PROFANITY - Thomas Sartor

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Was ich so großartig finde beim Komponieren der PROFANITY-Songs: Es gibt keine Grenzen, keine Vorschriften, keine Regeln. Du kannst deiner Kreativität einfach freien Lauf lassen und tun und lassen was du willst!

Zum Erscheinen von "The Art Of Sickness" hat sich PROFANITY Fronter Thomas Zeit genommen um mit uns über das Album, seine Einflüsse, Death-Metal und Zukunftspläne zu reden - sicker Sound eines sympathsichen Zeitgenossen.

Text: Laichster
Veröffentlicht am 14.04.2017

Hallo Tom, danke, dass du dir für Stormbringer Zeit nimmst! Seit eurer EP „Hatred Hell Within“ (zum Rezeptbuchteintrag) sind nun etwas mehr als zwei Jahre vergangen, in denen ihr an „The Art Of Sickness“ (zur Hygieneüberprüfung im Schlachthaus) gearbeitet habt – wie war der Entstehungsprozess für euch, oder ist es für euch einfach schon Routine, solch technisch komplexe Nummern aus euren Federn fließen zu lassen?

Hallo Daniel, den Dank kann ich gleich an dich und an Stormbringer zurückgeben. Es freut uns sehr, dass Ihr uns hier über Stormbringer die Möglichkeit gebt, mit euch ein bisschen über unsere Musik, über unsere aktuelle Veröffentlichung „The Art Of Sickness“ und über unsere Band PROFANITY zu reden. Jetzt muss ich mal überlegen, wo ich da eigentlich am besten anfange, um über den Entstehungsprozess von „The Art Of Sickness“ zu erzählen. Angefangen hat eigentlich alles um circa das Jahr 2000 herum. Da kam nämlich unser Album „Slaughtering Thoughts“ raus und wir hatten es uns eigentlich damals als Ziel gesetzt, so schnell es geht ein weiteres Album nachzulegen. Aber die Realität sah leider ganz anders aus. Nach dieser Veröffentlichung spielten wir für unsere Verhältnisse sehr viele Shows, ich glaube das Maximum war so bei circa 40 Shows im Jahr. Hierbei stellte sich dann heraus, dass wir durch diese enorme Livepräsenz und das ständige „fit“ halten für die Shows nur wenig bis gar keine Zeit mehr hatten, um neue Songs zu schreiben. Ich muss auch dazu sagen, dass wir natürlich alle drei, der Martl (Bass), Armin (Drums) und ich, ganz normal 40 Stunden pro Woche in unsere Arbeit gegangen sind und das hat es natürlich auch nicht leichter gemacht für uns.

Aber, um 2002 herum ist dann der erste Song für die nächste Profanity Veröffentlichung entstanden. Dann kam aber auf einmal das Hammer Angebot rein, mit CRYPTOPSY, HAEMORRHAGE und SPAWN auf Europatour zu gehen. Für uns war das natürlich eine super Chance, die wir dann auch wahrgenommen haben. Es wurde nach einem Namen für diese Tour gesucht und mir kam dann die Idee, „The Art Of Sickness“ vorzuschlagen und das wurde dann auch genommen und seit dieser Zeit existiert schon dieser Titel. Für diese Europatour wollten wir natürlich auch was Neues veröffentlichen. So kam es zu der Vinyl Veröffentlichung von „Humade Me Flesh“, das war jener erste Song, den wir „eigentlich“ für die nächste Veröffentlichung geschrieben hatten. Zu dieser Zeit wussten wir aber noch nicht, dass es mal eine CD von uns geben wird mit dem Titel „The Art Of Sickness“, denn damals stand für uns fest, die nächste CD wird „Hatred Hell Within“ heißen. Wann immer die Zeit da war, schrieben wir neue Songs. Unser Ziel war es, acht Songs zu schreiben für die nächste CD, egal wie lange sie ausfallen werden. In den Jahren von 2002 bis 2004 spielten wir nach wie vor sehr viele Konzerte und 2004 spielten wir dann noch eine Show in New York mit MISERY INDEX, EXHUMED und UPHILL BATTLE und ein paar Tage später dann auf dem hammer Festival „Maryland Deathfest“ und das sollte dann auch bis auf weiteres unser letztes Konzert sein. Wir hatten beschlossen, eine Pause einzulegen, was die Liveshows betraf, denn wir kamen einfach nicht so voran mit dem Songwriting so wie wir das gerne gehabt hätten. So entstanden dann aber bis zum Jahr 2006 dann doch acht Songs mit einer Spielzeit von circa 60 Minuten und das sollte dann eigentlich auch die Veröffentlichung ­­„Hatred Hell Within“ werden. Aber es kam wieder anders.

Der Band kam das Leben dazwischen…. Ich lernte meine Frau 2004 kennen, wir haben dann auch 2005 geheiratet und in mir brodelte auch schon länger das Vorhaben, auf die Elektrotechniker-Schule zu gehen und zwar berufsbegleitend. Martin heiratete ebenfalls, ihre beiden Kinder kamen auf die Welt, ich ging wieder zur Schule bis 2010, machte meinen Elektrotechniker und mein Fachabitur, unsere Kinder kamen in dieser Zeit auch zur Welt, Armin machte ebenfalls seinen Meister in dieser Zeit. Somit war es von 2006 bis 2010 sehr ruhig um PROFANITY, von ein paar Bandproben, die in dieser Zeit hin und wieder stattgefunden haben, mal abgesehen… 2011 nahm aber die ganze Sache wieder langsam Fahrt auf. Wir wussten alle drei, dass da noch ein Kapitel offen war und so fingen wir wieder an, regelmäßig zu proben und der Wunsch live zu spielen wurde dadurch natürlich auch immer größer. In dieser Zeit entstand auch der Song „Melting“, der somit unser aktuellster Song ist. Fest entschlossen machten wir uns also daran, die Songs, die in den Jahren von 2002 bis 2006 entstanden waren, plus dem Song „Melting“ aufs Band zu bringen. 2013 kam dann aber wieder alles anders.


PROFANITY - das Augsburger Tech-Death-Kommando

Für Martin und für seine Familie hat sich da die Möglichkeit ergeben, nach Australien auszuwandern, das haben sie dann auch gemacht und wir wussten erstmal nicht, was wir nun machen sollten. Durch Zufall kam dann Daniel wieder in die Band, er war schon von 2007 bis 2010 Mitglied der Band und somit konnten wir weitermachen. Daniel konzentrierte sich auf das Einstudieren der PROFANITY-Songs fürs Live-Set und da wir aber auch so schnell wie möglich neues Material veröffentlichen wollten, entschieden wir uns die bis dahin aufgenommenen drei Songs als EP zu veröffentlichen. Rising Nemesis Records veröffentlichten dann 2014 diese EP unter dem Titel „Hatred Hell Within“. Als dann diese CD veröffentlicht wurde war uns allen auch relativ schnell klar wie dann die nächste Full-Length heißen wird: „The Art Of Sickness“. Somit gingen wir dann im Sommer 2016 wieder zu Christoph Brandes ins Iguana Studio und haben die noch verbleibenden sechs Songs mit einer Gesamtspielzeit von etwas über 40 Minuten aufgenommen. Jetzt haben wir das Jahr 2017 und wir freuen uns natürlich schon riesig auf die Veröffentlichung von „The Art Of Sickness“, das am 21. April erscheinen wird. Herausbringen wird diese CD Apostasy Records worüber wir uns auch ganz besonders freuen.

„The Art Of Sickness“ ist nicht gerade zimperlich, sowohl in kompositorischer als auch in lyrischer Hinsicht – was inspiriert euch zu euren Werken?

Ich glaube, es ist eine Summe aus mehreren Dingen. Wir sind natürlich alle in der Band große Death-Metal-Fans und lieben einfach diese Art von Musik zu hören und natürlich auch zu spielen. Wir machen diese Art von Musik nun schon seit fast 25 Jahren und wenn Du vom „Virus“ Death-Metal infiziert bist, dann lässt dich das auch nicht mehr los. Also uns geht es zumindest so, wir reden andauernd über neue Scheiben und "hast du das schon gehört oder das?" und dazu kommen natürlich auch die ganzen Klassiker, die einfach jeder in seiner Sammlung haben sollte. Wenn ich zum Beispiel die neue ABORTED höre, dann packt mich das einfach oder genauso beim Klassiker „Pierced From Within“ von SUFFOCATION, da fängst du doch automatisch an mitzuwippen… es packt dich halt einfach! Da entsteht so ein intensives Gefühl beim Hören und beim Selber-Spielen ist das natürlich auch so, vielleicht sogar noch etwas intensiver.

Was ich so großartig finde beim Komponieren der PROFANITY-Songs: Es gibt keine Grenzen, keine Vorschriften, keine Regeln. Du kannst Deiner Kreativität einfach freien Lauf lassen und tun und lassen was du willst! PROFANITY steht natürlich auch für das Ausloten von Grenzen und die dann auch zu übertreten, eigentlich in jeder Hinsicht was unsere Musik betrifft. Für uns ist die ganze Technik auch nur ein Mittel zum Zweck, für uns steht der Song im Vordergrund, das muss in sich passen, es muss dich einfach packen beim Hören und wenn ich mir die Songs von „The Art Of Sickness“ alle am Stück anhöre, dann gibt es solche Momente, bei denen es dich besonders packt, bei jedem Song mindestens einmal. Weißt du, wie ich meine? Solche Momente, über die man spricht, zum Beispiel sowas wie dieser hammer Teil in dem VITAL REMAINS Song „Dechristianize“, oder der Anfang von dem SOLSTICE Song „Netherworld“, oder der Songanfang von „Hammer Smashed Face“, oder die ganze EP „Despise The Sun“ von SUFFOCATION… das sind so hammer Dinger! Unsere Musik ist wie eine riesen Spielwiese und ich glaube, es gibt noch viele Sachen, die wir ausprobieren können. Was die Texte von PROFANITY betrifft, das liegt kommt komplett bei Martin. Vom Inhalt her steckt da ziemlich viel im Cover drinnen.

Auf „The Art Of Sickness“ habt ihr Unterstützung durch Terrance Hobbs (SUFFOCATION), Christian Münzner (ALKALOID), Martl Bauer (Ex-PROFANITY), Adrie Kloosterwaard (SINISTER) und Ricky Myers (DISGORGE und SUFFOCATION) bekommen – könnt ihr uns erzählen, wie es dazu kam und welchen Einfluss die Gastmusiker auf das Album hatten?

Die Sache mit den Gastmusikern gewann im Laufe der Zeit immer mehr an Eigendynamik, denn es war eigentlich nicht geplant, gleich vier Gastmusiker auf der Platte zu haben. Was den Einfluss der Gastmusiker betrifft: direkten Einfluss hatte niemand von ihnen. Wie schon erwähnt, die Songs sind in den Jahren von 2002 bis 2006 entstanden und wir haben auch nichts mehr verändert. Klar, jeder von den Gastmusikern hat seinen Beitrag natürlich selbst komponiert, denn das macht es ja auch aus, das ist ja der Reiz von so einem Gastbeitrag, dass du ein kleines Stück persönlicher Handschrift des jeweiligen Gastmusikers auf deiner Platte hast. Indirekt hatten und haben natürlich alle Gastmusiker Einfluss auf unsere Musik, wir alle von PROFANITY sind große Fans von Bands wie SINISTER, SUFFOCATION, NECROPHAGIST, OBSCURA, ALKALOID, DISGORGE… ist doch logisch!

Klar war für uns von Anfang an, dass der Martin auf alle Fälle bei einem Song den Bass einspielen wird. Dieser Song heißt „Mouth Of Nepotism“. Martin wird immer ein Teil von PROFANITY sein, auch wenn wir räumlich sehr weit auseinander liegen. Martin macht im „Hintergrund“ nach wie vor sehr viel für die Band. Er hat zum Beispiel auch das komplette Layout für das Digi-Pack von „The Art Of Sickness“ gemacht, er ist für viele T-Shirt Designs verantwortlich und die kompletten Texte für „The Art Of Sickness“ sind alle von ihm. Wir haben schon sehr viel mit Martin zusammen erlebt und wir sind sehr froh, dass wir, obwohl er in Australien lebt, einen so guten Kontakt zu unserem Death-Metal-Brother haben.


Das hochkarätige Gastensemble - sowohl ein aurikulärer als auch optischer Hochgenuss

Dann kam irgendwann die Idee auf, wir könnten doch noch Jemand anders fragen, der uns viel bedeutet, ob er nicht was zum neuen PROFANITY-Album beitragen möchte. Da sind wir natürlich ganz schnell auf den Adrie von SINISTER gekommen. Wir kennen uns schon sehr viele Jahre und mittlerweile sind wir auch sehr gut befreundet. Da lag es natürlich nahe, ihn zu fragen, ob er nicht ein bisschen was einsingen möchte. Dieser Aktion vorausgegangen war auch die Idee, dass wir zusammen „Catatonia“ von SUFFOCATION live spielen, bei einem gemeinsamen Konzert in Österreich mit SINISTER, das hatte damals aber leider aus zeitlichen Gründen nicht geklappt. Aber dafür ist Adrie jetzt bei dem Song „Better Left Alone“ zu hören - und wie!

Den Christian Münzner kennen wir schon aus seiner Zeit noch bei DEFEATED SANITY und dann natürlich bei NECROPHAGIST, OBSCURA und jetzt ALKALOID. Wir wollten den Chris unbedingt dabei haben, da wir auch einige sehr schöne Erinnerungen mit ihm verbinden. Ich habe dann Chris einfach gefragt, ob er sich vorstellen könnte für das nächste PROFANITY-Album ein Gastsolo einspielen zu können und daraufhin sagte er - zu unserer großen Freude - sofort zu. Chris ist ein absolut begnadeter Gitarrist und ich kann sagen, sein Gastsolo ist absolut großartig geworden. Zu hören in dem Song „Better  Left Alone“.

Was die Zusammenarbeit mit Terrance Hobbs (SUFFOCATION) und Ricky Myers (DISGORGE/SUFFOCATION) betrifft, das hat uns total umgehauen. Damit hätten wir nie im Leben gerechnet, dass sowas mal Realität werden könnte. Wir hatten die super Möglichkeit, mit SUFFOCATION am gleichen Tag zu spielen auf dem „Deathfeast Open Air“ in Deutschland. Wir nutzten natürlich diese Gelegenheit und begaben uns auf Kontaktaufnahme. Alle Leute von SUFFOCATION waren sowas von freundlich zu uns und daraus ist dann auch eigentlich die Idee entstanden, sie zu fragen. Ich kontaktierte Terrance sowie auch Ricky, ob sie nicht Lust hätten, einen kleinen Beitrag zur nächsten PROFANITY-CD beizusteuern. Beide haben sofort zugesagt und wir konnten es nicht glauben. Aber, nach ein paar Wochen sind dann wirklich die Aufnahmen von beiden gekommen und Christoph hat sie dann in seinen Iguana-Studios in den Song eingebaut. Klar, für mich als Gitarrist und Suffocation Fan war und ist das Solo von Terrance Hobbs natürlich der absolute Hammer. Ich meine, als wir damals anfingen, waren SUFFOCATION unsere Helden und hätte damals Jemand gesagt, dass mal Terrance Hobbs auf einer PROFANITY-CD zu hören sein wird, never ever… der Song, auf dem Terrance und Ricky zu hören sind, heißt „Recreating Bliss“. Mit allen Gastmusikern verbindet uns eine enge Freundschaft und die Liebe und Hingabe zur extremer Musik. Uns bedeutet es sehr sehr viel, gerade diese Leute mit auf der Platte zu haben!

Das Cover zu „The Art Of Sickness“ ist äußerst ausdrucksstark gelungen und spiegelt alles wieder, was einem beim Auflegen der Scheibe erwartet – wer zeichnet für das Kunstwerk verantwortlich und wie kam es dazu?

Es war eigentlich geplant, dass der gleiche Künstler, Fedrico Mussetti, der schon das Cover für die EP „Hatred Hell Within“ gestaltet hatte, auch das Cover für „The Art Of Sickness“ anfertigen sollte. Leider haben wir den Kontakt zu ihm verloren und somit mussten wir nach einem anderen Künstler Ausschau halten. Der Titel stand ja schon länger fest und wir wussten, es muss auf alle Fälle ein Cover werden, dass dich mitreißt, das den Titel „The Art Of Sickness“ einfach wiedergibt. Wir alle sind große Fans von Pär Olofsson und das war auch gleich die nächste Adresse, an die wir uns gewendet haben. Eigentlich hätte er gleich ein Artwork für uns gehabt, aber da waren wir uns nicht sicher, ob das zum Titel passen würde. Wir hatten dann darüber etwas diskutiert und nachgedacht und sind dann zu dem Entschluss gekommen, er soll ein komplett neues Artwork anfertigen, dass einfach wie die Faust aufs Auge zu dem Titel „The Art Of Sickness“ passt. In gewisser Weise besteht auch ein Zusammenhang zum Cover von „Hatred Hell Within“. Auf „Hatred Hell Within“ ist ein Mensch zu sehen, der ja an diesen Ketten hängt und auf „The Art Of Sickness“ ist dieses mächtige Kreuz, das in der Mitte zu sehen ist. Das ist die Verbindung, an diesem Kreuz war dieser Mensch aufgehängt, vielleicht… Pär hat da ein klasse Artwork angefertigt und ich hoffe, wir können beim nächsten Mal wieder mit ihm arbeiten.


Der Hang zum aufhängen von Humanoiden an Andreaskeuzen... jeder hat seinen Fetisch!

PROFANITY mischt nun schon seit 1993 im Todesblei-Business mit, was hat sich über die Jahre verändert und seht ihr in Zeiten der Retro-Verkultung des klassischen 80er Heavy-Metals und allgemein schwindender Metal-Fanzahlen weiterhin eine Zukunft für den technisch hochkomplexen Death-Metal?

Weißt du, um ehrlich zu sein mache ich mir darüber keine großen Gedanken, ob es eine Zukunft gibt für hochkomplexen Death-Metal oder nicht. Wir lieben diese Art von Musik und es gibt diese Art von Musik ja auch nicht erst seit gestern, somit glaube ich schon, dass diese Musik noch lang erhalten bleiben wird. Ich denke, Qualität setzt sich durch und so wird Death-Metal auch „überleben“ und für mich hat technischer Death-Metal einfach Qualität. Das ist Musik, die schreibst du nicht mal so auf die Schnelle, diese Musik hat Tiefgang und Seele und hat mit Oberflächlichkeit und auch mit Schnelllebigkeit überhaupt nix zu tun. Diese Musik wird dich auch nicht so schnell loslassen, jedenfalls ist das bei uns so. Klar, über die ganzen Jahre hat sich einiges verändert, aber das ist auch ganz normal, finde ich. Trends kommen und gehen und Qualität bleibt. Ich muss sagen, ich finde die jetzige Zeit sehr spannend, und es hat natürlich auch, wie so vieles, immer zwei Seiten. Alleine, wie sich das Musik-Business durch das Internet verändert hat, das finde ich hochinteressant. Wir kennen ja noch die Zeit, in denen es noch kein Internet gab und wir uns fleißig Tapes und Briefe geschickt haben. Damals hießen die Postings noch Flyer, die man kopiert hat und genau abgezählt hat, damit man nicht das maximal zulässige Gesamtgewicht eines Briefes überschreitet. Lang, lang ist es her. Heute ist halt alles wahnsinnig schnell geworden. Du wirst förmlich bombardiert mit Informationen, Facebook, Youtube, Instagram und so weiter… ein Klick und schon kommt das nächste „Ding“ auf dich zu. Alle posten aus vollen Rohren, aber das Gute ist, man kann auch einfach mal abschalten, und dann ist Ruhe - ich bin gespannt, wie diese Entwicklung weitergeht!

Ich hatte die Ehre, euch bisher mehrmals Live erleben zu dürfen – wie sehen eure Auftrittspläne für die nähere Zukunft aus? Hierbei sei jedem Leser der Besuch eines eurer Konzerte ans Herz gelegt – ihr zerlegt ja erfahrungsgemäß jede Hütte bis zu den Grundmauern.

Einer der Hauptgründe warum es PROFANITY gibt ist natürlich, dass wir Konzerte spielen wollen, unsere Musik den Leuten näherbringen. So ein Konzert ist schon immer was sehr Intensives! Die Konzerte die 2017 bereits fix sind, sind folgende:

29. April – Berlin, Tommyhaus mit Dehuman Reign
30. April – Cottbus, Muggefug mit Inge und Heinz
26. Mai – Brand, Ranger Rock
02. Juni – Zürich
17. Juni – Cz Deathfest
06. – 08. Juli – In Flammen Open Air
29. August – Holland, Stonehenge Festival
01. – 03. September, Münnerstadt, Bonebreaker Festival
21. Oktober, Augsburg

Dann sind noch ein paar weitere Sachen in Planung für Herbst 2017 und wenn uns Jemand für ein Konzert holen möchte, einfach Email an Profanity@t-online.de.

An dieser Stelle empfehle ich jedem Veranstalter, der seine Hütte in Brand stecken will, euch zu buchen! Wird es bis zur nächsten Langrille wieder 17 Jahre dauern - wir hoffen inständig auf weiteres Futter aus eurem Schlachthaus!

Ich hoffe nicht! Ich hoffe, dass wir so schnell es geht was nachschieben können. Eventuell wird es wieder eine EP sein, aber das steht noch alles in den Sternen. Wir sind selbst natürlich sehr gespannt darauf wie sich die Songs nach „The Art Of Sickness“ anhören werden.

Die Frage ist zwar langsam wirklich ausgelutscht, aber sie gehört irgendwie dazu: Was waren deine musikalischen Highlights der letzten Zeit – welche Alben muss man sich unbedingt ins Plattenregal stellen?

SUFFOCATION – “Pinnacle Of Bedlam”
SINISTER – “Syncretism”
ABORTED – “Retrogore”
DYING FETUS – “Reign Supreme”
ANTROPOFAGUS – “M.O.R.T.E.”
MISERY INDEX – „The Killing Gods“

Unser Redakteur Pascal „Mr. Obscura“ Staub hat mich nach dem ersten Hören von „The Art Of Sickness“ gebeten dich zum Abschluss folgende Frage zu stellen: „Wir treffen uns zufällig, mitten in der Nacht auf einer Tankstelle und wir habe ndrei Leichen im Kofferraum liegen – helft ihr uns diese im Wald zu entsorgen“ [Anm. d. Lektorats: Ich habe diese Frage natürlich nie gestellt... *g*]? Ich glaube er möchte mit diesem psychologisch perfiden Test herausfinden, ob ihr genauso sick im Kopf seid wie eure Musik…

Jau, das ist eine Frage. Unsere Musik ist vielleicht schon etwas verrückt, aber ich glaube, dass wir alle von PROFANITY eigentlich schon ganz normale Leute sind. Ich glaube, wir würden Euch von dem her eher wohl eher nicht helfen, sondern euch auf einen Kaffee an der Theke in der Tankstelle einladen und mit Euch über die neusten Death-Metal Scheiben quatschen. Dann würden wir Euch fragen, ob Ihr schon die neue SUFFOCATION und die neue DYING FETUS gehört habt und ob ihr die Scheiben eventuell schon habt. Weil wenn ja, dann würden wir zu euch fahren und dann… 

Damit bedanke ich mich für das Interview und wünsche euch viel Erfolg mit „The Art Of Sickness“ – die letzten Worte gehören dir!

Vielen Dank für dieses Interview, es hat mir sehr viel Spaß gemacht, eure Fragen zu beantworten. Ich hoffe, wir sehen uns auch bald mal wieder! Wir hoffen auch, möglichst schnell mal wieder bei euch in Österreich spielen zu können. Wir sind heiß darauf, euch Songs von „The Art Of Sickness“ auch live präsentieren zu können. Seit Ende Dezember haben wir einen neuen Bassisten, das ist der Lukas Haidinger und im Moment sind wir damit beschäftigt, das PROFANITY-Live-Set einzustudieren und in der Zwischenzeit freuen wir uns schon riesig auf den 21. April, denn da wird dann „The Art Of Sickness“ über Apostasy-Records erscheinen.  In diesem Sinne: Spread the Sickness! 


Wer jetzt Bock hat sich von PROFANITY aufs Maul prügeln zu lassen, der kann sich hier mit "Who Leaves Stays" von "The Art Of Sickness" gleich eine Wurzelbehandlung abholen und sich die nächste Rechnung beim Dentisten des Vertrauens ersparen! 


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