SATISNPAIN - Conny Wanninger

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Die Freiheit sich in jedweder Form zu äußern, also auch übermäßig kritisch, sollte jedem selbstverständlich zugestanden werden. Als Frontfrau im härteren Genre hat man es ja noch nie leicht gehabt, das darf man nicht zu persönlich nehmen. Im Idealfall gelingt es live immer wieder auch Skeptiker zu überzeugen und eine emotionale Nähe zum Publikum herzustellen.

Weird, weirder... SATISNPAIN !!! - Exorbitanter Heavy-Clash für Metalheads, die glauben, alles schon gehört zu haben! Die sympathischen Coburger unter der Lupe! Wie immer, NUR BEI...? Richtig!

Veröffentlicht am 06.05.2017

Frontfrau Conny und ihre Bandkollegen haben es mit ihrem extrem andersartigen Metal nicht immer leicht gehabt. Aber mit einem eigenen unvergleichlichen Stil, ihrem sehr speziellen Humor und einem Bildbearbeitungsprogramm, haben die Schlitzohren von SATISNPAIN euren bescheidenen Interviewer gehörig hinters Licht geführt (Stichwort MTV), und das wird augenblicklich mit einem Interview bestraft!

 

Hallo Conny!

Stell den STORMBRINGER Lesern doch bitte SATISNPAIN kurz vor.

Conny Wanninger alias Valkyrie, leadvocal, „Wo ist mein Prosecco?“

André Klein alias Calvins Pain, Sieben-Saiter-Gitarre, Sequenzerkeyboards, E-Soundeffekte,Backingvocal, „Warum blinkt das jetzt nicht, was ist mit dem Strom los?“

Kane Bittruff, alias TheRazor, Sieben-Saiter-Gitarre, Backingvocal, „Ich bin Alkoholiker“

Oliver Pretscher alias Beer Kutcher, Bassgitarre, „Glaubt mir, mein Leben ohne Alkohol ist echt schwer“

Erik Schultheiß alias The Viking, Schlagzeug, „Los, weitermachen, nicht so viel quatschen..“

Welche Einflüsse jenseits von Musik bringt jedes Bandmitglied in den Sound von SATISNPAIN ein?

Sind wir nicht alle ein bisschen Bluna? Also a weng „gspinnerd“ und unkonventionell sind alle Bandmitglieder, jeder auf seine eigene Weise. Geprägt wird der Sound von tragisch-düsteren Elementen, die uns allen vertrauter sind als Happiness und Positivismus.

 

Ihr seid seit 2005 aktiv. Und seit mindestens diesem Jahr, habe ich keine merkwürdigere Band gehört. Der Song "Touch 2 much" ist das beste Beispiel dafür. (An dieser Stelle empfehle ich jedem Leser, das mal wirklich abzuchecken!)

Was transportiert ihr mit eurer Musik?

Wir sind die, die nie aufgeben, die beständig fallen, aber egal was passiert, wir stehen immer wieder auf und uns verbinden innerhalb der Band existentielle Grenzerfahrungen. Wir sind authentisch im Leid, gleichsam aber ein Modell, sich wie Phoenix aus der Asche zu erheben. Das gilt für alle SNPler, wenn Du schon Scheiße fressen musst, kotz sie wieder aus und bleib standhaft... Unsere Botschaft geht an alle, die sich abgehängt fühlen, die das qualitative Leben vergessen hat, sei es emotional oder materiell. Die Botschaft gilt für alle, die zutiefst unglücklich, traurig, vom Leben betrogen sind und an alle, die ihren verborgenen Schattenanteilen Leben einhauchen wollen, also richtet sich die Musik grundsätzlich nicht an irgendwelche Zielgruppen sondern an die Welt im allgemeinen. Aber warum "Touch 2 much" , das beste Beispiel ist, also ich finde wir haben schon merkwürdigere Songs geschrieben wie "Down" oder "Goldland".

 

Welche Themen behandelt ihr in euren Texten? Und wer von euch schreibt die Lyrics?

Die Lyrics werden allesamt von mir verfasst. Die Themen beinhalten sowohl aktuelle politische und gesellschaftliche Zustände und globale Entwicklungen, ("Down", "Avenging" z.B.) als auch zutiefst persönliche, leidvolle biographische Erfahrungen. Statistisch ungewöhnlich, haben in unserer Besetzung (4 von 5) einen oder mehrere Menschen durch Suizid verloren. In Songs wie „Gronan“ oder „Violence was the Gift“ geht es darum dieser Menschen zu gedenken und den erlebten schmerzlichen Verlust zu verarbeiten. 

 

Die Songs variieren von unfassbar schrill (Requiem for Fukushima) zu einer Mischung aus modernem Death und klassischem Heavy Metal (Wolfskin) und überraschen mit elektronischen Spielereien und Special Mixes. Dafür gibt es sicherlich eine sehr begrenzte Zielgruppe. Was für Leute trifft man auf euren Shows?

Das kann ein sehr gemischtes Publikum sein, aber in der Tendenz dann doch eher Fans der härteren Gangart. Wir haben es sicherlich mit unseren Stilmixes nicht leicht eine beständige Fangemeinde zu gewinnen und es ist in der heutigen Zeit viel schwieriger geworden, als relativ unbekannte Band eine entsprechende Plattform zu erhalten, und sich unter vielen anderen tollen Bands, die auf der Welt existieren, herauszuschälen und eine eigene Marke zu werden.

Ansonsten...Platz machen für die Geister... denn wir spielen nicht nur für die Lebenden sondern auch für die T O T E N.

"Anger" wiederum hat was von extremerem Nu-Metal der Anfangsjahre und "Avenging Angels are sent" beginnt mit einem Klavierpart, geht zu Thrash und Powermetal über. Ich kann mir vorstellen, dass das die meisten Menschen vollkommen überfordert, aber auch, dass eine kleine treue SATISNPAIN Fangemeinde besteht. Wie geht ihr mit übermäßiger Kritik um?

Sich einer gewissen Öffentlichkeit zu präsentieren impliziert immer auch ablehnende Positionen auszuhalten. Die Freiheit sich in jedweder Form zu äußern, also auch übermäßig kritisch, sollte jedem selbstverständlich zugestanden werden. Als Frontfrau im härteren Genre hat man es ja noch nie leicht gehabt, das darf man nicht zu persönlich nehmen. Im Idealfall gelingt es live immer wieder auch Skeptiker zu überzeugen und eine emotionale Nähe zum Publikum herzustellen.

 

Ich bin fest davon überzeugt, wenn ihr das visuelle Drumherum ändern und euch optisch von klassischem Heavy Metal entfernen würdet, um in eine düsterere Richtung zu wechseln und mit Horrorpunk Artwork arbeiten würdet, dass ihr um einiges erfolgreicher wärt. Kann es sein, dass eure Musik nicht richtig verstanden wird? Könntet ihr euch vorstellen, einen Stilwechsel vorzunehmen?

Es mag sein, dass unsere Musik, exotisch und fern jeder stilistischen Schublade, argwöhnisch beäugt wird und kommerzielle Erfolge ausbleiben werden. Natürlich wäre es schön, kommerziell erfolgreich zu sein, aber was wäre die Konsequenz? Wir wollen authentisch bleiben und gleichzeitig eine gewisse spieltechnische Virtuosität und Vielfalt darbieten.

Es spricht nichts dagegen musikalisch düsterer zu werden, wenn es dem Songwriting dient und eine tiefe emotionale Erfahrung zugrunde liegt. Also wir könnten vermutlich Horrorpunk Artwork, wenn ein Song dies erfordert.

 

Auch wenn es nicht aussieht, als wären die Verantwortlichen allzu begeistert von eurer Performance gewesen, habt ihr einen Auftritt von 2011 bei MTV vorzuweisen! Das ist heutzutage ein Ding der Unmöglichkeit! Um welchen Song handelt es sich dabei? Erzählt uns auch etwas von eurer Summerblast Festival Erfahrung.

(Lacht) Das mit MTV ist offensichtlich ein Fake, so was macht André gerne mal. Immerhin hat es Aufmerksamkeit erweckt. Der Song nennt sich "Darkness".

Summerblast Festival 2016 war perfekt, die Performance und die Songs sind richtig gut gelaufen und viele Festivalbesucher haben dies hinterher im persönlichen Kontakt mit mir auch bestätigt. Wir bräuchten tatsächlich mehr von diesen Gelegenheiten im Rahmen größerer Veranstaltungen zu performen, da wir live energetisch besser rüberkommen.

 

Welche Aufgaben übernimmt euer Bandcoach André und was für einen Hintergrund hat er?

Also André ist tatsächlich musikalischer Genius und Autodidakt, der über ein absolutes musikalisches Gehör verfügt und schon mit 12 Jahren die Musik von Metallica, Jimmi Hendrix, Trio, Eddie van Halen, Steve Vai etc. heraushörte und nachspielte, seinen eigenen Stil perfektionierte und sich damit u.a. auch als Member der Kultband Vendetta (1988 – 1990) empfahl. Er teilte das „Brot verdienen zu müssen"-Schicksal und war dann später in der damaligen Heavy Metal Coverszene unterwegs, gründete aber auch immer wieder eigene Bandprojekte. 2005 traf er dann bei einem seiner Konzerte auf mich und erkannte in mir eine musikalische Seelenverwandte und Muse. Wir beide gründeten erst die Band MINEHOFF, wandelten dann den Namen in SATISNPAIN und beschlossen 2007 wieder eigene Songs zu schreiben. Hauptsächlich entwickeln André und ich die Songs gemeinsam. André arbeitet diese dann musikalisch für alle Instrumente aus, und so werden sie im Proberaum dann mit allen modifiziert und jedes Bandmitglied hat die Möglichkeit in dem bereits bestehenden Song eigene Ideen einzuflechten. Die technischen Spielereien hat sich André während seiner Keyboarderzeit in einer damaligen größeren nordbayerischen Coverband angeeignet und experimentiert gerne auch mal mit elektronischen Sounds.

 

Man sieht euch den Spaß beim Touren an und ab Mai kann man euch dann auch wieder live sehen. Was können die Zuschauer von euch erwarten?

150%ige Live-Power und brachialen Sound.

 

Wie sieht es mit neuen Alben aus? Ist da was in Planung?

Tatsächlich soll es im Herbst/Winter 2017 ins Studio gehen, um die neuen Songs  aufzunehmen und weitere schon vorliegende Grundideen auszuarbeiten. Es wird in jedem Fall eine neue CD geben, hoffentlich schon Ende 2017.

 

Wollt ihr noch einige Worte an eure Fans richten?

Hey `ya , Bleibt am Leben.

STORMBRINGER wünscht euch für die Zukunft alles Gute und viel Erfolg!

 

 

 


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