Cursed Records / Eine in Teich Festival - Franz F. Hawa alias Feanor Omega

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Es hat mit einem Sprung ins kalte Wasser begonnen! Abgesehen von einer Idee und dem Willen diese umzusetzen war damals noch nicht allzu viel vorhanden. Aller Anfang ist schwer...

Das bald wieder anstehende EINE IN TEICH FESTIVAL, das fünfte schon, hat mich dazu veranlasst, dem CURSED RECORDS-Chef und EiT-Veranstalter Franz F. Hawa (alias Feanor Omega) ein paar Fragen zu übermitteln. Lest selbst, was der junge Kärntner zu sagen hat...

Veröffentlicht am 20.06.2014

Danke, dass Du Dir die Zeit für dieses Interview nimmst. Wir wissen das sehr zu schätzen!


Hallo Christian, auch ich sage an dieser Stelle vielen Dank für eure Zeit und euer Interesse!


Bitte erzähl mir ein wenig über Dich und deinen musikalischen Werdegang.


Im aktiven Bereich begann alles recht früh im Familien- und Freundeskreis. Es wurde immer viel
gejammed und bald auch in verschiedenen Bands gespielt. Momentan spiele ich bei SAKRILEG
(Gesang Gitarre – seit 2009), NEBELFRONT (Gesang, früher Gitarre – seit 2012), ECHELON
(Drums, seit 2013) und den verrückten TONGUELESS CUNTKILLER (Gitarre – seit 2012). Ab
und an lass ich mich auch für Gast- und Sessionjobs missbrauchen, was mir musikalisch und
persönlich größte Freude bereitet.
Passiv begann es 2009 mit der Organisation des ersten EINE IN TEICH Festivals. 2011 wurde die
Plattenfirma CURSED RECORDS ins Leben gerufen und 2012 kam die Organisation der
Konzertreihe WINTERSCHLACHT dazu.


Wie kommt man in Zeiten, in denen an jeder zweiten Steckdose ein Label aufmacht, auf die Idee, Cursed Records zu gründen?


Bei dieser Frage musste ich jetzt schmunzeln ;)
Ich muss dir ehrlich gestehen, dass mir 2011 bei der CR Gründung kein 'Boom' jeglicher Form
bewusst war. Im Gegenteil: In Kärnten stehen wir mit CR in Sachen 'Label für extreme
Musikrichtungen' immer noch alleine da.


Wie hat es mit Cursed Records begonnen? Was sollte man beachten, wenn man ein Label aufmacht und Konzerte promoted?


Es hat mit einem Sprung ins kalte Wasser begonnen! Abgesehen von einer Idee und dem Willen
diese umzusetzen war damals noch nicht allzu viel vorhanden. An dieser Stelle geht großer Dank
an meine Bandkollegen von SAKRILEG, sowie die Jungs von GRIMFORST und FALLEN
UTOPIA, welche dem „franz'schem Größenwahn“ von Anfang an blindes Vertrauen geschenkt
haben und mit helfender Hand maßgeblich an der Realisation des Cursed Records Konzepts
mitgewirkt haben.
Ich bin ein klassischer 'learning by doing' Mensch und an dieser Stelle sei dazu gesagt, dass
WENN ich eine Lektion lerne, dann auf die harte Tour. Ich muss ehrlich gestehen, dass ich das
auch jedem anderen genau so empfehlen würde. Persönliche Erfahrungen, egal ob 'gut' oder
'schlecht' sind meiner Meinung nach essentielle Faktoren, egal ob im Werdegang eines Menschen
oder einer Firma.


Nach welchen Kritierien nimmst Du Bands unter Vertrag?


An erster Stelle steht natürlich die Musik. Jede ernstzunehmende Bewerbung wird persönlich
durchgelesen und durch-gehört. Dazu kommt natürlich, dass ein genauer Blick auf das Budget
geworfen werden muss, auch wenn rein musikalisch Interesse gegeben wäre. Das ist denke ich
ein Punkt, den wir uns mit so ziemlich jedem anderen Label teilen.

Was waren diesbezüglich deine erste Erfahrungen, deine besten und deine schlimmsten/schlechtesten Erlebnisse?


Jede einzelne Band, sowie jedes Release und jede Kooperation hat im Progressionsprozess des
Labels ihren eigenen Platz. Ich bin froh, dass ich über die Jahre mit so viel verschiedenen und
individuellen Menschen arbeiten durfte und kann deshalb schwer eine Wertung abgeben, da alles,
so wie es bis jetzt passiert ist, schon seine Sinnhaftigkeit hat.
Die Firma hat sich stets mit ihren Musikern und Menschen im Hintergrund geformt und entwickelt.


Auf welche Veröffentlichung und welches Konzert/Festival bist Du besonders stolz?


Dir wird auffallen, dass es mir auch bei dieser Fragestellung recht schwer fällt mich zu
entscheiden. Dennoch würde ich an dieser Stelle gerne das letzte Eine in Teich Festival (2013)
herausheben. Es war das (bisher) erfolgreichste Eine in Teich aller Zeiten und am besten
zusammengefasst kann ich sagen: Ein Haufen verschiedenster Leute hat sich für eine
gemeinsame Sache den Arsch aufgerissen und die Aktion war ein totaler Erfolg. Die Headliner
(BENIGHTED, DER WEG EINER FREIHEIT) sowie alle anderen Bands haben sich selbst
übertroffen und Freundschaften wurden geschlossen, welche bis heute anhalten.


Wie kam es dann zu Eine In Teich? Da gab es wenn ich recht informiert bin, wegen der Location dann auch bald Probleme?


Das Eine in Teich hat eigentlich eine sehr klassische Entstehungsgeschichte. 2009 dachte sich
eine Gruppe von Freunden, dass in Kärnten zu wenig los sei und dass der qualitativ durchaus
hochwertige österreichische Musiknachwuchs mehr Gegelgenheiten braucht, Gigs zu spielen.
Schon war das EiT geboren. Es sei natürlich dazu gesagt, dass wir damals keinerlei Ahnung
hatten, was da auf uns zukommt – womit wir wieder bei der Philosophie 'learning by doing' wären.
Nach der ersten Edition habe ich alleine, doch ebenfalls wieder mit Hilfe treuer Freunde,
weitergemacht und mittlerweile kann ich Stolz behaupten ein loyales und starkes Team, dass sich
für die Idee des EiT genauso begeistern kann wie ich, um mich geschart zu haben, welches ich
nicht mehr missen möchte!
Und ja – wir waren in unseren ersten beiden Jahren mit mehr oder minder großen Problemen
bezüglich der Location konfrontiert. Aber ich muss dir auch dazu sagen: Es gibt einfach nichts,
dass nicht für etwas gut ist! Wäre das nicht gewesen, hätten wir nie die gütige Gemeinde
ARRIACH und die Neugarten Almseehütte (GERLITZEN) gefunden. So haben wir die Chance
einmal jährlich im Paradies auf Erden unser kleines Dorf aufzubauen..


Du feierst das fünfjährige Jubiläum mit EiT? Wenn du zurückschaust. Was hat sich verändert?


Die Kinder werden einfach so schnell erwachsen. Es hat sich wirklich viel geändert. Jedes Jahr,
wird es in unzählig verschiedenen Bereichen eine Spur einfacher. Auf der einen Seite, weil man
mehr Erfahrungen gewinnt und aus vergangenen Fehlern lernt, auf der anderen Seite, weil auch
das Team immer stärker wird und jeder einzelne immer besser lernt, mit seinen Aufgaben
umzugehen. Wir haben treue Stammgäste, manche seit dem Ersten Jahr, auf welche ich mich
jedes Jahr wieder freue, da Stammgäste ein Beweis für das ständige Besser-Werden der
Organisation und allem drum herum sind. Und es macht einen schon sehr glücklich, wenn man
sieht, wie sich sein „Baby“ immer mehr zu einem Fixpunkt im Festivalkalender vieler
österreichischer Metalheads entwickelt.


Wie gehst Du mittlerweile an das Booking heran und wo gibt es deiner Meinung nach noch Verbesserungsvorschläge?


Das Booking des Eine in Teich Festivals läuft in verschiedenen Etappen:
Zuerst machen wir uns innerhalb des Teams Gedanken und brainstormen über unsere Ideen und
Vorstellungen. Im Endeffekt wird demokratisch (bzw. in demokratischer Diktatur :P ) abgestimmt.
Wir können uns auch sehr glücklich schätzen, dass wir zahlreiche Bandbewerbungen erhalten. Da
kommen wir auch zu einem Punkt, der mir jedes Jahr im Herzen wehtut. 2013 hab ich
nachgezählt: Uns haben über 80 Bandbewerbungen erreicht und wir haben jedes Jahr ca. 20
Slots. Somit ist es rein logistisch gar nicht möglich, alle Bewerbungen zu berücksichtigen, denn
allein dafür müsste es ca. 4 Eine in Teichs geben, bzw. müssten wir eine METALCAMP- /
METALDAYS-ähnliche Zeitspanne des Festivals anstreben, was der Exklusivität und Familiarität
des EiT sicherlich Abbruch tun würde, und deshalb auch nicht passieren wird.


Wie siehst Du die einheimische Black Metal/Pagan Szene? Wie kann man sich gegen, nennen wir es, germanische Elemente (oder generell politisch extreme Strömungen abschirmen?


Im Großen und Ganzen sehe ich die heimischen Szenen durchaus positiv. Wir haben viele
leidenschaftliche Menschen, die an verschiedensten großartigen Projekten arbeiten. Ich trau mich
gar nicht, jetzt alle aufzuzählen, die mir ad hoc einfallen, denn sonst nimmt dieses Interview kein
Ende. Auf der anderen Seite muss dennoch erwähnt sein, dass es aber ebenso Leute gibt, die
damit beschäftigt sind, sich gegenseitig ans Bein zu pinkeln und welche alles, was andere tuen
mit Argwohn und Missgunst beäugen. Dieses Verhalten bedauere ich sehr, da ich denke, dass ein
Großteil dieser 'Konflikte' völlig sinnentleert sind und dem ''Community'- Gedanken und dem
Gemeinschaftsgefühl, dass in der einheimischen Szene durchaus vorherrscht und dass ich auch
selbst im Umgang mit anderen immer hoch halte, entgegenstehen.
Ich höre oft, dass es beeindruckend ist, dass Cursed Records bzw. das Eine in Teich Festival noch
nie in Konflikt mit, wie du es nennst, 'politsch extreme Strömungen' geraten ist. Ich persönlich
finde, das ist aber keine große Sache. Politik, egal ob extrem links oder extrem rechts hat meiner
Meinung nach in Musik nichts verloren, sondern zerstört diese nur, wie man leider oft mitbekommt,
vor allem in Österreich und Deutschland.

Was steht für Dich, in der Rolle als Labelchef, Promotor und persönlich in Zukunft an?


Natürlich liegt das Hauptaugenmerk aller Bereiche momentan auf unserem Eine in Teich Festival
im Jubiläumsformat – da zieht alles an einem Strang.
Nach dem EiT (und einem kurzen Urlaub für Körper und Geist) geht’s bookingtechnisch an die
Organisation der Winterschlacht Zwillinge (ein mal Wien, ein mal Villach) und für das Open Air
zählt sowieso der klassische Grundsatz: Nach dem Festival ist vor dem Festival.
Auch um Cursed Records bleibt es dieses Jahr nicht leise. Zum Beispiel ist das neue
NEBELFRONT Album gerade an seinen letzten Verfeinerungen, auch bei SAKRILEG wird es nicht
lange ruhig bleiben. Die Blast-Gewalt SEDUCED hat ebenfalls einen neuen Rohling in den
Startlöchern.
Abgesehen davon, wird es von mir persönlich bzw. CR aus noch die eine oder andere
Überraschung geben, doch an dieser Stelle möchte ich dazu noch nicht allzu viel verraten. Ich
denke, es kann durchaus sein, dass wir uns diesbezüglich in nicht allzu ferner Zukunft noch
hören =)


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