STONE SOUR - Roy Mayorga

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Das ergreift einen richtig, das ist wie Liebe.

Miteinander spielen. Einfach drauf los – wird sich schon zeigen, was passiert. Und das auch noch mit ganz viel Liebe. Klingt nicht nur nach herumtollenden Katzenbabies, sondern auch nach STONE SOUR, wenn sie an einem Album oder einer Setlist basteln.

Text: Lora
Veröffentlicht am 07.02.2018

Ihr spielt endlich mal wieder neue Songs live, wie läuft’s damit?

Großartig! Es ist super, die Songs endlich live zu spielen. Wir sind jetzt schon seit Monaten auf Tour, aber es ist echt super, die Songs laut gespielt zu hören – dafür sind sie ja gemacht. Wir sind es eigentlich nur gewohnt, sie im Studio zu hören, da ist es echt super, sie live und für alle zu spielen. Das kommt auch alles gut an. Es ist so schön, die Fans die Songs mitsingen zu hören. Das ergreift einen richtig, das ist wie Liebe.

„House of Gold & Bones“ hatte ja dieses große Konzept, also eine Art Geschichte die sich sogar über zwei Alben erstreckt hat, weil ihr so viel Material hattet (hier geht's zu den Reviews: Part 1 und Part 2). „Hydrograd“ ist da deutlich anders, klingt nach Rock’n’Roll, viel Spaß im Studio und neu ausprobierten Sachen. Wieso habt ihr euch gegen ein weiteres Album mit einer Geschichte entschieden?

Naja, wirklich dagegen entschieden haben wir uns nicht. Wir hatten einfach nicht den Plan noch ein Konzept-Album zu schreiben, denn wir haben ja schon eines. Keiner von uns mag es, sich zu wiederholen. Es geht auch nicht darum großartig davon zu wachsen, wir wollen einfach Musik machen und spielen. Bei „Hydrograd“ wollten wir einfach die besten Songs schreiben, die wir machen konnten. Es ging einfach darum zu schauen, was gut klingt und schon hatten wir das.

Wenn wir jetzt mal den Zeitraum zwischen „House of Gold & Bones“ und „Hydrograd“ nehmen, hast du dich persönlich in dieser Zeit weiterentwickelt?

Klar, man wächst als Person jeden Tag, jedes Jahr. Das, was ich vor fünf oder sechs Jahren war, ist nicht mehr die Person, die ich heute bin. Das ist aber ganz natürlich und geht jedem so. Aber ich selbst habe gelernt das Leben einfach zu leben, das Leben als Vater kennenzulernen, mehr zu Hause zu sein, um mich auf das Leben jenseits der Band konzentrieren zu können. Das hilft dir dann auch, dich in anderen Bereichen zu entwickeln.

Jim hat euch ja leider verlassen, dafür ist Christian neu dabei. Hat euch das beim Schreiben und Aufnehmen beeinflusst?

Oh ja, absolut. Christian in die Band zu holen hat ganz neue Elemente gebracht, die die Band davor nicht hatte. Deshalb auch der Schritt von Metal mehr in die Rock-Richtung, aber das ist echt gut. Wir haben uns davor keine Gedanken darüber gemacht, wie das alles am Ende klingen soll. Das ist einfach so passiert. Christian war so der Arschtritt, den die Band gebraucht hat, er hat uns sehr viel gebracht.

Hast du eigentlich einen Lieblingssong auf dem neuen Album?

Ehrlich gesagt habe ich keinen Lieblingssong, ich mag sie alle!

Wie wär’s denn mit „St. Marie“, der kam ja richtig unerwartet und ist was ganz besonderes?

Ich mag den Song, sehr. Wir haben ihn noch nicht live gespielt, aber ich mag ihn, wie alle anderen. Wobei mir noch einer einfällt, den ich als meinen Lieblingssong bezeichnen könnte: „Somebody Stole My Eyes“. Mag ich total, auch wenn wir ihn noch nicht live gespielt haben. Da hatte ich im Studio auch sehr viel Spaß damit.

Um bei „St. Marie“ zu bleiben – ihr habt einen Country Song geschrieben! Wie kam das denn zustande?

Ja, das war so nicht geplant, auch nicht, als wir ihn geschrieben haben. Als ich ihn zum ersten Mal gehört habe, war da nicht mehr als eine Akustikgitarre und Corey. Corey kam so damit zu mir in mein Studio, ich hab dann einfach Keyboards hinzugefügt, Synthesizer-Keyboards, aber auch nicht mehr. Da war kein Schlagzeug dabei, keine andere Gitarre, gar nichts. Aber als wir dann am Aufnehmen waren im Studio haben wir erst das Schlagzeug hinzugefügt, so wie es auch auf der Platte ist. Wir hatten das Schlagzeug, Bass und Gitarre, aber dann kam die Idee, dass wir auch eine Steel-Gitarre dazunehmen. Und schon hatten wir plötzlich diesen Country-Sound. Wir fanden das gut und wenn das so läuft, dann soll das so sein. Warum nicht, wir können das auch so.

Absolut!

Haha, warum nicht, oder?

 

Wie bringt ihr eigentlich die neuen Sachen und die alten für eure Setlists unter einen Hut?

Einfach drauf los spielen! Wir spielen echt einfach drauf los und machen uns nicht wirklich Gedanken, wie man das besonders gut verbunden umsetzen kann. Wir konzentrieren uns einfach auf die Songs, die am besten ankommen, so entsteht die Setlist. Wir nehmen auch oft Songs, die wir bei vorherigen Shows gespielt haben und bauen das langsam um, indem wir neue Sachen einbauen. Ich bin mit der Setlist momentan echt glücklich, ich würde sogar behaupten, dass das momentan die beste seit langem ist. Denn jetzt haben wir Songs von jedem Album dabei, nicht nur von ein paar. Wir haben wirklich alle sechs Alben eingebaut.

STONE SOUR ist ja keine Band, die von jungen Musikern als erste Band gegründet wurde. Ihr seid oder wart alle noch in anderen Bands, beeinflusst das die Art, wie ihr arbeitet?

Für mich persönlich schon, also meine vergangenen Erfahrungen beeinflussen schon das, was ich jetzt mache. Ich bin mit Soul und Classic Rock aufgewachsen, auch mit Punk und New Wave. Das bringe ich immer noch ein. Auch wenn es auf dem Album nicht danach klingt, da sind Elemente enthalten, die ich von früher hab oder mit früher verbinde.

Was machst du eigentlich wenn SLIPKNOT auf Tour sind?

Wenn die weg sind, dann fangen wir schon mal damit an neue Songs zu schreiben, damit wir schon fertig sind, wenn Corey zurück ist. Das machen wir schon immer so, lief bisher immer gut. Dass wir für SLIPKNOT pausieren und Corey sich auch darauf noch konzentrieren muss, war schon immer so, das ist auch ganz ok so.

Und was machst du so, unabhängig von den anderen?

Ich finde es gar nicht mal so schlimm. Wie gesagt, wir haben dadurch Zeit neue Songs zu schreiben, während die ihr Ding machen. Und ansonsten mach ich halt mal Urlaub! Da hab ich dann halt ein ganz normales Leben, verbringe Zeit mit meiner Familie. Und ich arbeite ja auch noch an anderen Projekten, zum Beispiel mache ich Soundtracks für Filme. Ich nutze die Zeit also echt gut.

Wie war eure Tour in Europa insgesamt gesehen? Was war das Beste, was lief nicht so gut?

Für mich waren alle Shows echt gut. Ich glaube, das war die erfolgreichste Tour, die wir je in Europa hatten. Ich meine, wir haben so gut wie jede Show vor 4000 bis 6000 Leuten gespielt. Das hatten wir noch nie, aber diesmal haben wir es geschafft. Und die Energie, die die Fans mitbringen, ist echt stark. Meine Lieblingsshow war an Coreys Geburtstag in Schottland, das war echt mega. Vor allem, wie glücklich er vor den Leuten aufgetreten ist, als sie für ihn Happy Birthday gesungen haben. Das war ein ganz besonderer Moment für uns alle!

Gab es auch etwas, das nicht so gut lief? Irgendwelche Probleme?

Ach, wir konzentrieren uns doch nicht auf Probleme! Wir versuchen aus jeder Show das Beste zu machen.

Wie ist es eigentlich, mit STONE SOUR auf Tour zu sein, wann gibt’s Zoff?

Ich mag es echt total mit den Jungs auf Tour zu sein. Ich bin jetzt seit elf Jahren Teil der Band, das ist mein Zuhause geworden. Ich mag die anderen, wir kommen gut klar miteinander, das läuft großartig. Egal ob auf der Bühne oder hinter der Bühne, wir haben immer Spaß und kommen gut zurecht. Das tut wirklich gut und ist auch sehr viel wert. Diese Beziehung, die wir da haben, ist etwas ganz seltenes und besonderes.

Apropos auf Tour sein, was habt ihr denn in den nächsten Monaten so geplant?

Wir werden bis zum Sommer leider nicht mehr nach Europa kommen. Aber bis dahin stehen ein paar Touren an, in Kanada, den USA und so. Für die Festivals kommen wir dann aber zurück nach Europa. Übrigens kommen wir zum Nova Rock, im Juni! Wir freuen uns schon drauf, und ihr?


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