ASSASSIN - Band

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"Solange man noch dazu schnippen kann, ist es kein Thrash Metal - sagt Scholli von ASSASSIN". (Ingo)

Die äußerst sympathischen Jungs von ASSASSIN nahmen sich am Tag nach ihrem gelungenen Einstand in Wien Zeit für ein sehr ausgiebiges Interview in gemütlicher Runde.

Veröffentlicht am 13.08.2017

ASSASSIN sind:
Jürgen "Scholli" Scholz (Gitarre)
Ingo Bajonczak (Gesang)
Frank Blackfire (Gitarre)
Joachim Kremer (Bass)
Björn "Burn" Sondermann (Schlagzeug)

Ihr habt letzte Nacht das erste Mal in Österreich gespielt. Wie ist es gelaufen?
Scholli: Sehr gut.
Joachim: Yo! Das war wirklich gut. Das war eine total enthusiastische Show. Wir hatten schon ein bisschen…, weil das vom Veranstalter relativ schlecht promotet war, hatten wir schon die ärgsten Befürchtungen, dass keine Leute kommen oder was weiß ich. Mitten in der Woche und so weiter. Aber es hatte sich dann doch relativ gut gefüllt. Und vor allen Dingen sehr treue Fans, die sogar von weiter her kamen, aus Ungarn, Bratislava, Slowakei und so weiter. Sogar ein paar griechische Fans, die uns vor ein paar Jahren in Griechenland schon mal gesehen hatten. War super, hat total viel Spaß gemacht. Und sehr freundliche und gute Umgebung da, großes Kompliment an die Leute.

Ist irgendetwas Lustiges passiert?
Joachim: Ist da was Lustiges passiert?
Scholli: Ja, einiges.
Joachim: Einiges Lustiges.
Scholli: Die Leute waren, wie er schon sagt, euphorisch und ich hatte mich vorher mit denen auch unterhalten und ja, die waren halt einfach wie man so schön sagt, voll drauf. Hat Spaß gemacht.
Joachim: Das größte Kompliment kam gestern Abend von dieser Griechin, die Blonde, die meinte, sie hätte jetzt mehrmals eine ASSASSIN Show gesehen und sie wüsste, wenn sie zu ASSASSIN kommt, dann ist das jedes Mal Party. Das fand ich ein großes Kompliment, das fand ich gut.
Scholli: Ja und einer hat sogar noch gesagt, er hat viele Konzerte gesehen, auch SLAYER und SEPULTURA, und er meinte ASSASSIN, der Abend gestern, hätte ihm am besten gefallen. Da muss man natürlich lachen, aber er hat es ehrlich gemeint.
Joachim: Man muss dazu sagen SLAYER und ASSASSIN zu vergleichen, das ist wie einen Apfel mit einer Birne.
Scholli: Ja aber allein dieser Kommentar und er hat es ehrlich gemeint. Das ist natürlich schön zu hören.
Joachim: Auf jeden Fall.
Frank: Wie war die Story mit dem, der auf den Kopf gefallen ist?
Joachim: Oh ja, natürlich! So: Haha. Oh mein Gott! Das waren besagte slowakische Fans die da waren und nachdem sie sich durch die mittlerweile vierte Band durchgequält hatten und weil ASSASSIN das Konzert beschließen sollten und auch endlich angekommen waren, auch schon ziemlich stark alkoholisiert durch Schnäpse oder so was waren, hatte einer von denen versucht in seinem volltrunkenem Zustand die Bühne zu erklimmen und ist dabei vollkommen ausgerutscht und ist glorreich mit dem Kopf voll auf dem Boden gelandet, was auch sofort zu einer Platzwunde geführt hat und ihm sofort das Bewusstsein genommen hat.
Scholli: Aber nur kurz!
Joachim: Ich hab gedacht der ist tot.
Ingo: Vor allem, ich hab dann noch geraten von der Bühne aus, er soll doch besser ins Krankenhaus fahren. Eine Schädelbasiswunde ist kein Witz, aber der stand zwei Minuten später wieder vor der Bühne und ist wieder abgegangen.
Scholli: Und auch mit der Schnapsflasche.
Joachim: Mit der Schnapsflasche! Ein schönes Beispiel für „Totgeglaubte leben länger“. (lacht)

Gibt es ein Land in dem ihr noch nicht gespielt habt, in dem ihr gerne einmal spielen möchtet?
Ingo: Ein Land in dem wir noch nicht gespielt haben?
Frank: Viele. Viele.
Burn: Also ich würde total gern mal in Ungarn spielen auf dem Sziget. Find ich super. Geiles Festival, mitten auf einer Insel.
Joachim: Wir hatten dieses Jahr das Angebot nach einem Radiointerview in Neuseeland, hatte sich der Moderator ein bisschen so emporgeschwungen sag ich mal, für uns eine Tour klar zu machen und es ist auch bis zu einer Show in Sydney gekommen, die dann auch schon bestätigt war, wo der erste Schritt schon mal gemacht war, im Sinne von in Neuseeland/Australien zu spielen. Da würde ich gerne noch mal irgendwie einen zweiten Anlauf starten und da mal spielen. Das fänd ich toll.
Frank: Hat aber leider nicht geklappt, weil dieser angebliche Veranstalter sich da nicht mehr weiter gemeldet hat und einfach gar nicht mehr erreichbar war. (lacht)
Scholli: So ist das meistens.
Joachim: Viel wollen und im Endeffekt faule Socke.
Frank: Ja, schade drum, das wär nicht schlecht gewesen.
Joachim: Das wäre super geworden.

Ende letzter Woche habt ihr auf dem Bang Your Head Festival gespielt. Habt ihr Zeit gehabt, euch auch andere Acts anzusehen?
Frank: Ja, zum Beispiel MICHAEL SCHENKER war sehr gut.
Joachim: Ja!
Frank: Meines Erachtens nach der beste Act des Abends.
Joachim: Der war toll.
Frank: Der war richtig super.
Ingo: DOKKEN war auch nicht schlecht. Mr. Don Dokken…
Frank: Fand ich langweilig, DOKKEN.
Scholli: War langweilig.
Joachim: Den hab ich 1987 in der Vorband, als Supportband von AC/DC noch gesehen, DOKKEN.
Frank: Ich hab ihn als Support von, was war das, ACCEPT in der Grugahalle [in Essen] mal gesehen, aber die damalige Zeit war anders, aber heutzutage… fand ihn eher langweilig, aber das ist alles Geschmackssache.
Scholli: Aber das muss ich auch sagen, und das Publikum auch, wir haben uns ja einige Bands angeguckt, DOKKEN zum Beispiel, der Name ist zwar da, auch VICIOUS RUMOURS, aber es kam nix dabei rüber. Man hat sich das angeguckt und stand einfach im Publikum und hat gedacht: "Naja, gut". Wer zum Beispiel witzig war, war RAVEN…
Ingo: Das sind halt zum Teil Erinnerungen an früher so.
Scholli: Ja, aber zum Beispiel die Band RAVEN, die waren halt authentisch. Das waren halt die alten, klar der Drummer war halt ein anderer, aber die haben noch Spaß dran gehabt. Die haben das rüber gebracht. Die haben auch ihre Jokes da gemacht, ein bisschen so wie wir auch.
Frank: RAVEN sind für ihr Alter noch super drauf.
Scholli: Und das Konzert hat Spaß gemacht, also die Band hat mich jetzt so…
Frank: Ja doch, RAVEN. Hut ab!
Scholli: Auf jeden Fall.
Joachim: Für mich war es auch wie Frank zu Anfang sagte, MICHAEL SCHENKER. Da hab neben der Side Stage gesessen und hab mich gefühlt wie so ein 16 jähriger Junge. Ich konnte froh sein, dass ich meinen Mund zu halten konnte, sonst wäre mir Speichel runtergelaufen. Da war ich wirklich sehr, sehr beeindruckt. Das war ein Erlebnis. Das war echt ein Erlebnis. Das war ein Rock 'n' Roll Erlebnis.
Scholli: Er saß dann auch wie ein kleines Kind da.
Ingo: Das war als ob der Haare gehabt hätt'. Lange!
Joachim: Und ich hab ihm die Hand geschüttelt. Ich hab ihm Backstage die Hand geschüttelt, das war mir wichtig.
Scholli: Deshalb bin ich froh, wenn ich auch dir immer die Hand schütteln darf, Joachim.
Joachim: Das weiß ich. Aber ich mach das auch gerne.
Ingo: Die Hand schütteln?
Joachim: Jo, jo.
Frank: Shake Hands!
Scholli: Andere gute Bands haben wir leider verpasst, die waren alle am Tag vorher.
Burn: Ich sowieso, ich war hackeblau. (lacht)
Frank: Wir sind Freitag so spät angekommen, da war schon alles vorbei.
Burn: Ich hab´ gedacht Sonntag wär´ halt auch noch was, aber...
Scholli: Die interessanten Bands, oder sag' mal die uns wahrscheinlich mehr gefallen hätten, die haben Freitag gespielt.
Ingo: Wir kommen ja zum Arbeiten hin und nicht zum Vergnügen.
Scholli: Ja, ich mein', es waren ja interessante Bands dabei, aber wenn du nicht da bist…
Frank: Ja, so ROSE TATTOO hätte ich noch gern gesehen. Wer war da noch? Da waren so viele.

Ich glaube, VINCE NEIL hat sicher nicht zu den Acts…
Scholli: Nein!
Joachim: Der hat auch eine scheiß Show abgeliefert.
Scholli: Wir haben's so erzählt bekommen.

Das hab' ich auch gehört.
Joachim: Das hat schon richtig Kreise gezogen, nö? Hast du mitgekriegt? Ja, der hat sich da echt ein Ding geleistet, der hat sich da echt ein Ei gelegt.

Welche Musik hört ihr privat am liebsten? Hört ihr am liebsten nur Metal und Hardrock, oder auch andere Sachen?
Joachim: HELENE FISCHER!
Burn: DIE SCHLÜMPFE.
Frank: Ich glaube, da hat jeder so seine eigenen Vorlieben.
Joachim: Also ich hör' gerne Bob die Bahn.
Burn: (lacht)
Scholli: Ich höre gerne Bob der Baumeister.
Joachim: Ne, ernsthaft.
Frank: Ich glaube, da ist jeder individuell.
Joachim: Da haben wir vorher darüber gesprochen, Brigitte, dass der Mem [von Stein] von EXUMER, der hatte irgendwie was rumgeschickt von einer Band die er entdeckt hatte, auch so ein bisschen Death, aber nicht Death Metal, also sowas wie GHOST, so in der Richtung. KING NOMAD heißt die Band und ich hatte mir das angehört und die fand ich grandios. Die Platte, die die rausgebracht haben fand ich total toll. Und wir haben gerade auf Tour haben wir…
Burn: AUDREY HORNE!
Joachim: AUDREY HORNE, genau.
Burn: Die fanden wir auch gut.
Frank: AUDREY HORNE ist doch Scheiße.
Burn: (lacht)
Scholli: Ja also jeder hat wirklich, ich glaube, jeder hört was anderes. Sag' mal ich bin stehen geblieben in den 80ern. Ich hör' meisten den alten Sch… oder den alten Kram muss man sagen, oder den alten Scheiß, hab' aber Spaß da dran. Klar neue Sachen auch, aber hier ist das alles ganz unterschiedlich.
Burn: Ja, ich glaub' auch, dass jeder was anderes hört.
Ingo: LAMB OF GOD, PANTERA...
Frank: Das ist jetzt sein…
Burn: Ja, das ist jetzt wieder Ingo hier. Sein persönliches Ding. Davon distanzier' ich mich mal ganz weit, das geht ja gar nicht.
Ingo: Ich hör' auch gerne RUSH. Ich glaub' du wirst allerdings bei ASSASSIN wenig Elemente davon finden.
Frank: Ich glaube bei RUSH finden wir uns zusammen.
Scholli: Ja.
Joachim: Ja.
Ingo: Die hören wir zum Beispiel alle gern…
Burn: Na ja, alle?
Ingo: … aber trotzdem sind die nur im allerweitesten Sinne ein Einfluss.
Joachim: Was das angeht und was immer geht und mich mein Leben lang begleitet ist FRANK ZAPPA.
Frank: Ja, auf jeden Fall.
Joachim: Von dem kann man so viel klauen und es merkt keiner. Das ist super!
Scholli: Ne. Du merkst, [zeigt auf die Bandmitglieder] sehr unterschiedlich.
Burn: Wir machen einfach so 'ne Diskussion. Eine Podiumsdiskussion. Heute: FRANK ZAPPA.
Ingo: Was ASSASSIN angeht, gibt's da schon einen Konsens, wir sind eine Thrash Metal Band. Gerade der Scholli als verbliebenes Urmitglied und Gründungsmitglied, der hat eine klare Vision wie er sich vorstellt was ASSASSIN sind und wie wir zu klingen haben.
Scholli: Ja, aber wir sind 'ne Band.
Joachim: Ja trotzdem, das muss ja 'ne Richtung haben.
Ingo: Das ist ja das Schöne, dass man sich selber einbringen kann, aber ich finde es darf durchaus auch 'ne Leitlinie da sein. Auch mir selber geht's mit anderen Bands so, dass ich von denen bis zu einem gewissen Grad ja etwas erwarte. Von ZZ TOP zum Beispiel braucht kein Mensch ein Reggae-Album. Ich bin mir sicher, die drei Herren würden das auf die Kette kriegen, aber will das hören? Das braucht kein Mensch. Du willst eine entsprechende ZZ TOP Platte haben. Und ich denke ähnlich geht es auch, und durchaus zu Recht, den ASSASSIN Fans, dass die, wenn die 'ne ASSASSIN-Platte haben wollen und wie jetzt mit neuen Mitgliedern mitunter dabei, dass es trotzdem noch ASSASSIN ist, das es klar ist, das ist Old-school Thrash Metal. Es darf sich vielleicht auch, das werden wir ausprobieren müssen, vielleicht für die Zukunft, ein bisschen weiter entwickeln, ins Jahr 2017, 2018, aber es muss trotzdem ASSASSIN sein.
Scholli: Wir haben einen entscheidenden Punkt, den wolltest du ja sagen, für mich ist die Regel, man darf dazu nicht schnippen können.
Ingo: Das darfst du gerne als Schlagzeile benutzen: "Solange man noch dazu schnippen kann, ist es kein Thrash Metal – sagt Scholli von ASSASSIN". Ich persönlich halte das für Quatsch, aber ich finde diese Aussage trotzdem grandios, deswegen mach 'ne Schlagzeile draus bitte.
Scholli: Headline und Statement.

Die nächste Frage ist für dich, Scholli. Die Band hatte sich Ende der Achtziger aufgelöst, nachdem das Equipment gestohlen wurde. Wenn du jetzt zurückdenkst, glaubst du, dass es die richtige Entscheidung war?
Scholli: Ja, man muss erst mal dazu sagen, ich bin ja auch kurz vorher ausgestiegen. Ja, was heißt kurz vorher? Mehr als über ein Jahr vorher. Da gab's halt interne Unstimmigkeiten und Vorstellungen wie es weitergeht und mir gefiel das halt nicht und dann waren die Jungs doch schon sehr erfolgreich und man hätte auch noch wesentlich mehr draus machen können, aber dann wurde denen auf seltsame Weise die Sachen gestohlen. Das Schlimme war vorher, die hatten bei den Arbeiten für das nächste Album ihren Stil geändert, es gab Umbesetzungen und es ist gut, dass die das Material nie veröffentlicht haben. Ja, das muss man so wirklich sagen. Ich hab's selber gehört. Es wär' nicht mehr ASSASSIN gewesen. Es wär' ganz was anderes gewesen und da war es vielleicht gut so. Und ich sag' mal die Reunion dann 2002, so ungefähr 2001/2002, war schon der richtige Weg, aber es hat sehr viele personelle Umstrukturierungen gegeben und ohne das jetzt schönreden zu wollen weil sie hier sitzen, es ist das beste Line-Up, muss ich so sagen, also das ist jetzt kein Schöngerede, aber es ist so. Hat lange gedauert, aber so passt's.

Eine Band ist ja auch etwas Organisches, das sich entwickelt, auch wenn manche Fans sich wünschen würden, dass immer die Originalbesetzung bleibt, aber das ist eben nicht realistisch.
Scholli: Ja. Das ist definitiv natürlich besser für den Zuschauer, wenn da die komplette alte Band steht und spielt, keine Frage, aber es war ja auch so, bei der Reunion waren neben mir eigentlich nur der zweite Gitarrist [Dinko Vekic] und der Robert [Gonella] von der Originalbesetzung. Und dann hat sich das immer gedreht, dann ist der ausgestiegen, dann ist er wieder und dann kam der rein. Und der Stil war auch so undefiniert dadurch und jetzt passt's halt.

Ihr habt jetzt Frank als neuen Gitarristen. Ist es dir leicht gefallen einzusteigen und das Material zu spielen?
Frank: Ja, eigentlich schon. Ja. Es ist halt ein Stil, den ich eigentlich schon gewohnt bin. Vielleicht die oder andere Sache ein bisschen auf eigene Art gespielt, aber wenn man sich einmal da reingefunden hat, dann klappt das eigentlich.
Joachim: Man muss auch dazu sagen, der Frank hat ja viel Erfahrung.
Frank: Man muss sich einmal die Schritte merken, ist eigentlich überall so, wenn man neu irgendwo einsteigt. Das war jetzt keine großartige Umstellung für mich, da in diese Stilart hineinzukommen, es ist eigentlich das was ich ziemlich lange auch mache.

Es ist nicht viel anders als bei SODOM oder KREATOR, wo du ja auch später eingestiegen bist.
Frank: Ja. Ich sag mal jede Band hat vielleicht so ihre Eigenarten. Bei SODOM war die Eigenart dass ich der einzige Gitarrist war. Bei KREATOR war halt mehr die eigene Art von Mille, die halt Jahre vorher eigentlich schon so war, ich aber trotzdem meinen Einfluss da mit reinbringen konnte. Und meine eigene Band, wo ich letztens Ende 2015 ein Album veröffentlicht habe, was eigentlich auch in diese Richtung ist, also auch diese typische, traditionelle Old-school Thrash Metal Schiene ist, von daher ist das eigentlich im Groben, sag' ich mal, eine Stilrichtung. Natürlich hat jeder noch ein bisschen so seine Eigenarten, von den Anschlägen her und von Riffings und Akkorden und so, aber im Groben waren das keine Sachen, die ich nicht spielen konnte oder wo ich Schwierigkeiten hatte. Eigentlich Sachen, die man ganz gut und locker spielen konnte.

Es sind sich ja sehr viele einig, dass SODOM mit dir einen großen Entwicklungsschritt gemacht hatten und erst wirklich gut geworden sind. "Agent Orange" meinen ja noch immer viele, ist das beste SODOM-Album.
Frank: Ja, sagen viele Leute heute noch. Ja, klar. Ich sag' mal, klar bei "Agent Orange" ist in Wahrheit die Sache, dass wir… wir hatten ja vorher schon mit Harris Johns "Persecution Mania" aufgenommen und auch die EP "Expurse of Sodomy". Und mit Harris, eigentlich damals nach "Obsessed By Cruelty", hatten wir erstmals einen wirklich guten Produzent, der auch auf alles geachtet hat, Timing und das wir die Stücke auch sauber einspielen und haben dann nach "Persecution Mania" sag' ich mal, noch mal einen Schritt gemacht. Alleine produktionstechnisch ist das Album halt wirklich sehr gut vom Sound geworden für die Verhältnisse seinerzeit. Und auch vom Songwriting her haben wir uns da noch mehr Mühe gegeben, sag' ich mal, gerade ich und Christian [Witchhunter], der Drummer, wir haben jeden Tag eigentlich geprobt und haben die Stücke so gut eingespielt gehabt, dass wir die im Studio eigentlich ziemlich gut und schnell einspielen konnten. Von daher ist "Agent Orange" dann auch ein etwas ausgereifteres Album geworden, auch von dem Songwriting her und wie gesagt von der Produktion von Harris Johns dann auch noch dazu, ist das Album halt doch ein Meilenstein geworden, auch in der Geschichte von SODOM.

Bist du neben ASSASSIN auch weiterhin solo aktiv?
Frank: Ja. Im Moment weniger. Ich hab immer mal ein paar Ideen für neue Stücke und so. Ich möchte natürlich auch weiter Soloalben veröffentlichen. Vielleicht auch mal reine Gitarrensachen, die jetzt sagen wir mal songwritingmäßig…
Joachim: Darf ich mal ganz kurz…
Frank: Nein! Schnauze!
Joachim: Du hast doch gerade die "Back on Fire" rausgebracht vorletztes Jahr und hast 'ne Japantour gemacht.
Frank: Ja, ich hatte dir erzählt, mit dem Album das ich rausgebracht hab', da hatten wir auch auf einem Festival in Japan in Osaka gespielt und halt noch ein paar kleine Gigs hier und da. Aber zu deiner Frage nochmal zurück, ob ich weiter Soloalben veröffentlichen werde, auf jeden Fall. Ich würde gerne mal so ein reines Gitarrenalbum machen, das halt mehr instrumental sein wird, ohne halt diesen typischen Thrash Metal Stil, der halt eigentlich immer schon mein Ding war, oder womit ich immer in Verbindung gebracht werde, aber ich würde auch gerne mal rein gitarrentechnisch mal ein Album demnächst… was heißt veröffentlichen? Veröffentlichen heutzutage ist immer schwierig. Der Vertrieb halt… ob Leute das überhaupt hören wollen, weiß ich auch nicht. Wie gesagt, es ist alles nicht so einfach.
Burn: Kann ich nochmal zu der Frage zurückspringen, ob es gestern was Lustiges gab?

Okay.
Burn: Und zwar haben wir gestern "Baka" gespielt…
Joachim: (lacht)
Burn: …und "Baka" wurde gestern umbenannt in "geh' scheiß'n!" ("geh' scheiß'n!" Zwischenrufe) Das war auf jeden Fall sehr grandios!
Joachim: Wiener Schmäh und das fanden wir so lustig.
Scholli: Ja, wir wollen das Publikum immer in die Shows mit einbinden und gerade in dem Song ist sehr schön, dass im Refrain das Publikum das immer mitgrölt.
Joachim: "Baka".
Ingo: Das ist so, dass wir das eigentlich national anpassen.
Joachim: Das machen wir überall so, auf dem Bang Your Head war es nur "wäh!".
Ingo: Als wir in Frankreich waren "trou du cul", oder wie heißt das auf Französisch, Arschloch?
Joachim: Trou du cul.
Frank: Trou du cul.
Ingo: Und in Wien war's eben "geh' scheiß'n!".
Joachim: In Griechenland war's "malaka", natürlich.
Scholli: Am Bang You Head war's "wäh!".
Burn: Hatten wir auch noch nicht.
Frank: Das einzige, was man raus gekriegt hatte.
Joachim: Ja, genau, das stimmt. So früh am Morgen schon "wäh!". [ASSASSIN spielten um 11:30 Uhr]
Ingo: Die Leute waren da. Respekt dafür!

[Unseren Livereport vom angesprochenen Bang Your Head-Festival findet ihr HIER]

Wie waren die Reaktionen auf "Combat Cathedral" [Review] und auf Ingo als neuen Sänger?
Burn: Eigentlich durchwegs positiv.
Joachim: Zu unserer eigenen Überraschung! (lacht)
Burn: Wir konnten es nicht glauben. (lacht)
Ingo: Von allen andern, nicht von euch.
Scholli: Es gab lediglich, sag' ich mal ein paar…
Burn: Wir wussten ja auch schon was der Ingo kann.
Scholli: Es ist definitiv insgesamt sehr gut angekommen, auch weil er seinen eigenen Stil singt und nicht versucht den Robert zu kopieren, aber es ist eine gewisse Nähe und Vergleichbarkeit drin. Es gibt natürlich Leute die sagen: "Ja, da steht der Robert nicht auf der Bühne". Das ist nun mal so. Ja. Und dann kann man sich entscheiden, entweder guckt man sich ASSASSIN noch an oder nicht. Also es gibt da schon ein paar Spezialisten, was wir auf Konzerten mal erlebt haben, die dann gesagt haben: "Ja, ne, das ist nicht ASSASSIN". Dann brauchst du dir das eben nicht nochmal angucken. Die Meinung ist okay. Leider aber waren die Argumente ziemlich daneben. Aber das gibt's halt, das gehört dazu und das muss man halt einfach akzeptieren. Wenn das gute Argumente sind, sag ich „Klar, das kann man vertreten, die Meinung." Aber wenn gar nichts folgt und nur…
Joachim: Nur Stänkerei, so.
Scholli: Ja, das war mehr Stänkerei. Aber das muss ja jeder wissen. Jeder weiß, die Band hat sich umbesetzt und das muss man für sich dann entscheiden.
Burn: Ja, aber insgesamt gab es sehr gute Reviews.
Scholli: Ja, definitiv.
Burn: Also es kamen ja auch so in den Reviews die ich selber gelesen habe oder so was, kam es mir auch so vor, als hätte die Leute mal die Platte gehört, im Vergleich zu der Platte davor ["Breaking The Silence"].
Scholli: Ja, ist ja so.
Burn: Ja, oft. Deshalb gibt's ja 'nen Pressetext…

Wenn ich mich nicht irre, hat Robert vorher die meisten Texte geschrieben.
Scholli: Alle.
Joachim: Alle, ja. Er hat alle geschrieben.
Scholli: Robert hat alle Texte geschrieben. Ja.

Und wie handhabt ihr das jetzt?
Ingo: Jetzt schreib ich alle Texte.
Joachim: "Ambush", den Text hab' ich geschrieben.
Scholli: Ja, das stimmt. Das war das erste Mal, dass auch jemand anderes aus der Band den Text geschrieben hat. Eigentlich war es immer so…
Ingo: Wobei es an und für sich gar kein Problem wäre, wenn die anderen Jungs Textideen haben oder hätten. Wenn es jetzt nicht die totale Grütze ist, bin ich mir nicht zu fein dafür, das dann auch zu singen. Und bei "Ambush" jetzt zum Beispiel, fand ich auch den Song sehr stark. Joachim hat auch den Song geschrieben. Für mich war das ein Komplettpaket was für mich gepasst hat. Wir haben uns ausgetauscht, wie er sich das vorstellt und dann hab' ich versucht es umzusetzen. Hoffe, es ist einigermaßen gelungen.
Joachim: Ja, geht so. (lacht)
Ingo: Vom Gesang mein' ich.
Joachim: (lacht noch) Ja, ich auch.

Inhaltlich seid ihr euch ja selbst treu geblieben und euren Themen.
Scholli: Ja. Ich mein'… er ist nun mal der Sänger, oder Robert war auch der Sänger, an sich liegt es ihm ja frei das zu singen, welche Meinungen er hat. Ich kenn' jetzt nicht jede einzelne Zeile, aber worum es da geht in den Texten ist auch okay. Für mich jetzt sag' ich mal. Von daher: alles gut.
Joachim: Das sind aktuelle Themen. Wir leben gerade so ein bisschen in turbulenten Zeiten, sag' ich mal, und das wird natürlich auch textlich, von den Themen her oder so was, in den Songs dann auch besprochen oder aufgegriffen und dann versucht musikalisch umzusetzen.
Scholli: Was zum Beispiel auch gestern sehr gut ankam, ist der Song "Destroy The State" und über das Thema hab' ich mit den Leuten vorher auch gesprochen. Mich interessiert halt auch was in anderen Ländern abgeht und dann kam halt durch: Es ist fast genauso wie in Deutschland. Es ist schon so, dass man einfach nicht zufrieden ist und man weiß, wo die Tendenzen sind und so ein Text…
Joachim: Ist ein Statement.
Scholli: Ist ein Statement.
Frank: Destroy The Statement.
Scholli: Bravo! Das war ein Fibs.
Ingo: Ich denke, letzten Endes ist es auch ein kreativer Prozess. Ich glaube, dass es dankbar für 'ne Band ist, wenn der Sänger auch mitunter die Texte mitschreibt, weil halt das auch mit den Gesangsparts zusammenhängt. Von der Phrasierung und von dem, was wo wie passt, vom vokalmusikalischen, technischen Aspekt aus gesehen. Man kann vielleicht Gedanken haben und 'nen Text haben und irgendwas runterschreiben, aber das muss ja letzten Endes auch beim Hörer ankommen, das muss man auch einmal umsetzten. Das ist das eine. Und das andere ist, da bin ich auch sehr froh drum, dass ich bei ASSASSIN da wirklich auch die Freiheit hab' meine eigene Meinung und meine Gedanken auszudrücken. Natürlich lesen die Jungs auch die Texte und wenn denen was nicht passen würde, würden sie es sagen, aber ich glaube da haben wir relativ, im Großen und Ganzen dieselbe Wellenlänge.

Gibt es einen Song vom neuen Album den ihr live besonders gerne spielt?
Joachim: Ja! Für mich schon. "Red Alert" find' ich total klasse.
Scholli: Tu' ich auch.
Joachim: Das ist auch eine musikalische Herausforderung, also das ist schon fast progressive.
Ingo: Ich finde "Back From The Dead", das ist auch ein Statement. Das find' ich auch live immer wieder… Das ist ein Song vom neuen Album und damit auch mein Einstand und ein Statement ganz persönlich von mir. Ich find's schon gut auf der Bühne zu stehen und den Leuten auch klar zu machen: ASSASSIN sind "Back From The Dead". Das haben wir gestern Abend deutlich gemerkt, das hat echt Spaß gemacht. Auch bei den neuen Tracks, da war ein Typ vor der Bühne der nahezu das ganze Set über alle Texte mitgesungen hat, was natürlich für mich als Sänger so die Arschkarte ist, weil dann weiß ich: "Scheiße! Jetzt kannst du dir auch keinen Verpatzer irgendwie erlauben".
Joachim: Der kann das besser als der Sänger! (lacht)
Ingo: Der kannte aber auch die Songs vom neuen Album. Das ist natürlich dann schön, wenn man sieht, dass nicht nur die Traditionals, die Classics bei ASSASSIN live heutzutage ziehen. Und ich denke das ist auch legitim, weil ASSASSIN das erste Mal in Österreich spielen, das wollen die Leute auch sehen und sollen sie auch von uns kriegen, aber ich find' es trotzdem wichtig, dass man auch das neue Album promotet und da wenigstens auch ein paar Tracks von im Liveset hat und anscheinend die Nummern ähnlich gut ankommen wie der alte Kram.

Da habt ihr vielleicht auch einen kleinen Vorteil gegenüber Bands die damals schon ganz groß waren und so etwas wie große Hits oder große Erfolge gehabt hatten, wo teilweise auch immer dieselben alten Songs erwartet werden von den Fans, während sie bei euch offener sind für neues Material und neue Songs.
Joachim: Ja, das stimmt. Allerdings, das stimmt.
Burn: In der Band haben wir einfach viel mehr Freiheit.
Joachim: Das meinte auch die Plattenfirma.
Burn: Wir waren halt längere Zeit weg, aber das sind meiner Meinung nach auch genau die Freiheiten, die wir auch haben.
Ingo: Für manche Leute sind ASSASSIN auch 'ne neue Band. Die wissen halt, die gibt's schon lange und den Namen haben sie gehört, viele haben die Musik noch nicht gehört und das ist vielleicht ein bisschen schon die Chance jetzt. Aber nichts desto trotz, glaube ich ist das relativ, weil auch wir haben unser "Ace Of Spades" im Programm. Ich steh auf den Song nicht sonderlich, aber ich weiß es ist ein Song, den die Fans erwarten, ein Classic. Und Scheiße noch mal, dann spielen wir halt jede Show "Bullets"! Ob ich da jetzt Bock drauf hab' oder nicht, ist da gar nicht wichtig, weil die Leute kommen um ASSASSIN zu sehen und mein Job ist es auch mitunter als neuer Sänger 'ne gute Show zu performen und denen das zu geben, was sie hören möchten. Dafür sind sie da und dafür sind letzten Endes aber auch wir da.
Joachim: Auf jeden Fall. Entertainment.

"What Doesn't Kill Me Makes Me Stronger" – ist das auch euer Motto?
Ingo: Manchmal. Manchmal essen wir einfach auch nur Kuchen.
Burn/Scholli: (lachen)
Joachim: "What Doesn't Kill Me Makes Me Stronger", so…das ist ja dieses Ding, Beharrlichkeit kommt doch zum Ziel oder so was, und das ist irgendwie im Fall von ASSASSIN ist das der… ich habe gerade nach dem Wort gesucht, aber ich habe es gefunden, der „modus operandi“.
Ingo: Ah!
Scholli: Oh!
Ingo: Womit er nochmal beweisen möchte, er ist der Intellektuelle. Sozusagen nahezu studiert.

Ist es euch bei Neubesetzungen wichtiger, dass ihr jemanden findet, der qualitativ der am besten Geeignetste ist als Ersatzmann, oder ist es auch wichtig oder noch wichtiger, dass die persönliche Chemie zwischen euch stimmt?
Burn: Ohne Persönlichkeit geht das gar nicht. Keine Ahnung, wir machen alle einen Job und wenn du dich mit Leuten triffst, auf die du keinen Bock hast die ganze Zeit und du die die ganze Zeit jede Woche sehen musst, wie willst du denn da auf Tour gehen?
Joachim: Auf jeden Fall! Und auf Tournee oder so was bist du über einen gewissen Zeitraum sehr eng aufeinander. Wenn das irgendwie sozial nicht funktioniert, dann kannst du es gleich bleiben lassen, denn dann gehst du dir innerhalb von ein paar Stunden fürchterlich auf die Nerven und das ist gar nicht gut.
Frank: Das funktioniert halt bei größeren Bands wie den ROLLING STONES. Wenn die sich nicht leiden können, ist das trotzdem noch Business, wovon die noch immer vorangetrieben werden.

Die reisen auch teilweise in separaten Tourbussen.
Joachim: Das können wir uns ja gar nicht leisten.
Frank: Aber wenn genug Geld da ist und die Band funktioniert, dann müssen die Mitglieder sich nicht unbedingt gut leiden können (lacht). Aber es ist natürlich wesentlich besser, wenn man miteinander klar kommt und Spaß zusammen hat.
Burn: Ja aber ich glaube egal wie, kommt das auch einfach rüber, wenn man die Leute mit auf die Bühne holen kann und mit denen da zusammen feiert. Das kommt dann genauso rüber…
Ingo: Die Authentizität. Letzten Endes, geht es ja auch gar nicht anders irgendwie. Ich meine, letzten Endes, wieso macht man das? Realistisch betrachtet, reich werden wir von dem ganzen Scheiß ja nicht wirklich, also muss es wenigstens Spaß machen. Ich glaub' jeder von uns macht schon ein paar Jährchen Musik, vielleicht auch mit den einen oder anderen Bands und so weiter, und hat vielleicht auch schon die Erfahrung gemacht, dass man an einen Punkt mit anderen Leuten gekommen ist, wo man sich gefragt hat: "Was mach' ich da eigentlich?" Weil ich verdien' hier gar nicht groß Kohle und hab' hier irgendwie die ganze Zeit Stress, das kann nicht der Sinn der Sache sein. Da sollte man am besten immer auch immer wieder überprüfen, was man da eigentlich tut. Ich bin bei ASSASSIN übrigens nur wegen dem Geld.
Joachim: (lacht)
Ingo: Aber eigentlich im Grunde sollte es schon so sein, dass es schon viel Spaß macht.
Scholli: Viele, sag' ich mal Fans, glauben wirklich, wir würden davon leben. Also auch gestern wieder die Fragen: "Ja ihr lebt davon!" Also, ne.
Ingo: Wir leben dafür!
Joachim: Genau. Wir leben nicht davon, wir leben dafür.
Scholli: Ja. So kann man's einfach ganz kurz zusammenfassen.
Joachim: Ja, sehr gut gesagt.

Glaubt ihr, wird es diesmal auch wieder vier bis fünf Jahre dauern bis zum nächsten Album?
Joachim: Nein! Nein! Auf keinen Fall! Nein! Das kriegen wir schneller hin. Also Plan ist oder so was, das irgendwann so nächstes Jahr das neue Album rauskommt. Wie schnell wir sind oder so, werden wir mal sehen, weil da stehen jetzt noch einige Sachen an und dann steht noch eine internationale Tour an, und das ist auch sehr zeitraubend und aufwendig. Aber es sind, sag' ich mal, viele neue Ideen, viele neue Songs oder so was sind in petto, die müssen ausgearbeitet werden. Wir wollen definitiv nicht wieder so lange Zeit vergehen lassen bis zum nächsten Album. Jetzt sind wir da und daran wollen wir auch anschließen.
Ingo: Back on the track.
Joachim: Ja, back on the track.

Habt ihr schon mal darüber nachgedacht vielleicht ein Livealbum aufzunehmen?
Joachim: Das ist 'ne gute Frage! Das ist eine gute Idee.
Burn: Ne. Darüber nachgedacht, würde aber nicht funktionieren.
Scholli: Glaub' ich auch nicht.
Burn: Live. Ein Album mit neuen Songs live aufnehmen?
Frank: Nein. Ein Livealbum mit alten Songs.
Scholli: Du merkst, die Meinungen sind unterschiedlich.
Joachim: Es geht sofort auseinander in der Band. Und jetzt noch eine Frage so in der Richtung, am Ende des Interviews haben wir uns aufgelöst. (lacht; Band diskutiert im Hintergrund)
Burn: Weil wir auch darüber gesprochen hatten, das letzte Album wollten wir im Studio aufnehmen, live sozusagen, mit 'nem Mischer im Raum, das war halt so meine Idee. Du hast gleichzeitig noch jemanden der so ein bisschen die Technik…
Ingo: So wie die "Hordes Of Chaos" von KREATOR.
Burn: Ich mein', diesen Livefaktor hatten wir zum Teil auch bei "Breaking The Silence", mit dem Harris [Johns] hatten wir eigentlich ziemlich viel Livefaktor drin.
Joachim: Ja, ja, das stimmt.
Frank: Du meintest jetzt aber eigentlich ein Album von 'ner Liveshow aufzunehmen?

Ja.
Ingo: Du siehst, die Idee haben wir noch gar nicht ernsthaft besprochen. Wie? Wann? Wo?
Frank: Da müsste man eigentlich nur mobil mitschneiden. Ist eigentlich immer so ein Produkt, wenn man 'ne gute Show oder ein gutes Festival spielt, man kann das mitschneiden und ist das dann gelungen ist das natürlich 'ne gute Sache, wo man eigentlich nicht so viel Aufwand dafür braucht. Nur die Boardaufnahme von Mehrspur und so und wenn man die dann gut zusammenschneiden kann, ist doch eigentlich ein Master…
Burn: Ich würde heute gar nicht mehr so gezielt hingehen und sagen: "Ich mach' ein Livealbum jetzt von dem und dem…"
Frank: Ne, ne, genau.
Joachim: Das ist eher so ein 70er Jahre Ding.
Burn: Früher war das irgendwie cool. Da gab's das auch noch auf CD. Heute, du gehst da hin und kannst das einfach mitschneiden, das hat sich total geändert.
Frank: Wenn man jetzt drauf aus ist ein Album machen zu wollen, dann muss man mehrere Shows mitschneiden und eigentlich das Beste rausnehmen.
Joachim: Als Sideprojekt wär' das irgendwie denkbar.
Frank: Oder hie und da Livetracks veröffentlichen kann man natürlich auch noch, aber jetzt so 'n richtiges Livealbum oder sogar Doppel-Live wie es früher gemacht wurde, ich weiß nicht… das ist nicht mehr so angesagt.
Joachim: Die Zeit ist irgendwie vorbei.
Ingo: Das ist heutzutage halt müßig, weil jeder hat ein Handy und normalerweise darfst du die auch mitnehmen. Das heißt alles ist sofort auf Facebook und auch YouTube. Es ist genug Livematerial nahezu von jeder Show, zu jedem Zeitpunkt, an jedem Ort der Welt parat. Früher hatte das einen ganz anderen Stellenwert. Na klar, was ordentlich Produziertes, in der richtigen Location mit einer gut gelaufenen Show ist immer ein gutes Tondokument.
Frank: Auch für 'ne Band um sich zu präsentieren, für weitere Shows oder Festivals, man kann immer mal den Leuten präsentieren: "Hier ist die Band live!" und sich mal angucken und so, um halt weitere Shows zu bekommen oder Festivals.

Morgen geht's weiter aufs nächste Festival…
Frank: Morgen, in wie heißt der Ort?
Joachim: Volyně. Etef Festival.

Was habt ihr sonst noch dieses Jahr geplant?
Frank: Südamerika im November.
Joachim: Südamerikatournee.
Frank: Südamerika und Mexiko eigentlich.
Joachim: Mexiko, Chile, Brasilien…
Ingo: Gehört Mexiko nicht mehr zu Südamerika?
Burn: Das ist Mittelamerika.
Scholli: Mittelamerika.
Frank: Ja, Mexiko ist Mittelamerika.
Burn: Dann vielleicht noch die verbotene Stadt neben uns in Düsseldorf, war auch noch 'ne Idee, die mal zu bereisen.
Joachim: Köln! Ach, du meinst die Stadt ohne Namen. Aber das ist jetzt mal das nächste, Südamerika werden wir machen im November.


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