AMIENSUS - James Benson

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Grundsätzlich sind wir ein kunterbunter Haufen, und ich habe nicht vor meine persönlichen Überzeugungen öffentlich zu machen, sei das nun durch Texte oder Interviews. Jeder muss da seine eigenen Nachforschungen anstellen und ich möchte diejenigen, die dieses Interview lesen, dazu ermutigen immer Fragen zu stellen und nach Erkenntnis zu suchen.

James Benson von der amerikanischen Progressive Black Metal-Band AMIENSUS spricht über Bandgeschichte, neue Veröffentlichungen, Songwriting, religiöse Themen bei Lyrics, den Bezug zur BM-Szene, mögliche Auftritte in Europa u.v.m.

Veröffentlicht am 21.04.2017

Angesichts der Veröffentlichung der neuen EP "All Paths Lead to Death" von AMIENSUS, die am 19.5.2017 bei Apathia Records erscheint, hielt ich es für angebracht, mich einmal per Mail mit James Benson (Gitarre, Gesang) ausführlicher zu unterhalten. Das Resultat ist dieses Interview, in welchem es unter anderem um die Bandgeschichte, neue Veröffentlichungen, Songwriting, religiöse Themen bei Lyrics, den Bezug zur Black Metal-Szene, mögliche Auftritte in Europa u.v.m. geht.

 

Hallo James! Danke, dass Du Dich zu diesem Interview bereit erklärt hast.
Zu Anfang würde es mich freuen, wenn Du AMIENSUS den Lesern etwas vorstellen könntest. Kannst Du uns ein wenig darüber erzählen, wer ihr seid, wie ihr dazu kamt, diese Band zu gründen, und einen kleinen Überblick über die Bandgeschichte geben?

Guten Nachmittag an einem warmen Frühlingstag in Minnesota! Derzeit besteht AMIENSUS aus fünf Kernmitgliedern, welche live und beim Songwriting dabei sind, sowie zwei Studio-Musikern, die uns bei Aufnahmen unterstützen. Ich bin Gründungsmitglied von AMIENSUS, dazu kommen noch Alec Rozsa (Gitarrist und Multi-Instrumentalist), Zachary Morgenthaler (Gitarre, Keyboard), Todd Farnham (Bass) sowie unser neuestes Mitglied Christopher Piette (Drums), der erst seit einem Jahr dabei ist. Ehemalige Vollzeitmitglieder, die für Aufnahmen zu uns stoßen, sind weiterhin Aaron McKinney (Gesang, Akustikgitarre) und Julia Holter (Gesang).
Diese Frage musste ich in bisherigen Interviews immer recht kurz halten, obwohl das eine Sache ist, die mich als Musikliebhaber beim Recherchieren von Bands sehr interessiert. Die Band AMIENSUS, mit der wir im Prinzip Mitte 2010 angefangen haben, war vorher eine andere Band namens THE LAST, die aus mir, Alec, Aaron und Zachary bestand. Mit der Band haben wir schon als Teenager angefangen, aber nie etwas Professionelles aufgenommen, sondern immer nur Alben für uns selber gemacht. Die erste Veröffentlichung von AMIENSUS, „The Last EP“, wurde noch während jener Zeit geschrieben.
Während meines ersten Semesters auf der Uni (2010) haben wir dieses Material aufgenommen und es dann von Ken Sorceron (ABIGAIL WILLIAMS) mischen und mastern lassen, wodurch wir auch in Kontakt mit dieser Band kamen. Etwa zu dieser Zeit begannen wir mit einer anderen lokalen Band ein paar Auftritte zu spielen und lernten dabei auch unser ehemaliges Mitglied Joe Waller (SARASVATI, ADORA VIVOS) kennen. Joe hatte zu dieser Zeit schon weitaus mehr Erfahrung mit Aufnahmen, wodurch wir das digitale Aufnehmen besser zu verstehen begannen. Wir überzeugten ihn für uns zumindest die Drums zu programmieren, aber letztlich kam es so weit, dass er sich noch um einen guten Teil der Gitarren, Gesang und Bass auf unserem ersten Album "Restoration", welches ebenfalls von Ken Sorceron gemischt und gemastert wurde, kümmerte. Im Laufe der nächsten paar Jahre haben wir in dieser Hauptbesetzung und mit Julia und Todd als Zusatz unser zweites Vollalbum „Ascension“ erschaffen.
Aber zu der Zeit der Veröffentlichung entschieden wir uns, Studio und Proberaum zu verlassen und wieder live zu spielen. An dem Punkt kam es dazu, dass einige Mitglieder merkten, dass die Sache mit AMIENSUS etwas weiter ging, als sie angenommen hatten (und andere Gründe), weshalb es zu ein paar Änderungen im Line-Up kam. Dadurch stieß Matthew Paulazzo (THE ZENITH PASSAGE, AEGAEON) hinzu, welcher nach einem Jahr von seinem guten Freund Christopher Piette ersetzt wurde, der nun seit etwa einem Jahr für uns Schlagzeug spielt. Im Wesentlichen macht der Kern der Band seit den frühen Teenagerjahren zusammen Musik. Mittlerweile ist es schon ein Jahrzehnt, dass wir zusammen Spaß haben. Wir sind dabei persönlich sowie musikalisch um einiges gereift, wobei unsere gemeinsamen musikalischen Wurzeln immer im Black Metal lagen.

Danke für diese detaillierte Schilderung der Bandgeschichte! Das erklärt mir zu einem gewissen Grad, wie ihr derart schnell solche Stärken und unter anderem ein solch ausgewogenes Songwriting entwickeln konntet, von dem ich vor allem bei „Ascension“ überrascht war. Ihr scheint da wirklich gut als Kollektiv zu funktionieren. Ich schätze, dass das ein Zustand ist, den die meisten Bands nicht erreichen.
Kannst du ein wenig beschreiben, wie bei euch der Songwriting-Prozess so abläuft? Vor allem in Bezug auf „Ascension“ und neuere Veröffentlichungen?   

Danke! Der Songwriting-Prozess gestaltete sich von „Ascension“ zu „All Paths Lead to Death“ ein wenig anders. Bei „Ascension“ war ja eine Menge an Leuten beteiligt. Manche der Lieder hatten einen Haupt-Songwriter, und wenn ich hier von Songwriter spreche, dann meine ich, dass ein Mitglied die meisten Gitarrenparts/Struktur geschrieben hat und es dann den anderen Leuten vorlegte, die dann ihre entsprechenden Parts dazu schrieben. So hatten wir bei „Ascension“ häufig fünf bis acht Songwriter an einem Lied, bei einigen aber auch nur ein bis zwei, wo dann die anderen ihre Parts dazugaben. Dadurch kam es zu einer Menge von Überarbeitungen der Lieder und vielen Kompromissen. Der Aufnahmeprozess zog sich dann auch über acht Monate hin. Bei unserm neusten Album lief das ganz anders ab, eher in einem traditionelleren Sinne, wo nur ein Songwriter pro Lied zuständig ist und die anderen dann ihre Teile beisteuern. Der Aufnahmeprozess dauerte auch nur drei Wochen, wobei ein Großteil der Vocals ursprüngliche Takes sind und vor Ort geschrieben wurden. Wir haben uns da ziemlich zusammengerissen, und wie du sehen wirst, ist das Album um einiges düsterer und hat den Fokus eher auf unserem Live-Sound, da wir ja seit anderthalb Jahren auch wieder eine Live-Band sind. Außerdem ist es das erste Album, das wir mit Live-Schlagezug aufgenommen haben. Letztlich spiegelt das Songwriting auf diesem Album keinen permanenten Wandel wider, aber es ist Material, das wir herausbringen wollten, um ein paar unserer härteren Einflüsse zu verarbeiten.

Es scheint, dass ihr mehrere Leute in der Band habt, die in der Lage sind klasse Songs zu schreiben. Woher stammt eure musikalische Bildung? Studieren einige von euch Musik? Oder seid ihr alle Autodidakten?

Großteils sind wir Autodidakten. Manche von uns haben natürlich während der High-School-Zeit ein paar Kurse besucht, wie Band oder Chor, haben aber sonst keine offizielle Ausbildung in dem Bereich. Christopher allerdings hat Schlagezug als Hauptfach studiert und letzten Herbst mit dem Bachelor abgeschlossen. Nun ist er Schlagzeuglehrer. Ich habe erst dieses Jahr mit Klavierstunden begonnen, um Noten lesen zu können. Die anderen haben da als Kinder ein paar Stunden Unterricht gehabt, aber die Fähigkeiten an den Instrumenten und die Songwriting-Skills sind Ergebnisse von harter Arbeit und Talent an sich.

Beeindruckend. Das führt mich zu einer anderen Frage: Was sind eure Inspirationen zu solcher Musik? Und, da die Texte für euch wichtig zu sein scheinen, wenn ich mir z.B. die von „Ascension“ so anschaue, wer oder was ist die treibende Kraft hinter den textlichen Themen?

Ich würde sagen, dass jeder von uns mehrere Triebfedern hat, derentwegen wir Musik machen, aber wir haben sicher ein paar gemeinsam, durch die wir machen, was wir machen. Einerseits liegt das natürlich daran, wie wir als Freunde zusammengewachsen sind und Erfahrungen geteilt haben, bedingt durch die gemeinsame Liebe zur Musik. Das führt zum zweiten Grund: Alle von uns sind mit einer tiefen Liebe und Wertschätzung von Musik allgemein aufgewachsen, unabhängig davon, ob das nun im Detail Komposition, Auftritte, Proben etc. betrifft.
Die treibenden Kräfte hinter den Texten von „Ascension“ variierten. Das Album hatte drei Hauptschreiber, obwohl normalerweise auch die anderen etwas Input gegeben haben. Jeder Song hatte ein anderes Konzept dahinter. Ich würde sagen, dass das Album textlich Philosophie, Theologie – vor allem in Bezug auf die Bücher Genesis und Offenbarung – und gar die dunkle Seite des Drogenmissbrauchs behandelt.

Was mir etwas ungewöhnlich erscheint ist die Art und Weise, wie ihr mit diesen religiösen Themen umgeht. Daher interessiert mich doch sehr, was eure Haltung zur Religion ist, besonders in Bezug auf traditionellen Theismus, nicht Deismus oder Spiritualismus. 

Ich kann in Bezug auf das Verhältnis zur Religion natürlich nicht für jeden aus der Band sprechen. Viele von uns haben damit einen gewissen Hintergrund, aber allgemein ist die Gruppe da ziemlich durchmischt, und aus diesem Grund schreibe ich als Haupt-Texter nicht gezielt über spezielle Sachen, die meine Überzeugungen angehen. Ich schreibe manchmal eher über gewisse religiöse Themen, die mich interessieren als über meine eigenen Überzeugungen, so dass der Leser sie so interpretieren kann, wie er mag, da ja letztlich jeder eine etwas andere Weltanschauung hat, egal wie nahe das eigene Glaubenssystem dem einer anderen Person sein mag. Ich halte es so, dass ich nie vorhabe direkt mit meinen Texten zu beeinflussen, da ich es lieber hätte, wenn jeder seine eigenen Schlüsse aus unseren Texten zöge.
Ich hoffe nicht zu wichtigtuerisch zu wirken, aber möchte hinzufügen, dass ich neben meinem Hauptfach auch einen Abschluss in Biblischer Theologie (Bachelor in Bibelstudien) besitze. Die Erziehung und Bildung sowohl inner- als auch außerhalb der Schule beeinflusst natürlich auch das, was wir schreiben. Beim neuen Album geht es zum Beispiel spezifisch um verschiedene Konzeptionen von „Hölle“ im Christentum, Judentum und Islam, was eine Thematik ist, die mich schon seit über zehn Jahren fasziniert. Grundsätzlich sind wir da ein kunterbunter Haufen, und ich habe nicht vor meine persönlichen Überzeugungen öffentlich zu machen, sei das nun durch Texte oder Interviews. Jeder muss da seine eigenen Nachforschungen anstellen, und ich möchte diejenigen, die dieses Interview lesen, dazu ermutigen immer Fragen zu stellen und nach Erkenntnis zu suchen. Weltanschauungen können sich durch Erfahrungen und Nachforschungen mit der Zeit immer ändern.

Danke für diese interessante und erhellende Antwort. Mit diesen letzten Punkten stimme ich voll überein. Was mir bei einigen Texten ins Auge sprang, war einfach die etwas ungewöhnliche Art und Weise mit diesen Themen umzugehen. Deine Schilderung gibt mir einen greifbaren Grund für jenen Eindruck.
Du sagtest zudem, ihr seiet im Black Metal verwurzelt. Daher ist diese Herangehensweise umso interessanter für mich. Viele BM-Bands drücken sich ja mittels unverhüllter satanischer Symbolik aus und/oder äußern stark antichristliche Überzeugungen. Was also ist euer Bezug zur Black Metal-Szene und was genau bedeutet euch Black Metal?

Ich schätze, wir haben einen irgendwie interessanten Bezug zur BM-Szene. Lokal werden wir gar nicht als BM-Band wahrgenommen. Wenn es um Auftritte geht, werden wir wenn dann eher gefragt, ob wir mir Progressive Metal-Bands spielen wollen. Zu der BM-Szene haben wir eine Verbindung durch die Jungs von ABIGAIL WILLIAMS, deren Gitarrist und Sänger Ken Sorceron ja einiges von unserer Musik gemixt und gemastert und uns mit auf Tour genommen hat. Für die meisten von uns schließt Black Metal eigentlich ein weites Feld an Musik ein. Klar, wir haben ein paar offensichtliche Einflüsse von Bands, die mit dem Ganzen angefangen haben oder Pioniere eines gewissen Sounds waren (MAYHEM, EMPEROR, ARCTURUS) und Bands wie AGALLOCH, die auch andere Genres in ihren Sound integrierten. Ich verstehe schon, dass BM eine gewisse Kultur beinhaltet, aber letztlich ist ja über die Zeit niemand gänzlich konsistent mit was auch immer für Weltanschauungen, von denen Leute behaupten, dass sie dazugehören müssen, um irgendwas “Black Metal” nennen zu dürfen. Die meisten von uns erkennen zwar diese Verbindung mit einem Überzeugungsrahmen an, aber wir assoziieren das nicht wirklich mit Black Metal und wir hören allgemein eher primär auf die Musik, sekundär auf die übermittelten Botschaften. Zumindest ist das meine Ansicht, die bislang nicht zu irgendeinem Konflikt mit anderen Bandmitgliedern geführt hat, obwohl wir, wie gesagt, teilweise schon seit zehn Jahren Musik machen.

Okay, persönlich würde ich euch auch nicht primär im BM einordnen wollen, sondern halt im Progressive Metal mit BM- und DM-Einflüssen. Das unter anderem auch wegen der hiesigen BM-Szene, in der man über eine Menge ziemlich engstirniger, pseudo-elitärer, selbsternannter Szenewächter stolpert, die beim Hören eurer Klargesangsparts wohl verächtlich im Kreis rennen dürften.
Was ist die allgemeine Reaktion auf eure Musik, wenn sich das so pauschalisieren lässt? Und wo kommen die meisten Hörer und Käufer her?

Es ist natürlich schwer zu sagen, was die generelle Reaktion darauf ist. Ich denke, dass sich das mit jeder Veröffentlichung ändert. Unser erstes Album wurde sehr positiv aufgenommen, unser zweites ebenso. Die beste Resonanz hatten wir aber schätzungsweise mit unserer 2013er Split namens „Gathering“ mit OAK PANTHEON, unseren Freunden aus Minnesota, auf der unser Song „Arise“ zu hören ist. Vor etwa einem Jahr fügte uns der Musikstreaming-Dienst Spotify zur „Atmospheric Black Metal“-Playlist hinzu, allerdings nur mit Liedern von „Restoration“, obgleich „Ascension“ zu der Zeit auch schon seit ein paar Monaten draußen war. Letzteres Album wurde auf jeden Fall sehr positiv aufgenommen, doch scheint es, dass neu hinzukommende Fans das erste Album gegenüber dem zweiten bevorzugen, obwohl wir eigentlich der Meinung sind, dass das letzte Album hinsichtlich Produktion und Songwriting doch einen großen Schritt vorwärts darstellt. Die neue EP wird dahingehend auch interessant, denn wir bekommen langsam etwas Resonanzen von Magazinen, die Promos erhalten haben. Da wird unser früherer Sound als „AGALLOCH-lite“ beschrieben, das neue Material hingegen als „DARK FUNERAL-ish“. Wir machen ja weiterhin Aussagen, dass die „All Paths Lead to Death“ nur eine EP ist und nicht zwingend den Stil zukünftiger Veröffentlichungen widerspiegelt (obwohl die Hörer sicher ein paar mehr auf Black Metal fokussierte Lieder zu hören bekommen werden, schätze ich). Letztlich haben wir das Material ja mit dem Ziel geschrieben, es live spielen zu können, was wir zuvor noch nie getan hatten.
Und wo ich grad von Spotify geredet habe: Da gibt es so eine nette Funktion, über die man sich anzeigen lassen kann, woher die meisten Fans und Hörer kommen. Das sind momentan Finnland, Schweden, Türkei, Mexiko und Polen. Ich würde also wetten, dass wir allgemein eine von Europa dominierte Fangemeinde haben. Im Vergleich dazu teilt sich das bei Bandcamp, worüber wir unser Merchandise laufen lassen, eher im Verhältnis 50/50 zwischen den USA und Europa+Anderswo auf. Ich versende alles alleine (Ich entschuldige mich bei denen, die da ab und zu mit mir Geduld haben müssen!) und ich würde sagen, dass ich abgesehen von den USA die meisten Sachen definitiv nach Deutschland versende, wobei Länder wie Großbritannien, Schweden und Frankreich sich um den zweiten Platz streiten. Ich habe das nie genau gezählt, aber ich glaube, dass ich mittlerweile in wenigstens 25 Länder und auf jeden Kontinent versendet habe (abgesehen von dem großen, eisigen, auf dem niemand wohnt).

Ich nehme mal an, dass sich durch euer neues, europäisches Label Apathia Records aus Frankreich die Anzahl an Hörern noch erhöhen wird, die aus dieser Region der Welt kommen. Zieht ihr in Erwägung eines Tages auch außerhalb der USA Konzerte zu spielen? Oder ist das aus Planungs- und Finanzierungsgründen außer Reichweite? Und wie wichtig sind euch Auftritte allgemein? 

Mal durch Europa zu touren ist definitiv interessant für uns und wir haben schon mit ein paar Festivals über die logistischen Dinge gesprochen, die damit zusammenhängen. Da muss man nur das Timing richtig hinbekommen. Generell sind die Kosten natürlich der Hauptaspekt. Da wir eine kleinere Band sind, ist es nur wichtig, dass die Ausgaben abgedeckt sind. Uns geht es sicher nicht darum, mit einem Haufen Geld oder so zurückzukommen. Die Wichtigkeit von Auftritten variiert von Mitglied zu Mitglied, würde ich sagen, stieg nach unserer ersten Tour aber stark an. Zu diesem Zeitpunkt haben wir nur drei weitere Auftritte für 2017 fixiert. Das passt uns aber auch ganz gut, denn jedes Mal, wenn wir proben, muss unser Drummer viereinhalb und unser Bassist eineinhalb Stunden fahren – in eine Richtung. Vorher waren wir nun mal eine reine Aufnahme-Band, und zum jetzigen Zeitpunkt fühlt es sich richtiger an, mit den Arbeiten an Album Nummer 3 weiter zu machen, anstatt irgendwo weit weg Auftritte zu spielen. Uns wurden zwar in diesem Jahr schon ein paar Killer-Touren mit großen Bands von großen Labels angeboten, aber das Timing war dafür nicht richtig. Ich nehme auch mal an, dass mehr Fans Interesse an neuem Material haben als daran, uns live zu sehen. Daher können wir noch nicht Live-Aktivitäten über das Erschaffen neuer Musik stellen.

Danke für die Antwort. Ich bin auf jeden Fall einer von jenen, die neues Material den Konzerten vorziehen. Aber dennoch gut zu hören, dass die Möglichkeit besteht, euch hier in Europa einst live zu sehen!
Kannst Du ein wenig beschreiben, was genau den Hörer mit “All Paths Lead to Death” erwartet? Und kannst Du einen kleinen Hinweis geben, wie das dritte Album klingen wird? Habt ihr vor, dort mehr klassische Instrumente zu verwenden, z.B. anstelle der Keyboards? 

Ich möchte niemandem die Wahrnehmung der neuen EP zerstören, der sie noch nicht gehört hat. Aber wenn man vorher nichts von AMIENSUS gehört hat: Das ist unser Versuch, verschiedene Black Metal-Elemente in fünf Lieder einfließen zu lassen. Denen, die uns schon kennen, sei nur wiederholt: Wir haben das Album zu Live-Zwecken geschrieben und um der Intensität unseres Live-Sets zu genügen, und ich verspreche euch, das wird versengend! Das darauf folgende Album Nummer 3 wird Elemente aus „Ascension“ und „Restoration“ aufweisen, dabei aber ein paar progressivere Stücke enthalten. Allgemein lässt sich bereits sagen, dass das neue Material jetzt schon vielseitiger ist als die restlichen Veröffentlichungen. Um Deine Frage zu beantworten: Nein, es gibt noch keine Pläne, wie auf „Restoration“ Violine oder Oud zu verwenden, was aber einzig und allein daran liegt, dass wir beim Songwriting noch nicht so weit in die Details vorgedrungen sind!

Dieser Ausblick auf Album Nummer 3 liest sich klasse – vielversprechend! Darauf werde ich gespannt warten.
Mein Fragenkatalog ist somit erschöpft und ich will die Aufmerksamkeit der Leser auch nicht weiter strapazieren. Ich danke Dir vielmals für dieses angenehme und informative Interview!
Hast Du noch irgendein Thema, das Du anprechen möchtest, welches wir noch nicht abgedeckt haben
?

Danke, hat mich auch gefreut! Das war wahrscheinlich das ausführlichste Interview, das ich bislang für diese Band geführt habe.
Abschließend möchte ich nur alle Leser wissen lassen, dass ich die Unterstützung, die Ihr AMIENSUS in den letzten Jahren habt zukommen lassen, sehr schätze! Wir sind nur ein paar normale Typen, die Freude dabei haben zusammen Musik zu schreiben und zu spielen. Wenn Ihr also mal Lust haben solltet uns zu kontaktieren, um über Musik oder andere Sachen zu diskutieren, dann macht das einfach. Wir plaudern immer gerne mit anderen Musikliebhabern. Wir hoffen, Euch in der Zukunft mal irgendwo unterwegs zu treffen!

 

Dieses Interview ist in englischer Sprache unter www.thought-palace.com verfügbar.


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