Equilibrium - René Berthiaume

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Also ich sag jetzt mal ZU professionelle bzw. abgebrühte Musiker passen jetzt nicht so zu Equilibrium. Sowas hatten wir jetzt auch schon zwischendurch und das hat nicht so gut geklappt.

EQUILIBRIUM sind nach vier Jahren endlich mit ihrem neuen Werk "Erdentempel" zurück. Trotzdem gab es im Hause der Pagan Metaller auch schlechte Nachrichten, denn sowohl Andi als auch Sandra haben die Band nach 13 Jahren verlassen. Also gab es mit Mastermind René Berthiaume so einiges zu besprechen!

Text: Sonata
Veröffentlicht am 27.05.2014

Moin René! Freut mich, dass das doch noch geklappt hat nach den leichten Komplikationen gestern!

Ja irgendwie ist das gestern nicht zu mir durchgedrungen, keine Ahnung, was da los war. Ich hatte zwar ein paar Interview Termine, aber irgendwie kam das nicht durch.

Ist ja auch gar kein Thema. Vielleicht hatten die da einfach n bissl viel Stress, aber wie haben es ja jetzt auch so hinbekommen, von daher.

Genau so schaut’s aus.

Ja gut! Ist denn bei dir alles fit soweit?

Wir haben aktuell natürlich viel Stress mit der Promotion zur neuen Scheibe und dann kommt noch hinzu, dass zwei unserer Mitglieder weggegangen sind. Ich hab also relativ viel zu tun gerade, aber das kriegen wir schon hin.

Na gut, dann legen wir mal los! Nach vier Jahren erwartet uns nun endlich das vierte Studioalbum von Equilibrium mit „Erdentempel“. War nach Rekreatur von vornerein klar, dass das neue Album einen längeren Prozess darstellen wird und wie zufrieden bist du letztendlich mit dem Album?

Also den Zeitpunkt, dass es jetzt so lange gedauert hat, das haben wir uns im Vorfeld natürlich nicht ausgesucht. Aber nach 2010, wo das letzte Werk erschien, war das doch irgendwie absehbar, da wir ja auch viel auf Tour waren, wo du nicht so viel Zeit hast, um an neuen Songs zu arbeiten. Richtig los ging’s ja erst so gegen 2012 und extrem intensiv dann vergangenes Jahr. Da hab ich mich dann wirklich fast nochmal ein Jahr lang hingesetzt und an den neuen Sachen geschrieben. Das hat dann doch schon etwas Zeit in Anspruch genommen, aber es ist ja auch immer irgendwie wichtig, dass man ein bisschen Abstand zum alten Material hat, um sich weiter zu entwickeln. Es ist ja nicht so, dass man in all der Zeit gar nichts macht, ich bastel da auch schon an neuem Zeug rum und probier dies und jenes aus, aber so richtig los ging’s wie gesagt wirklich erst letztes Jahr, wo man sich dann konsequent hingesetzt hat, um an der Paltte zu schreiben. Und jetzt, wo ich mir das fertige Album anhöre ist es so...bei vergangenen Alben hatte ich im nachhinein doch schon öfters Momente, wo ich gedacht habe, dass ich gewisse Dinge lieber hätte anders machen sollen, aber diesmal bin ich eigentlich rundum zufrieden mit dem Ergebnis.

Was mich aber dann doch noch interessieren würde...Du hast ja gesagt, dass du erst letztes Jahr angefangen hast, intensiv an den Songs zu arbeiten bzw. 2012 ja auch schon son bissl. Mit gewissem Abstand zu altem Material erkennt man ja auch oft Dinge, die einem im nachhinein nicht so gut gefallen bzw. die man in Zukunft gern anders machen würde. War es bei dir denn so, dass über die Jahre hinweg Bruchstücke entstanden sind, die als Songs erst reifen mussten, um letztlich so zu klingen, wie es dir quasi passt?

Ganz genau. Über die Jahre sammeln sich natürlich immer irgendwelche Sachen an und vielleicht ist auch manchmal die ein oder andere Idee dabei, die sogar schon zu „Sagas“ Zeiten existierte. Allerdings ist es dann schon so, dass ich gern diese intensive Phase hab, um dann wirklich an allem zu schreiben. Mal angenommen ich hätte jetzt einen Song vor drei bis vier Jahren geschrieben und jetzt nochmal neues Zeug, da verliert man dann natürlich auch irgendwann den roten Faden. Das Ziel ist zwar schon, was aus älteren und neueren Zeiten auf das Album zu packen, aber wenn man dann doch nochmal intensiv an allen Songs gleichzeitig schreibt, kommt dann trotzdem so ein roter Faden da durch, was es recht interessant macht am Ende.

Was habt ihr thematisch anschneiden wollen auf der neuen Platte bzw. was würdest du über die lyrics zusammenfassend äußern?

Also man merkt ja schon im Vergleich zu unseren früheren Alben, wo es um nordische Mythologie ging, dass genau das weniger geworden ist. Auf „Sagas“ hatten wir’s noch ein bisschen und auf „Rekreatur“ nur noch ganz wenig. Es wird halt alles ein bisschen persönlicher. Wir haben zwar immer diesen Bezug zur Natur bzw. zu Natursymbolen, die in den Texten immer vorkommen, aber diesmal kann man sagen, dass viel persönliches drinsteckt, also viele menschliche Themen, sei es jetzt irgendwie Freundschaft, Zusammenhalt oder Mut, Hoffnung oder Zerstörung. Aber das immer im Kontext mit Natursymbolen, was für mich ja immer ein wichtiger Punkt war und mich auch immer inspiriert hat. Was wir diesmal aber auch wieder haben, ist die ein oder andere Partynummer, was beim letzten mal einfach gefehlt hat, weswegen wir uns gesagt haben, dass das wieder seinen Platz auf dem Album finden soll.

Unter anderem ja „Wirtshaus Gaudi“, wo ich herzlichen lachen musste, im positiven Sinne versteht sich! Der Song beginnt ja eigentlich relativ atmosphärisch und episch, aber im Refrain folgt dann die große Überraschung. Ich hab mir da irgendwie den Fc Bayern bei der Meisterfeier vorgestellt...

(lacht) Wir haben nun mal auch diese bayrische Wurzeln, ich komm daher und lebe da ja auch. Wir haben oft gehört, dass die Leute sich wieder so eine Nummer wünschen und jetzt war’s einfach mal an der Zeit.

Auf Erdentempel begegnen uns auch quasi zum ersten mal Clean Vocals von Robse, was ja fast schon ein neues Element in eurer Musik darstellt. Wie kam das zustande und glaubt ihr, dass man diesen doch relativ mutigen schritt honorieren wird?

Da muss ich dazu sagen, dass die Clean Vocals ja von mir stammen. Das war glaub ich noch dieses Jahr, wo wir mit den Vocals angefangen und dementsprechend auch ein bisschen rumprobiert haben. Also was für Klangarten, ob growls oder grunzen etc. Da haben wir einfach festgestellt, dass viele parts sehr melodisch klingen und daher auch mit melodischen Vocals allein oder eben zusammen mit dem Robse sehr gut klingen würden. Und ja stimmt, wir hatten das letztes Jahr schon bei „Waldschrein“ und hatten da auch richtig viel positives Feedback bekommen, was uns eben dann auch schon n bissl motiviert hat, das noch weiter auszuleben beim Album. Es hält sich natürlich immer noch in Grenzen. Ist ja nicht so, dass auf dem ganzen Album jetzt Gesang zu hören ist, aber als erweitertes Element ist das doch schon eine feine Sache. Es war auch sehr spaßig, weil wir diesmal auch drauf geachtet haben, dass der Text etwas mehr zur Geltung kommt und mit der Melodie harmoniert. Es ist ja wirklich so, dass manche Silben haargenau an die Musik angepasst wurden oder eben umgekehrt und daher eignete sich das eben auch, das Ganze mit melodischen Vocals zu unterlegen. Das hat uns dann so viel Spaß gemacht, dass wir das dann auch noch bei ein paar anderen Songs gemacht haben. Und eigentlich war’s dann auch so, dass ich den Robse immer gefragt hab, ob er über den melodischen Kram nochmal drüber schreien möchte, aber er meinte dann auch, dass das ruhig mal so zur Geltung kommen soll. So ist das alles dann entstanden.

Also ich kann von meiner Seite aus jetzt auch nur ein positives Feedback abgeben. Insbesondere bei „Heavy Chill“ hat mir das sehr gut gefallen und ich geh fest davon aus, dass der Song live eine richtig fette Mitgrölnummer wird. Mich hats wirklich positiv überrascht.

Ja cool freut mich! Die Stelle bei dem Song war auch so eine, wo ich den Robse gefragt hab „Na magste da nicht doch nochmal drüber schreien?“ weil das ja doch vielleicht irgendwie zu brav klingt.

Ich glaub das hätte dem Song den Wind aus den Segeln genommen. Ich finde gerade in diesem Song wirklich den Kontrast sehr schön.

Ja genau das hat er dann nämlich auch gesagt, worauf ich dann einfach mal vertraut habe. Ich hab ja vorher nie wirklich viel mit Gesang gemacht, weswegen man natürlich daran zweifelt, ob das überhaupt passt, aber er meinte dann eben auch, dass wir das jetzt so lassen und umso mehr freut es mich, dass das bei dir jetzt auch so gut angekommen ist.

Skadi van Terror hat ja schon bei Waldschrein Hand angelegt und zeichnet sich auch verantwortlich für das Artwork zu Erdentempel. Du hast dich sehr positiv über ihr Schaffenswerk geäußert und auch ich als Fan finde ihren Stil wirklich extrem einzigartig. Wie würdest du das Artwork mit Worten auf die Thematik des Albums projezieren?

Wir hatten es ja wie du schon richtig sagst bereits bei „Waldschrein“ ausprobiert und da hat das ja auch wunderbar gepasst. Ich musste da jetzt auch nicht allzuviel zu sagen, da sie das doch schon recht gut erkannt hat irgendwie. Sie hat das ja auch recht organisch umgesetzt. Natürlich arbeitet sie auch mit gewissen Programmen, aber sie zeichnet ja erstmal per Hand und das wird dann eben eingescannt sozusagen. Aber dadurch bekommt das Ganze wie gesagt so einen organischen touch und ich bin auch der Meinung, dass dieses künstlich zusammengebastelte nicht so toll ist bzw. auch gar nicht so zu Equilibrium passt. Daher war ich da auch recht zufrieden und hab ihr direkt gesagt, dass sie auch bitte für das Album das Artwork machen soll. Sie hat dann eben die CD schon vorab bekommen, zwar noch ohne Texte, aber das ist dann dabei rausgekommen. Sie hat es eigentlich genau getroffen, einmal ist es ja diese Landschaft im Hintergrund, was ja immer ein wichtiger Aspekt ist und auch die Motive im Vordergrund passen perfekt zur Musik. Also alles im Einklang, wunderbar.

Du hattest es zum Anfang des Gesprächs ja bereits angedeutet, dass Sandra und Andi die Band zuletzt ja leider verlassen haben. Kam diese Meldung wirklich so spontan und hat sie dich überrascht oder hast du damit gerechnet bzw. konntest ihre Beweggründe zu 100% nachvollziehen?

Es kam wirklich spontan und zu diesem Zeitpunkt hätte ich wirklich nicht damit gerechnet, weil es ja jetzt gerade erst wieder los geht mit einem neuen Album und der Tour und so weiter. Das kam für uns drei also echt überraschend. Irgendwann hätte ich schon mal damit gerechnet, weil Sandra hat ja auch so ihre Dinge im Leben, die sie macht. Sie baut sich ja gerade selbst eine Hypnose Praxis auf und irgendwann will sie ja vielleicht auch mal Familie machen und so weiter. Da hätte ich also schon damit gerechnet, dass es in ein bis zwei Jahren schon mal kommt, aber das es dann jetzt doch so plötzlich kam, war doch schon sehr überraschend. Ich versteh das natürlich auch bei den beiden, weil ich ja nun auch seit 13 Jahren mit ihnen unterwegs war und daher versteh ich natürlich, wenn man sich auch mal wieder für sich weiter entwickeln möchte bzw. anderswo weiter machen möchte. Daher haben sie da natürlich mein größtes Verständnis, wenn sie mal was anderes machen möchten. Die schwierige Aufgabe ist es jetzt, möglichst schnell neue Leute zu finden, weil Session Musiker nicht so mein Ding sind. Ich habe eigentlich lieber eine feste Band um mich und das ist jetzt gerade auch eine große Aufgabe, die jetzt auch bewältigt werden muss, aber wir sehen es als Herausforderung und versuchen auch wieder, aus dem ganzen etwas positves herauszuziehen und dadurch quasi frischen Wind reinzubekommen.

Das bringt mich natürlich zu meiner nächsten Frage. Werdet ihr die zwei Positionen mit erfahrenen Musikern aus dem Business besetzen oder gebt ihr auch frischen Leuten eine Chance, die evtl. bei euch vorspielen können?

Also generell sind wir da offen für alles von vornerein. Also ich sag jetzt mal ZU professionelle bzw. abgebrühte Musiker passen jetzt nicht so zu Equilibrium. Sowas hatten wir jetzt auch schon zwischendurch und das hat nicht so gut geklappt. Wir brauchen natürlich Leute, die ordentlich Feuer im Hintern haben und die auch wirklich die Motivation dazu haben. Also nicht einfach nur nach dem Motto „Ja ich stell mich auf ne Bühne und gut“. Die es also nicht nur als Job, sondern auch als Leidentschaft sehen. Wir haben mittlerweile auch schon haufenweise Anfragen bekommen, von Leuten die Interesse haben. Viele davon hat man natürlich auch über die Jahre hinweg kennengelernt. Ich bin also zuversichtlich, dass da in den nächsten Wochen was passiert. Das ist natürlich auch das gute bei den Leuten, die man schon kennt bzw. wo man weiß, wie sie ticken und das sie nicht gleich durchdrehen, sich dann für den King halten oder so. Das hatten wir ja alles schon mal. Trotzdem schauen wir uns auch Leute an, die wir noch gar nicht kennen. Also wir sind da wirklich offen für alles und wissen ja auch, was sich so anbietet. Dann werden wir eine engere Auswahl treffen und mal schaun.

Gut, kommen wir zurück zum Album. Einen Kritikpunkt hätte ich dann doch noch. Und zwar finden wir diesmal keinen Longtrack auf der Platte vor. Für mich waren die Longtracks immer ein wichtiger Bestandteil von Equilibrium, wenn ich an „Kurzes Epos“ oder eben auch „Mana“ denke. Gerade diese langen instrumentalen Songs zeigen ja auch irgendwo die gesamte Bandbreite der Band auf. Hat sich das diesmal nicht angeboten oder hattest du das diesmal nicht so im Sinn?

Ich hatte definitiv im Sinn, wieder so einen Track zu machen, weil das für mich auch zu jeder Platte gehört. Problem ist einfach, dass am Ende dann doch irgendwie die Zeit flöten gegangen ist. Bei den Instrumentaltracks ist es so, dass die immer ganz zum Schluss mache, wenn die Platte quasi schon fertig ist. Dann setz ich mich meist noch hin, wenn ich so ein Stück schreibe und das ist eine sehr improvisatorische Angelegenheit. Es ist nicht so, dass ich da irgendwie groß drüber nachdenke von wegen „Refrain, Chorus“ und so weiter. Ich komponier da einfach ein paar Parts durch und so kommt das dann irgendwie zusammen. Und für die Promoversion, die du jetzt wahrscheinlich auch vorliegen hast, hats einfach zeitlich nicht mehr gereicht. Ich sitz grad dran und nutz da auch wirklich komplett die Zeit, bis quasi die absolute Deadline da ist. Also es kommt definitiv noch ein Stück hinzu, auch wenn es wahrscheinlich nicht so lang wie ein „Mana“ werden wird. Aber es kommt noch was, weil ich eben auch finde, dass das zu Equilibrium dazu gehört.

Vielleicht besteht ja irgendwie die Möglichkeit, dass ich den Song noch ins Review miteinbeziehen kann, da es ja schon nicht unwichtig erscheint, wenn da noch ein großer Longtrack hinzu kommt. Nicht, dass die Platte nicht auch ohne diesen Song auskommen würde, denn „Erdentempel“ bietet ja das wohl bis dato vielseitigste Material, aber die Longtracks haben mir in der Vergangenheit auch immer sehr viel gegeben.

Wo du das gerade ansprichst. Viele unserer Fans erachten diese instrumentalen Brocken gar nicht als so wichtig, haben dann lieber diese kurzen schnellen Nummern, aber ich finde eben auch ähnlich wie du, dass man gerade in einem längeren Stück vieles verarbeiten kann, wofür Equilibrium eben auch steht.

Das freut mich auf jeden fall, dass du noch was in der Hinterhand hast, denn das war immer eine tolle Erfahrungen, wenn man sich dann wie ich z.B. bei „Mana“ mit Kopfhörern aufs Bett gepflanzt hat und quasi eine Achterbahnfahrt erlebt hat. Der Song leiert ja nicht nur 16 Minuten lang einen Part runter, sondern steigert sich immer weiter, geht aber zwischendurch auch in ruhigere Gefilde über. Das ist ein Aspekt, den du bisher in diesen speziellen Songs extrem gut untergebracht hast.

Ja cool, das freut mich natürlich, dass du das so siehst!

Auf Waldschrein habt ihr schon ein Theme von einem bekannten Game namens Skyrim gecovered mit „Himmelsrand“. Könntest du dir vorstellen, mal eine komplette Platte mit Songs aus dieser Gaming Sparte zu machen?

Das könnte ich mir schon richtig gut vorstellen, ja. Bei Skyrim hat es sich damals einfach angeboten. Es kam gerade das Spiel raus und meine Freundin hat’s mir zum Geburtstag geschenkt. Da haben wir das gleich mal gestartet und sie meinte direkt, dass wäre doch ein perfektes Theme, was man mit Equilibrium mal covern könnte. Wir hatten ja immer schon so kleine Spielereien in unseren Songs. Früher hatten wir mal das Thema von Fluch der Karibik mit ins Liveset genommen und dann hatten wir noch die Melodie von Saber Rider mal drin, also das Opening. GANZ früher haben wir sogar mal das Intro von Doom 2 gespielt. Also es war schon immer wieder witzig und wäre sicherlich mal interessant zu sagen, dass man eine CD voll mit Gaming Themes hat. Es ist zwar nicht in der Planung, aber es ist auf jeden Fall eine Idee, die ich jetzt nicht abstreiten würde.

Das führt mich gleich zu meiner nächsten Frage: Würde es dich reizen, für ein Spiel wie Skyrim SELBST mal einen OST zu komponieren oder ähnlich wie Tuomas Holopainen ein Album mit Soundtrack Flare zu veröffentlichen?

Das würde mich auf jeden Fall reizen. Also als ich vor einigen Jahren mit Musik angefangen habe, war das ja immer ein Ziel von mir, Musik für Computer Spiele zu machen. Es war ja auch so, dass ich hier und da mal ausgeholfen hab bei Soundtracks und dann ging das aber mit der Band immer weiter, dass die dann einfach mehr Zeit in Anspruch genommen hat. Ich hab ja immer wieder solche Elemente eingebracht, wie du sicherlich hörst. Also generell wäre ich definitiv daran interessiert, an einem größeren Projekt zu arbeiten, wenn sich da was anbieten würde. Es ist immer die Frage, wie viel Zeit man tatsächlich zur Verfügung hat, aber generell würde mir das auf jeden fall Spaß machen, definitiv.

Auch da schließt quasi meine nächste Frage an. Erwartet uns in Zukunft ein Album, welches ihr komplett mit Orchester einspielen werdet und wäre es dann auch eine Option wie Rage mit Lingua Mortis ein paar Spezialkonzerte zu spielen?

Ja, also ich hab bei den Aufnahmen zu „Erdentempel“ im Hinterkopf gehabt, ob man nicht mal mit einem echten Orchester zumindest im Studio arbeiten sollte. Dann sind die ersten Songs aber entstanden und ich hatte das Gefühl, das wäre jetzt ne Verschwendung. Also wie soll ich sagen, die Songs gehen ja doch ganz gut nach vorne und da sind jetzt sag ich mal nicht so viele filigrane Parts drin, wo sich das groß anbieten würde. Ich bin eigentlich ganz zufrieden mit dem Sound, wie er jetzt ist von den Synthesizern oder Keyboards und so weiter. Das wäre dann für mich ne Verschwendung gewesen. Aber wenn man sich jetzt wirklich mal hinsetzt und sagt, dass man alles mit einem echten Orchester aufnimmt, wo man eben dann auch diese filigranen und dynamischen parts hat, wäre das definitiv eine interessante Sache. Es muss einfach passen. Orchester ist eine sehr dynamische Sache . Da müssen sich die Songs doch ein bisschen anpassen. Ich mein die Songs haben auch eine gewisse Dynamik, aber sie gehen doch schon gut nach vorne. Man hätte sich unnötig viel Aufwand gemacht mit nem echten Orchester und im nachhinein wär der Unterschied dann wahrscheinlich gar nicht so groß gewesen. Deswegen sage ich, dass die Songs so ausgelegt sein müssen, dass sie ein echtes Orchester auch wirklich ausnutzen. Und live ist das auch so ne Sache...Das ist natürlich immer mit einem krassen und nicht ganz so günstigem Aufwand verbunden, aber vielleicht gibt es da mal eine Einzelshow, wo man das realisieren könnte. Das wäre schon ne coole Sache!

Ja, dann bedanke ich mich nochmal recht herzliche für das Interview und für die Tatsache, dass das doch noch geklappt hat so kurzfristig. Wünsche euch natürlich viel Erfolg mit der Platte und bei der Findung von passenden neuen Bandmitgliedern! Vielen dank für das Interview, hat mir Spaß bereitet!

Ja cool nichts zu danken! Hat mich gefreut, dass das noch hingehauen hat.


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