RENEGADE ALLEY - Dustin Streber

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Er hat uns ein paar Wochen später gesagt, dass er in Brasilien eine Tour macht, und dass er eine Vorband bräuchte. Wir wollten unbedingt – haben uns auf die Suche gemacht, um die Finanzen zu regeln und haben bestätigt. Es war schon viel Stress, um das zu verwirklichen, aber im Nachhinein werden wir uns noch in 20 Jahren daran erinnern, dabei lachen und das allein war es schon wert!

RENEGADE ALLEY machen Träume wahr, die eigenen nämlich, reisen nach Brasilien und machen Menschen mit Rock glücklich! Wie das funktioniert? Lest es hier!

Veröffentlicht am 14.05.2017

STORMBRINGER hat die offiziellen Rockwochen eingeläutet, um dem ältesten ehrlichen Handwerk der Welt (Hust-Hust) wieder mehr Platz einzuräumen. Neben den großen Acts wollen wir aber auch wieder die guten kleinen Rockervereinigungen aufstöbern. Bassist Dustin Streber hat sich mit eurem bescheidenen Interviewer auf die Suche nach Sängerin Vera Eiche gemacht, doch das misslang, nun steht er selbst Rede und Antwort!

 

Hallo Dustin,

RENEGADE ALLEY haben einen satten Sound, eine hübsche Sängerin und natürlich drei wunderschöne männliche Bandmitglieder vorzuweisen (Stormbringer ist stets um Gender-Correctness bemüht). Aufmerksamkeit dürftet ihr also erregen können  habt ihr auch , aber in letzter Zeit ist es etwas still um euch geworden. Was ist der aktuelle Stand der Dinge?

Momentan ist es in der Tat sehr still, da wir uns alle nach „The Void“ Zeit für uns genommen haben, um uns um Privates zu kümmern, wie Haus renovieren, Bachelor schreiben und andere Dinge, die eben im Leben Vorrang haben, da wir (leider) keine Berufsmusiker sind, die von der Musik Leben können. Sobald alle ihre Sachen geklärt haben, werden wir uns sicher wieder zusammensetzen und sehen, was wir für neue Ideen haben.

"One Way Road" und "The Void" heißen die Alben von RENEGADE ALLEY. Was bekommt der Hörer da serviert und in welcher Form wurden die Alben veröffentlicht?

"One Way Road" ist unser erster Song und beinhaltet auch die ersten Songs, die wir gemacht haben. Es ist ein in meinen Augen gelungener Versuch, das Gefühl und den Sound, den wir live hatten, eins zu eins als Album zu präsentieren. Kein Schnickschnack oder Aufpolierung. Einfach nur schnell aufgenommen und unsere Sounds und Songs authentisch präsentiert. Das Album haben wir auf CD und auf Spotify sowie anderen Streaming Platforms veröffentlicht.

Bei „The Void“ wollten wir etwas experimentieren und uns steigern. Wir wollten uns die Zeit nehmen, Songs zu basteln. Wir waren so (Selbstlob) begeistert von den neuen Sachen, die wir geschreiben hatten, dass wir auch meistens die Songs direkt live gespielt haben, um sie zu präsentieren – auch ein gutes halbes Jahr vor den Aufnahmen. Den Aufnahmen wurden diesmal Effekte beigefügt, um einen härteren Sound zu erzeugen: Es war um einiges schwieriger als bei „One Way Road“. Die Aufnahmen fertig zu bekommen dauerte ein gutes halbes Jahr. Als wir fertig waren, waren wir alle sehr stolz auf das Produkt, jedoch war dann die Luft etwas raus, durch die Anstrengung und Zeit, die wir investiert hatten. Dieses Album ist nur bei Streaming Platforms und iTunes zu hören und kaufen.

Sängerin Vera Eiche hat ja ein ordentliches Organ. Bei einer Rockband ist das sehr vorteilhaft. Ist sie seit den Anfängen dabei? Wie ist sie zur Band gestoßen?

Ja, ich bin immer wieder erstaunt, wie so eine kleine und zierliche Dame so eine Rockgöre sein kann, die eine Powerstimme besitzt. Vera ist von Anfang an dabei, sogar in früheren Formationen der Band. Es hat sich irgendwann zu RENEGADE ALLEY entwickelt.

Mit Tim Lohmann habt ihr sogar ein Verbindungsstück zu BREAKING SAMSARA an Bord. Wie sieht es mit ein paar gemeinsamen Gigs aus?

Ja. Tim war sogar dabei, als sie nur SAMSARA hießen. Wir haben schon öfters zusammen gespielt und die Stimmung zwischen beiden Bands ist super. Die Mitglieder beider Bands haben schon oft zusammen musiziert auch in verschieden Konstellationen. Ich finde am besten, wie sie zurzeit besetzt sind und ihre aktuelle Musik. Sie machen eine super Stimmung und Show, haben einen tollen Sound, spielen Songs, die man unbedingt mitsingen möchte und sind dazu auch noch sehr sympathische Kerle. Da ist es klar, dass man gerne mit denen zusammen spielt.

Ist Drummer Carl Schöning immer noch für die Motivation bei euch zuständig? Ihr wisst ja, dass große Bands solchen Coachs verdammt viel Geld zahlen.

Carl würde ich nicht wirklich als Motivation bezeichnen, sondern eher als den, der uns davon abhält, uns manchmal gegenseitig zu zerfetzen. Wir haben manchmal, wie alle Bands, ziemliche Meinungsverschiedenheiten, aber Carl ist der, der uns durch seine lockere Ausstrahlung wieder beruhigt und uns dazu bringt, die Dinge wieder sachlicher zu betrachten.

2014 habt ihr ein paar Gigs in Brasilien gemacht. Wer hatte die Idee und wie konnte das letztendlich umgesetzt werden?

Wir haben 2013 mit LORD BISHOP ROCKS im Schlappohr in Großefehn gespielt (sehr cooler Laden übrigens). Er hat uns ein paar Wochen später gesagt, dass er in Brasilien eine Tour macht und dass er eine Vorband bräuchte. Wir wollten unbedingt – haben uns auf die Suche nach einer Möglichkeit gemacht, das Finanzielle zu regeln und haben zugesagt. Es war schon viel Stress, das zu verwirklichen, aber im Nachhinein werden wir uns noch in 20 Jahren daran erinnern, dabei lachen und das allein war es schon wert!

Den wenigsten STORMBRINGER-Lesern wird LORD BISHOP ROCKS was sagen. Wie waren die drauf, habt ihr noch Kontakt?

LORD BISHOP ROCKS ist eine Band mit wechselnder Besetzung. Der einzige wirklich konstant bleibende ist Lord Bishop selbst. Bass und Schlagzeug spielt immer ein anderer. Die Formation, die wir in Brasilien kenngelernt haben, war sehr cool und locker drauf. Lord Bishop tourt so ziemlich das ganze Jahr über, weltweit, wo es nur geht. Er ist auf jeden Fall Musiker durch und durch. Vom Stil her eher 60er Rock Genre. Der covert auch Songs von Hendrix und Co. Und er ist ein totaler Showman.

Ihr habt ein Video bei Youtube, in dem man euch beim größten brasilianischen Fernsehsender "Globo TV" sieht. Leider fehlt die Erklärung, was ihr da genau gemacht habt. Hier könnt ihr das gerne nachholen!

Ja, stimmt, da war was. Eigentlich hatte Lord Bishop nur einen Termin bei denen, um Werbung für seine Tour zu machen und auch um einen Song vorzuspielen, aber die haben uns mit reingeschmuggelt, buchstäblich Minuten vorher. Wir wussten ja gar nichts von unserem Glück, bis es eigentlich direkt passiert ist. Haben kein Wort verstanden, aber war eine klasse Erfahrung.

Dem Land fehlt es nicht an heißen Pflastern. Was ging denn da Gang-technisch?

Ich denke, wir hatten, wie jeder andere auch, ein paar Vorurteile darüber, wie es da sein würde. Jedoch wollten wir offen sein für alles und erfahren, was Brasilien zu bieten hat. Wir haben kaum in Hotels geschlafen oder in Restaurants gegessen. Wir haben viel öfter bei den Einheimischen geschlafen und mit ihnen gegessen. Es war eine unglaubliche Erfahrung. Es ist wahr, dass viele Bereiche in Brasilien sehr arm sind und kaum etwas haben. Aber ich habe noch nie Menschen gesehen, die bereit waren, das was sie hatten so selbstlos zu teilen, und zwar gerne. Die Brasilianer sind unglaublich freundlich und lustig und genießen ihr Leben. Man merkt, dass ihnen Geld nicht so wichtig ist, sondern eher die Zeit miteinander. Auch bei den Mahlzeiten kommen alle zusammen und unterhalten sich. Es war wirklich eine super Erfahrung und hat uns ein wenig die Augen geöffnet.

Ihr schreibt momentan an neuen Songs?

Naja, wie ich vorher erwähnt habe, machen wir zurzeit einfach nur eine Pause, um wieder Kraft und Energie zu tanken. Wir wollen nichts erzwingen und wir haben ja auch keinen Zeitdruck. Ich denke aber schon, dass wir uns bald wieder zusammensetzen und sehen, was für neue Ideen jeder hat. Darauf freuen wir uns schon. Und das ist das Wichtigste… dass man sich noch auf Musik freut, es keine Pflicht wird, der man nachgehen muss.

Was hast du eigentlich mit Football am Hut?

Ich bin einen Großteil meiner Jugend (12 Jahre) in den USA aufgewachsen und liebe Football. Hab in der Junior High und der High School gespielt und als ich nach Emden gezogen bin auch, bei den Emden Tigers. Ich spiele gelegentlich immer noch, aber ich konzentriere mich mehr auf meine neue Lieblingsaufgabe: Headcoach der Emden Tigers Ladies. Wir sind zwar nur in der Aufbauphase, haben aber schon ca. 25 sportliche und tolle Damen, und es macht mir einen Riesen-Spaß dieses Team mitaufzubauen.

Vielen Dank dafür, dass du dieses Interview super kurzfristig ermöglicht hast! Es ist eben nicht nur der frühe, sondern auch der schnelle Vogel, der den Wurm fängt!


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