir unsere Lieder schreiben. Musikalisch gesehen hat HELLAVISTA ein klares Ziel vor Augen. Ich schätze, das ist auch der Grund, warum das Label uns unterstützen will" [Dirty Harry]

Veröffentlicht am 04.09.2018
Für alle, die Euch noch nicht kennen: bitte stellt Eure Band kurz vor und schildert Euren bisherigen Werdegang kurz.
 
Wir sind Hellavista aus Niederösterreich/Wien und spielen eine Mischung aus Thrash Metal und Death Metal mit einem stark groovigen Einfluss. Teilweise haben wir ein Keyboard dabei. Im Großen und Ganzen bezeichnen wir unsere Musik als Groove Metal. Viele Redakteure, die Reviews zu unserem Debütalbum geschrieben haben, hören teilweise auch PANTERA heraus. Im Endeffekt versuchen wir als Musiker etwas Eigenes zu schaffen, um in der Metal-Szene erkennbar zu sein. 
 
 
2012 war bekanntlich euer letzter offizieller Auftritt auf der legendären Metal Fight Night in Wien. Es war auch gleichzeitig das Ende von FREUND HEIN. Warum ist es dazu gekommen? 

Ja, das war nicht so geplant (Harry schmunzelt ein wenig). Als Undergroundband waren wir am Zenit unserer Schaffungsperiode. Auf der Metal Fight Night spielten wir auf der großen Wien Arena-Halle (grinst). Das war schon ziemlich leiwand (Wiener Ausdruck für: großartig, hervorragend etc., Anm. d. Red.). Aus diversen Gründen zog unser Bassist leider in die Schweiz. Das Projekt FREUND HEIN wurde auf unbestimmte Zeit auf Eis gelegt. Nur nach einem halben Jahr kristallisierte sich heraus, dass die Band sich auflösen musste. Der Verlust und Zerfall von FREUND HEIN hinterließ bei uns tiefe Wunden. Wir wollten es nicht wahrhaben und der Rest der Band war auch weiterhin motiviert, Musik zu machen, deswegen beschlossen wir 2014 ein neues Projekt ins Leben zu rufen. Nach vielen Überlegungen stellte sich heraus, dass wir unter neuem Namen weiterhin auf der Bühne stehen wollen. Schlussendlich entstand HELLAVISTA.
 
Eine Neugründung bedeutet auch immer Veränderungen (wie z. B. das Image, die Musik und die Performance). Was für Unterschiede siehst du zwischen FREUND HEIN und HELLAVISTA? 
 
Hmmm… 

Hüpft der Gitarrist jetzt auf der Bühne von links nach rechts, anstatt auf einer Seite stehen zu bleiben?
 
Na, der Glaso (Gitarrist) muss immer auf einer Seite stehen, weil er auf einem Ohr derrisch (österr.: taub, Anm. d. Red.) ist. Was ich damit meine, ist, dass sich von der Performance nicht viel geändert hat. Das Zusammenspiel untereinander hat sich auf jeden Fall gebessert. Durch Glasos (Gitarrist) Riffs ist unsere Musik energiegeladener und es gibt mehr Stellen zum Headbangen als bei früheren Alben von FREUND HEIN. Mein Gesang hat sich auch gut weiterentwickelt. Die Aufnahmen des Keyboards sind von einem Bekannten von uns als Gastmusiker eingespielt worden. 
Inhaltlich hat sich nicht viel geändert. Ironie, Sarkasmus und schwarzer Humor, die sich auf das aktuelle Geschehen in der Welt beziehen, stehen im Vordergrund. Unsere Texte gehen trotzdem immer von einer ernsten Thematik aus. 
 
Anfangs wurde noch HELLAVISTA DEMO 2015 von euch selbst produziert und schon drei Jahre später wart ihr bei ART GATE Records (Spanien) unter Vertrag. Danach folgte gleich euer Debütalbum "Robolution". Das ist ja schon ein Meilenstein für HELLAVISTA. Wie seid ihr über dieses Label gestolpert?
 
Das ist eine ziemlich witzige Geschichte (schmunzelnd). Vorm Unterzeichnen des Vertrags hatten wir schon die erste Version von "Robolution" im Kasten (kratzt sich am Kinn). Ich glaube, im Herbst 2016 spielten wir mit einer befreundeten Band namens EXIT in der Schweiz. Insgesamt hatten wir zwei Gigs im benachbarten Land. Vor den Gigs kündigten wir unsere Auftritte über ein paar Facebookposts mit Bildern an. Da EXIT damals schon bei ART GATE Records uner Vertrag waren, bekamen sie unsere Posts auf der Social Media Plattform mit und riefen uns einige Tage nach den Auftritten an. Das Label erzählte uns, wie leiwand wir gespielt hatten. Wir fackelten nicht lange herum und nach ein paar Gesprächen über Skype boten sie uns einen Vertrag an. Seitdem sind wir gespannt, was uns noch alles erwartet.  
 
Ich bin in unseren dunklen Katakomben von Stormbringer.at auf ein altes Interview mit FREUND HEIN aus dem Jahre 2007 gestoßen und mir fiel eine Aussage von Hack alias Grillhacker (Keyboard) besonders auf: „Wenn uns aber irgendwer viel Geld gibt und uns ein Image aufdrücken will, halten wir brav die Hände auf, hören zu, lachen auf, setzen uns ein Kapperl auf, schminken uns oder was man sonst von uns will.“ 
Ist euer Traum in Erfüllung gegangen und wurdet ihr zur Bitch oder schmiedet HELLAVISTA noch immer sein eigenes Schicksal?
 
Auf keinen Fall (lacht beherzt). Ich meine, wenn wir mehr Geld kriegen würden, würde ich natürlich sogar nackt auf der Bühne tanzen. Wir machen auf unsere eigene Art und Weise Spaß auf der Bühne und lassen uns auch nicht von jemanden vorschreiben, wie wir unsere Lieder schreiben. Musikalisch gesehen hat HELLAVISTA ein klares Ziel vor Augen. Ich schätze, das ist auch der Grund, warum das Label uns unterstützen will. 
 
Wie ist die Rollenverteilung der Bandmitglieder bei HELLAVISTA? Hat sich das Verhältnis zueinander nach FREUND HEIN geändert?

Das Schöne und gleichzeitig das Schlechte ist, dass wir alle Dodln (Clowns) sind (wir beide lachend). Aber es hat sich nur der Ablauf geändert. Glaso (Gitarrist) und Grill (Bass) kommen anfangs mit den Ideen für neue Lieder. Dann grooved Hias alias PP (Drums) dazu. Die Texte kommen dann von mir. 

Was hat euch zu dem Debütalbum „Robolution“ inspiriert? Was für Themen haben euch beim Schreiben des Albums am meisten beschäftigt?

Generell hat uns Thrash Metal sehr stark beeinflusst. Eine wichtige Rolle bei "Robolution" ist einerseits Glaso (Gitarrist) gewesen, der das Grundgerüst der Lieder schreibt und alte Thrash-Bands aus den 80er Jahren gerne hört, wie zum Beispiel ANNIHILATOR, andererseits ist die groovige Note von Hias alias P.P. (Drums) gekommen. Er hat einen ganz eigenen Stil, wie er unsere Lieder untermauert. 
Die Texte von "Robolution" haben sich um die Musik gestrickt. Es geht um Fragen, die die Menschheit beschäftigen. Zum Beispiel über den Tod, den Teufel, um Kriege und soziale Probleme. Alle Themen verpackt in einer subtil kritischen und humorösen Art. 
Eine gesunde Portion Sarkasmus soll zum Heraushören sein, weil das Leben ist ernst genug. Man muss sich nicht noch anscheißen. 

Ich habe mir euer Album „Robolution“ reingezogen. Mein persönlicher Favorit ist „ Attack of the Demon“. Was für ein Lied ist dein persönlicher Favorit?
 
Ähhhhmmm. Das ist sehr schwer zu sagen. „Attack of the Demon“ ist schon mal ein guter Tipp. Es hat einen starken und groovigen Refrain durch die hämmernde Orgel und ist zum Abgehen, deswegen ist diese Nummer richtig zum Party machen geeignet. Aber andererseits ist „Rest in Pain“ eine ziemlich gute Nummer, die beim Publikum immer wieder gut ankommt. „Rest in Pain“ hat aber einen ernsten Text, der allen gewidmet ist, die in der Hölle verrotten sollen.  
 
Werden wir noch dieses Jahr einiges von euch live erleben? Wenn ja, wann und wo?
 
Unser Album-Release war erst im April 2018. Am Freitag, den 13., wohlgemerkt. Die Tourenangebote im Frühjahr waren schon vor unserer Tür, wir mussten jedoch absagen. Jeder von uns geht neben der Band auch arbeiten und deswegen war es aus zeitlichen Gründen nicht möglich. Auf jeden Fall wollen wir im Herbst oder Winter eine Tour beginnen. Natürlich müssen noch Bands, die mit uns mitkommen sollen, gefunden werden, aber wir haben uns für heuer das Ziel gesetzt, zwei bis drei Wochen in Europa unterwegs zu sein.  
 
Ihr habt als HELLAVISTA einige Live-Gigs hinter euch. Welcher war nach deiner Meinung der erfolgreichste bisher?
 
Das Album-Release war bisher der beste Gig bis jetzt. Wir hatten ein unbeschreiblich befreiendes Gefühl, als wir endlich unser neues Album vorstellten. Es waren Familie, Freunde, neue und alte Gesichter im Publikum, die uns nach langjähriger musikalischer Schaffenspause wieder live erlebt haben. Die Stimmung war an diesem Tag ein Wahnsinn. Ich freue mich schon auf den Live-Mitschnitt, den wir releasen werden. 
 
Irgendwelche abschließende Worte an unser Leser?

Ich hoffe, dass den Lesern unser Debütalbum „Robolution“ daugt (gefällt) und der Thrash Metal den Stellenwert wieder bekommt, den er verdient. Seht euch kleine Bands an, um sie zu unterstützen. 
 
 

 

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